Backlinks vs. Referring Domains: Der Unterschied und warum er 2026 fürs Linkbuilding zählt

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referring domains

Wenn Backlink-Zahl und Referring-Domains-Zahl im selben SEO-Report zwei völlig unterschiedliche Geschichten erzählen, ist an den Daten nichts kaputt. Beide Kennzahlen messen einfach etwas anderes, und genau dieser Unterschied entscheidet darüber, ob ein Linkprofil Ihr Ranking wirklich voranbringt oder nur auf dem Papier gut aussieht.

Nehmen wir zwei Beispiele. Eine Website kann 2.000 Backlinks haben, aber nur 40 Referring Domains. Ein Wettbewerber kommt vielleicht auf lediglich 300 Backlinks, dafür aber von 290 verschiedenen Seiten. Das erste Profil wirft Fragen auf, das zweite wirkt gesund. Im Kern läuft der Unterschied zwischen Referring Domains und Backlinks auf eine einfache Frage hinaus: Zählen Sie einzelne Links, oder zählen Sie eindeutige Quellen? Genau diese Frage beantwortet dieser Leitfaden, dazu warum der Unterschied fürs SEO-Ranking zählt und auf welche Zahl Sie sich je nach Wachstumsphase konzentrieren sollten.

> Kurzdefinition: Ein Backlink ist ein Hyperlink von einer Website zu einer Seite auf einer anderen Website. Jeder einzelne Link zählt als ein Backlink, unabhängig davon, ob dieselbe Website noch zehn weitere schickt.

Konkret zeigt ein Backlink von einer verlinkenden Website auf eine Seite Ihrer Domain. Jedes Mal, wenn eine externe Webseite auf Ihren Content verweist, ist das ein Backlink, und zwar unabhängig davon, wie oft dieselbe Domain das noch einmal tut. Verlinken zehn Seiten derselben Website auf Sie, sind das zehn Backlinks.

Für Suchmaschinen signalisieren Backlinks Relevanz und Autorität. Verlinkt eine glaubwürdige Seite auf Ihre Website, gibt sie damit einen Teil ihrer Linkkraft weiter, und diese Linkkraft fließt wiederum in die Bewertung ein, wie vertrauenswürdig Google Ihre Seite für relevante Suchanfragen einstuft.

Nicht jeder Backlink wiegt gleich schwer. Zwei Variablen sind dabei entscheidend:

  • Dofollow vs. nofollow: Dofollow-Links geben Linkkraft von einer Website an die andere weiter. Nofollow-Links wurden früher von Google komplett ignoriert, seit der Google-Richtlinienänderung von 2019 behandelt Google nofollow jedoch nur noch als Hinweis, nicht mehr als strikte Anweisung. Ein natürliches Backlink-Profil enthält typischerweise eine Mischung aus beidem.
  • Kontextuell vs. nicht kontextuell: Ein Link, der mitten im Fließtext eines thematisch passenden Artikels sitzt, wiegt schwerer als ein Link in einer seitenweiten Fußzeile. Der Kontext verrät Suchmaschinen, warum eine Website überhaupt auf eine andere verlinkt.

Auch der Ankertext spielt eine Rolle. Die sichtbaren, klickbaren Wörter eines Links signalisieren thematische Relevanz, aber ein zu stark optimiertes Ankertext-Profil über viele Backlinks hinweg löst schnell Spam-Signale aus. Natürliche Variation im Ankertext gilt als Zielgröße für ein gesundes Backlink-Profil.

Für viele SEO-Teams ist der Backlink deshalb die kleinste, aber auch am häufigsten missverstandene Einheit im Linkbuilding. Nur die Gesamtzahl zu melden, ohne zu erklären, wie viele unterschiedliche Websites dahinterstehen, liefert bestenfalls die halbe Geschichte. Klar, ein Report mit einer einzigen großen Zahl klingt beeindruckend. Er sagt aber wenig darüber aus, wie breit und wie unabhängig die Empfehlungen im Hintergrund tatsächlich verteilt sind, weshalb sich der Blick auf die zweite zentrale Kennzahl dieses Leitfadens lohnt.

Was sind Referring Domains?

Eine Referring Domain ist jede eindeutige Website, die mindestens einmal auf Ihre Seite verlinkt. Verlinkt eine Website auf zehn verschiedene Seiten Ihrer Domain, ändert sich daran nichts: Das sind zehn Backlinks, aber weiterhin nur eine verweisende Domain.

Im Deutschen auch als verweisende Domains bezeichnet, messen Referring Domains also nicht die Gesamtzahl der Links, sondern wie viele unterschiedliche Websites überhaupt auf Sie verweisen. Genau in diesem Unterschied liegt der ganze Sinn der Kennzahl.

Ein konkretes Beispiel macht das greifbar. Verlinkt Website A von ihrer Startseite, ihrem Blog und drei Produktseiten auf Sie, sind das fünf Backlinks von einer einzigen Referring Domain. Verlinken stattdessen fünf unterschiedliche Websites jeweils einmal auf Sie, kommen Sie ebenfalls auf fünf Backlinks, aber eben auf fünf Referring Domains (kurz: RDs). Aus Sicht einer Suchmaschine sind die fünf unabhängigen Empfehlungen deutlich wertvoller als fünf aus einer einzigen Quelle.

Der Grund dafür ist einfach: Konzentrierte Backlink-Profile lassen sich leichter künstlich erzeugen. Ein Websitebetreiber kann problemlos fünfzig Links von einer einzigen Domain setzen, die er selbst kontrolliert, aber fünfzig Backlinks von fünfzig unabhängigen Websites zu bekommen, ist ungleich schwerer zu fälschen. Diese Schwierigkeit macht Domain-Diversität zu einem starken Vertrauenssignal. Sie erklärt auch, warum Referring Domains in der Regel stärker mit organischem Traffic korrelieren als die reine Backlink-Zahl.

Diese Beobachtung stützt auch eine Ahrefs-Analyse von über einer Milliarde Webseiten: Die Anzahl der Referring Domains korreliert stärker mit organischem Suchtraffic als die reine Backlink-Zahl. Intuitiv ergibt das Sinn, denn je mehr eigenständige Websites Ihren Content empfehlen, desto breiter ist die redaktionelle Zustimmung, die dahintersteht.

Wenn Sie nur eine einzige Zahl aus einem SEO-Report mitnehmen dürften, wäre die Referring-Domains-Zahl in den meisten Fällen also aussagekräftiger als die reine Backlink-Zahl. Sie beantwortet die Frage, die Suchmaschinen letztlich auch stellen: Wie viele unabhängige Stimmen im Web sprechen für Ihre Inhalte? Die Backlink-Zahl allein liefert darauf keine verlässliche Antwort, weil eine einzige sehr aktive Quelle sie leicht verzerren kann.

Kurz gesagt: Ein Backlink zählt jeden einzelnen Link, eine Referring Domain zählt jede eindeutige Quelle dahinter. Die folgende Tabelle stellt beide Kennzahlen direkt gegenüber.

Vergleich: Ein Backlink pro Link versus eine Referring Domain pro eindeutiger Quelle
MerkmalBacklinksReferring Domains
Was wird gezähltJeder einzelne Link von einer anderen Website zu IhrerEindeutige Websites, die mindestens einen Backlink auf Ihre Seite setzen
Kann steigen, ohne dass sich die andere Zahl ändertJa, eine Website kann mehrere neue Links gleichzeitig setzenNein, ein neuer Link von einer bestehenden Domain erhöht nur die Backlink-Zahl, keine neue Referring Domain
Primäres SEO-SignalSeitenebene-Autorität und thematische RelevanzDomainweites Vertrauen und Linkvielfalt
Hohe Zahl aus wenigen DomainsTypisches Muster bei manipulierten oder Spam-ProfilenWarnsignal: deutet auf künstliche Link-Konzentration hin
Hohe Zahl aus vielen DomainsStarkes Signal für breite redaktionelle AbdeckungStarkes Signal für ein natürliches, autoritatives Linkprofil

Eine große Lücke zwischen Ihrer Backlink-Zahl und Ihrer Referring-Domains-Zahl verdient deshalb eine genauere Prüfung. 5.000 Backlinks von 80 Domains zeigen ein völlig anderes Link-Aufbau-Muster als 5.000 Backlinks von 3.000 Domains: Im ersten Fall spricht viel für Domain-Konzentration als Schwachstelle, im zweiten für ein breit abgestütztes, organisch gewachsenes Profil.

Auch für interne Reportings ist diese Gegenüberstellung ein guter Ausgangspunkt. Statt nur eine einzelne Kennzahl an Kunden oder das Management zu melden, lohnt es sich, beide Zahlen nebeneinanderzustellen und die Entwicklung über Zeit zu zeigen. Steigt die Backlink-Zahl deutlich schneller als die Referring-Domains-Zahl, ist das ein guter Anlass, die Linkbuilding-Strategie zu überprüfen, bevor Suchmaschinen das Muster als unnatürlich einstufen.

Warum der Unterschied für SEO wichtig ist

Suchmaschinen gewichten Linkvielfalt stark als Qualitätssignal. Der Unterschied zwischen Backlinks und Referring Domains wirkt sich praktisch auf mehrere miteinander verbundene Bereiche aus.

Link-Velocity: Ein plötzlicher Backlink-Schub von einer einzigen Website wirkt künstlich, ein allmähliches Wachstum der Referring Domains über viele unterschiedliche Websites hinweg dagegen wie organische Content-Entdeckung. Google liest eben das Tempo- und Herkunftsmuster, nicht nur die reine Gesamtzahl.

Ankertext-Verteilung: Stammen die Backlinks einer Website aus vielfältigen Referring Domains, variiert der Ankertext ganz natürlich. Anders bei einem kleinen Domain-Cluster als Quelle: Dort wiederholt sich der Ankertext häufiger, was Über-Optimierungssignale auslösen kann.

Spam-Erkennung: Googles Penguin-Algorithmus zielt gezielt auf konzentrierte, wenig diverse Backlink-Profile ab. Zu den klarsten Mustern, die Penguin erkennen soll, gehört ein hohes Verhältnis von Backlinks zu Referring Domains, vor allem wenn die verlinkenden Websites von niedriger Qualität sind.

Traffic-Korrelation: Die Vielfalt der Referring Domains lässt sich deutlich schwerer künstlich erzeugen als die reine Backlink-Zahl, weshalb sie als besserer Indikator für tatsächliche redaktionelle Anerkennung dient. Websites mit starken Referring-Domains-Zahlen ranken in der Regel zuverlässiger. Sie ziehen mehr organischen Traffic an als Websites mit ähnlicher Backlink-Zahl, aber weniger eindeutigen Quellen.

Die praktische Konsequenz daraus: 100 Backlinks von 80 unterschiedlichen, thematisch passenden Websites sind ein stärkeres SEO-Asset als 100 Backlinks von nur 5 Websites, selbst wenn diese fünf Websites einen höheren Autoritätswert (Domain Authority) aufweisen.

Diese vier Effekte wirken zudem nicht isoliert. Sie verstärken sich gegenseitig: Ein Linkprofil mit gesunder Link-Velocity und breiter Ankertext-Verteilung fällt seltener durch Spam-Filter wie Penguin auf, was wiederum die Traffic-Korrelation stabiler macht. Wer die Referring-Domains-Zahl als Leitgröße behandelt, optimiert also automatisch auch die drei anderen Faktoren mit.

Welche Kennzahl sollten Sie priorisieren?

Beide Kennzahlen zählen, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen: Referring Domains zeigen domainweites Vertrauen, Backlinks zeigen seitenspezifische Autorität. Welche Zahl im Fokus stehen sollte, hängt letztlich davon ab, in welcher Wachstumsphase sich Ihre Website befindet und welches Ergebnis Sie gerade optimieren.

SituationFokus
Neue oder autoritätsschwache DomainReferring Domains (domainweites Vertrauen aufbauen)
Referring-Domains-Zahl hinkt Wettbewerbern hinterherReferring Domains (Diversitätslücke schließen)
Backlink-zu-Domain-Verhältnis über 20:1Referring Domains (Konzentrationsrisiko senken)
Eine einzelne URL braucht stärkere Seitenebene-AutoritätBacklinks (kontextuelle Platzierungsqualität)
Umkämpftes Keyword braucht tiefe thematische LinksignaleBacklinks (seitenspezifische Autoritätsübertragung)

Wann Referring Domains Vorrang haben

Priorisieren Sie den Ausbau Ihrer Referring-Domains-Zahl, wenn:

  • Sie domainweite Autorität für eine neue oder autoritätsschwache Domain aufbauen
  • Ihre Referring-Domains-Zahl deutlich niedriger liegt als bei Ihren wichtigsten Wettbewerbern
  • Ihr Backlink-zu-Domain-Verhältnis bereits hoch ist und damit ein Konzentrationsrisiko anzeigt
  • Sie einem Kunden Linkbuilding-Fortschritt so berichten müssen, dass die Diversifizierung sichtbar wird

Im Kern geht es hier um Vertrauensaufbau auf Domainebene. Ein vielfältiges Referring-Domains-Profil signalisiert Suchmaschinen, dass viele unabhängige Websites Ihren Content für wertvoll genug halten, um darauf zu verlinken.

Konzentrieren Sie sich auf einzelne Backlink-Qualität und Platzierung, wenn:

  • Sie eine bestimmte, besonders wertvolle Seite stärken müssen, nicht die Domain als Ganzes
  • Sie ein umkämpftes Keyword anvisieren, bei dem die Top-Rankings starke kontextuelle Backlinks genau auf diese URL vorweisen
  • Ihre Referring-Domains-Diversität bereits solide ist und die Übertragung von Seitenebene-Autorität die verbleibende Lücke darstellt

Ein Warnsignal, auf das Sie achten sollten: Fahren Sie eine Linkbuilding-Kampagne und Ihre Referring-Domains-Zahl steigt dabei nicht im gleichen Maß wie Ihre Backlink-Zahl, schauen Sie besser genauer hin. Eine gesunde Outreach-Kampagne bringt kontinuierlich neue Domains hinzu. Schicken dagegen immer dieselben zehn Websites neue Backlinks, ohne dass neue Domains dazukommen, konzentriert sich Ihr Profil eher, statt sich zu diversifizieren.

Jede größere SEO-Plattform zeigt beide Kennzahlen an. Die Unterschiede liegen im Detail: Indexgröße, Aktualität und Auswertungsmöglichkeiten variieren spürbar. Die folgenden vier Tools decken die meisten Anwendungsfälle ab.

Screenshot des kostenlosen Ahrefs Backlink Checkers zur Prüfung von Backlinks und Referring Domains
  • Ahrefs Site Explorer: Geben Sie eine beliebige Website-URL ein und sehen Sie Referring-Domains-Zahl und Gesamt-Backlink-Zahl direkt im Overview-Tab. Historische Verlaufsdaten machen es leicht, plötzliche Einbrüche oder Spitzen bei den Referring Domains zu erkennen.
  • Semrush Backlink Analytics: Bietet ähnliche Abdeckung. Der Referring-Domains-Graph und der Authority Score eignen sich gut für Wettbewerbsvergleiche zwischen Websites.
  • Moz Link Explorer: Zeigt Domain Authority und die Zahl verlinkender Domains. Kleinerer Index als Ahrefs oder Semrush, dafür für begrenzte Abfragen kostenlos nutzbar.
  • Google Search Console: Zeigt Backlinks, die Google für Ihre Website entdeckt hat, allerdings nur eine Stichprobe, keine vollständige Zählung. Behandeln Sie die Referring-Domains-Daten aus der Search Console eher als groben Richtwert denn als exakte Größe.

Für das vollständigste Bild nutzen Sie am besten Ahrefs oder Semrush als primäre Quelle und die Google Search Console als zusätzlichen Plausibilitätscheck. Praktisch: Alle drei kommerziellen Tools zeigen die Referring-Domains-Zahl meist direkt neben der Backlink-Zahl auf demselben Übersichts-Screen. Das Verhältnis zwischen beiden Kennzahlen lässt sich so auf einen Blick ablesen, ganz ohne separate Berichte zusammenstellen zu müssen.

Wie viele Referring Domains sind gut?

Tabelle: Gesundes Backlink-zu-Referring-Domain-Verhältnis von 3:1 bis über 50:1

Als Faustregel gilt: Ein gesundes Backlink-zu-Referring-Domain-Verhältnis liegt zwischen 3:1 und 5:1, also drei bis fünf Backlinks pro eindeutiger Referring Domain. Ab einem Verhältnis über 50:1 wird es kritisch. Das ist ein klares Warnsignal, denn eine kleine Anzahl Websites verlinkt dann sehr intensiv auf Sie, was Suchmaschinen als unnatürlich einstufen können.

Zwei Muster helfen bei der Einordnung. Haben Sie 10 Referring Domains, aber 1.000 Backlinks, verlinken diese zehn Websites meist über seitenweite Fußzeilenlinks, Blogrolls oder ein privates Blog-Netzwerk sehr aggressiv auf Sie, und das ist ein Warnsignal. Anders bei einem Verhältnis von 1:1: Das ist bei etablierten Websites selten, aber kein Grund zur Sorge, denn es ist völlig normal, dass eine vertrauenswürdige Website im Lauf der Zeit auf mehrere Ihrer Seiten verlinkt. Vergleichen Sie Ihr Verhältnis am besten mit direkten Wettbewerbern in Ihrer Nische statt mit einem willkürlichen Richtwert.

Wie Sie mehr Referring Domains aufbauen

Sobald klar ist, dass Vielfalt bei den Referring Domains Rankings zuverlässiger antreibt als reines Backlink-Volumen, verschiebt sich zwangsläufig auch die Linkbuilding-Strategie. Vier Taktiken zielen dabei gezielt auf den Ausbau der Referring-Domains-Zahl ab, nicht nur auf mehr Backlinks.

Linkwürdige Assets erstellen

Guter Content, der natürliche Backlinks von vielfältigen Websites gewinnt, ist meist originell und anderswo schwer zu finden. Eigene Studien, proprietäre Datenauswertungen, interaktive Tools und umfassende Leitfäden ziehen Links von unabhängigen Websites an, die genau diese Ressource referenzieren wollen. Jede neue Website, die auf eine Studie oder ein Tool verlinkt, bringt so eine neue Referring Domain. Und einmal gut gebaut, kann ein linkwürdiges Asset über Jahre hinweg Referring Domains sammeln, ganz ohne aktive Outreach-Arbeit.

Gastbeiträge auf neuen Domains platzieren

Auch Gastbeiträge bauen Referring Domains zuverlässig auf, allerdings nur, wenn man sie als Diversifizierungs- statt als Volumenübung betreibt. Der Unterschied zeigt sich schnell: Zehn Gastbeiträge auf derselben Website bringen zehn Backlinks, aber nur eine Referring Domain, während je ein Beitrag auf zehn unterschiedlichen, relevanten Websites zehn Referring Domains bringt. Der zweite Ansatz baut ein deutlich stärkeres Linkprofil auf. Konzentrieren Sie sich bei Gastbeiträgen deshalb bewusst auf Websites, von denen Sie noch keinen Backlink haben.

Digital PR und redaktionelle Erwähnungen nutzen

Nachrichtenwerter Content wird von Journalisten und Bloggern aufgegriffen, die eigenständig verlinken. Dazu zählen eigene Datenerhebungen, Experten-Statements, Produkteinführungen oder Branchenumfragen. Schon eine einzige gut platzierte Geschichte in einem relevanten Fachmedium kann innerhalb weniger Tage fünf bis fünfzehn neue Referring Domains bringen. Plattformen, die Journalisten mit Experten-Quellen zusammenbringen, öffnen dabei Türen zu Websites, die über klassisches Outreach kaum erreichbar wären, denn die Anfrage kommt in diesem Fall vom Journalisten selbst. Ein strukturierter Digital-PR-Workflow lohnt sich also nicht nur für Reichweite, sondern gezielt für den Aufbau neuer, unabhängiger Referring Domains.

Führen Sie eine Domain-Gap-Analyse in Ahrefs oder Semrush durch, um Websites zu finden, die auf Ihre Wettbewerber verlinken, aber nicht auf Sie. Diese Websites haben schließlich bereits gezeigt, dass sie Content aus Ihrer Nische verlinken. Eine gezielte Outreach-Kampagne gegen dieses Lücken-Set ist deshalb effizienter als Kaltakquise bei unbekannten Domains, und jede erfolgreiche Platzierung bringt eine neue Referring Domain. Ein Tool wie LinkForce kann diesen Abgleich beschleunigen: Es macht Backlink-Gaps zwischen Ihrer Domain und mehreren Wettbewerbern gleichzeitig sichtbar und bereitet die passenden Kontakte für die Outreach-Phase vor.

Fazit

Der Unterschied zwischen einem Backlink und einer Referring Domain ist mehr als technisches Beiwerk, er spiegelt zwei grundverschiedene Arten wider, wie Vertrauen gemessen wird. Backlinks zählen jeden einzelnen Link, den eine Website erhalten hat. Referring Domains zählen dagegen, wie viele eigenständige Websites diese Website tatsächlich empfohlen haben.

Für die meisten Websites in den meisten Wachstumsphasen ist die Vielfalt der Referring Domains das stärkere Rankingsignal, und genau darauf lohnt es sich zu optimieren. Warum? Ein breites, diverses Backlink-Profil aus vielen unabhängigen Websites lässt sich schwerer fälschen, schwerer abstrafen und korreliert zuverlässiger mit nachhaltigem organischem Traffic-Wachstum.

Behalten Sie also beide Zahlen im Blick. Wenn es aber darum geht, wohin Sie Ihre Outreach-Energie stecken, priorisieren Sie den Aufbau neuer Referring Domains gegenüber weiteren Backlinks aus Quellen, die bereits in Ihrem Profil stehen.

Wer regelmäßig beide Kennzahlen prüft, seine Wettbewerber im Blick behält und Linkbuilding-Taktiken gezielt auf Domain-Diversität statt auf reines Volumen ausrichtet, baut über Zeit ein Linkprofil auf, das Suchmaschinen als natürlich und vertrauenswürdig einstufen. Das zahlt sich am Ende in stabileren Rankings aus, gerade in umkämpften Nischen, in denen viele Wettbewerber ähnlich viel Backlink-Volumen vorweisen können.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen einem Backlink und einer Referring Domain?

Ein Backlink ist ein einzelner Link von einer Webseite zu einer anderen, eine Referring Domain die eindeutige Website, auf der dieser Link liegt. Eine Website kann durchaus mehrere Backlinks zu Ihrer Seite schicken. Sie zählt dabei aber immer nur als eine Referring Domain, egal wie viele einzelne Links sie enthält.

Sind mehr Backlinks oder mehr Referring Domains besser?

Als SEO-Signal wiegt die Vielfalt der Referring Domains in der Regel schwerer als die reine Backlink-Zahl. Ein Beispiel: Eine Website mit 500 Backlinks von 400 unterschiedlichen Referring Domains rankt normalerweise zuverlässiger als eine Website mit ebenfalls 500 Backlinks, aber nur 5 Domains, vorausgesetzt Content-Qualität und Relevanz sind vergleichbar.

Können zu viele Backlinks von einer Domain dem Ranking schaden?

Ja, das kann passieren. Ein stark konzentriertes Backlink-Profil, bei dem viele Backlinks von sehr wenigen Domains stammen, kann Spam-Signale auslösen, denn Googles Penguin-Algorithmus zielt genau auf Websites mit sich wiederholenden, wenig diversen Linkmustern ab. Besonders kritisch wird es, wenn die verlinkenden Websites von niedriger Qualität oder thematisch fremd sind.

Zählen Nofollow-Backlinks zur Referring-Domains-Zahl?

Ja. Tools wie Ahrefs und Semrush zählen eine Website auch bei einem Nofollow-Backlink zu Ihrer Referring-Domains-Zahl hinzu. Ob dieser Link tatsächlich Linkkraft überträgt, steht auf einem anderen Blatt: Google behandelt nofollow seit der Richtlinienänderung von 2019 nur noch als Hinweis und kann je nach Kontext trotzdem einen Teil der Linkkraft weitergeben.

Wie erkenne ich, ob mein Backlink-zu-Referring-Domain-Verhältnis gesund ist?

In der Regel liegt ein gesundes Verhältnis zwischen 3:1 und 5:1, also bei drei bis fünf Backlinks pro eindeutiger Referring Domain. Wird daraus ein Verhältnis über 50:1, ist das ein Hinweis darauf, dass eine kleine Zahl an Websites sehr intensiv auf Sie verlinkt, was Suchmaschinen als unnatürlich werten können. Vergleichen Sie Ihr eigenes Verhältnis am besten direkt mit Wettbewerbern aus Ihrer Nische statt mit einem starren, allgemeinen Richtwert, denn branchenübliche Linkmuster können je nach Nische und Wettbewerbsdichte spürbar variieren.