Ein Ankertext ist der sichtbare, klickbare Text eines Hyperlinks. Suchmaschinen wie Google nutzen ihn als Relevanz-Signal, um zu verstehen, worum es auf der verlinkten Seite geht, und wer sein Ankertext-Profil kennt und gezielt steuert, hat einen direkten Hebel für bessere Rankings. Das lohnt sich.
Was ist ein Ankertext?
Ein Ankertext, auch Linktext oder Anchor Text genannt, ist der klickbare Text, den ein Nutzer auf einer Webseite sieht und anklickt, um zu einer anderen Seite zu gelangen. Google liest diesen Text als Signal dafür, welche Themen und Keywords die verlinkte Seite abdeckt. Je mehr externe Seiten eine bestimmte Phrase als Ankertext verwenden, desto stärker verknüpft Google diese Phrase mit dem Inhalt der Zielseite. Das Prinzip ist uralt, aber es funktioniert.
In HTML sieht ein Ankertext so aus:
„`
<a href=“https://beispiel.de/linkaufbau“>Linkaufbau-Strategien</a>
„`
Hier ist „Linkaufbau-Strategien“ der Ankertext. Suchmaschinen lesen diesen Text und verknüpfen ihn mit dem Inhalt der verlinkten Seite, auch ohne die Zielseite erneut zu crawlen.
Wichtig: Der Ankertext unterscheidet sich vom Linktitel (title-Attribut), der erst beim Überfahren mit der Maus sichtbar wird und für SEO kaum eine Rolle spielt. Der Ankertext ist das, was der Nutzer tatsächlich liest und was Google als Ranking-Signal auswertet. Nur dieser zählt.
Wenn viele externe Seiten deine Seite mit ähnlichen Ankertexten verlinken, zieht Google eine thematische Verbindung zwischen diesen Phrasen und deinem Inhalt. Eine Seite, die Hunderte von Links mit dem Ankertext „Girokonto Vergleich“ gesammelt hat, wird Google so stark mit diesem Thema assoziieren, dass kein redaktioneller Inhalt diesen Signalvorsprung kurzfristig ausgleichen kann. Deshalb haben Ankertexte bei der Linkbuilding-Strategie so viel Gewicht.
Arten von Ankertexten im Überblick
Es gibt acht verschiedene Ankertext-Typen. Sie unterscheiden sich erheblich in ihrem SEO-Potenzial und Risikoprofil. Die Wahl des Typs beeinflusst, wie natürlich ein Backlink-Profil wirkt und wie viel Ranking-Signal ein Link überträgt.
| Typ | Beschreibung | Beispiel | SEO-Risiko |
|---|---|---|---|
| Exact Match | Enthält exakt das Ziel-Keyword, nichts mehr | „Backlink aufbauen“ für eine Seite über Backlinks | Hoch bei Überoptimierung |
| Partial Match | Enthält das Keyword plus weitere Wörter | „die besten Strategien für den Backlink-Aufbau“ | Gering |
| Brand | Nur der Markenname, kein Keyword | „LinkForce“ oder „linkforce.io“ | Kaum Risiko |
| Compound (Brand + Keyword) | Markenname kombiniert mit beschreibendem Kontext | „LinkForce Linkaufbau-Service“ | Kaum Risiko |
| Generic | Unspezifische, nicht-aussagekräftige Begriffe | „hier klicken“, „mehr erfahren“, „weiter lesen“ | Kein SEO-Wert |
| Naked URL | Die rohe URL als Ankertext | „https://linkforce.io“ | Kaum Risiko |
| Bild / Alt-Text | Wenn ein Bild verlinkt ist, dient der Alt-Text als Ankertext | Alt=“Linkaufbau Guide 2026″ | Kein Signal bei leerem Alt-Text |
| Seitentitel | Der exakte Titel der verlinkten Seite | „Ankertext: Definition, Arten und Optimierung“ | Natürlich und risikoarm |
Ein gesundes Backlink-Profil enthält einen Mix aus diesen Typen. Eine universelle Formel gibt es nicht. Die exakte Verteilung hängt von Nische und Wettbewerb ab, weshalb Seiten in stark kompetitiven Bereichen mit vielen kommerziellen Akteuren meist deutlich höhere Brand-Ankertext-Anteile aufweisen als informationelle Nischen, in denen Seitentitel-Ankertexte und Partial-Match-Phrasen das Bild dominieren.
Harte Ankertexte (Exact Match und Partial Match) enthalten gezielt Keywords. Sie sind das stärkste Signal. Sie tragen aber auch das höchste Risiko, wenn sie überproportional eingesetzt werden. Natürliche Ankertexte (Brand, Naked URL, Generic, Seitentitel) entstehen organisch und signalisieren Google ein authentisches Linkprofil.
Ein Grundsatz, den man sich merken sollte: Harte Ankertexte sind bei internen Links vollkommen in Ordnung und risikolos. Anders sieht es bei externen Backlinks aus, denn dort führt eine Übergewichtung von Exact-Match-Ankertexten zu einem unnatürlichen Profil, das Google-Algorithmen erkennen und bestrafen können. Intern erlaubt, extern riskant.
Ankertext und SEO-Ranking: Warum er ein starkes Signal ist
Google nutzt Ankertexte seit den Anfängen des Internets als Relevanz-Signal. Das originale PageRank-Paper von 1998 beschrieb bereits, dass Suchmaschinen Ankertexte nutzen können, um den Inhalt einer verlinkten Seite zu verstehen, ohne sie erneut crawlen zu müssen. Dieses Grundprinzip gilt bis heute.
Jahrelang reichte es aus, viele Links mit exakt dem Ziel-Keyword als Ankertext aufzubauen. Das schuf systematische Anreize zur Manipulation. Im April 2012 reagierte Google mit dem Penguin-Algorithmus, der explizit gegen überoptimierte Ankertext-Profile vorging. Seiten mit unverhältnismäßig hohem Anteil an Exact-Match-Ankertexten wurden algorithmisch abgestraft, und seit 2016 ist Penguin Teil des Core-Algorithmus und läuft kontinuierlich, nicht mehr als gelegentliches Update. Kein Entkommen mehr.
John Mueller von Google hat in mehreren Statements bestätigt, dass Ankertexte Kontext über verlinkte Seiten liefern und ein echtes SEO-Signal darstellen. Der Effekt ist subtiler als frühere SEO-Annahmen vermuten ließen. Topical Authority und die thematische Breite eines Backlink-Profils sind langfristig entscheidender als die exakte Akkumulation von Keyword-Ankertexten.
Der praktische Schluss: Ankertexte sind ein reales Signal. Aggressive Optimierung liefert aber abnehmende Erträge und wächst zum Risiko. Das Ziel ist ein natürlich wirkendes, diverses Profil.
Ebenfalls relevant ist, dass nicht nur der Ankertext selbst, sondern auch der umgebende Text Relevanz-Signale überträgt. Google liest den Kontext um einen Link herum, um zu verstehen, worüber die verlinkende Seite spricht, weshalb ein Ankertext, der in einem thematisch passenden Absatz eingebettet ist, spürbar mehr Gewicht hat als derselbe Ankertext in einem thematisch irrelevanten Umfeld. Das erklärt, warum Link-Spam auf unpassenden Seiten selbst bei korrektem Ankertext wenig Wirkung erzielt. Kontext ist alles.
Rote Flaggen im Ankertext-Profil:
- Mehr als 15 bis 20 Prozent aller Dofollow-Linking-Domains verwenden denselben Exact-Match-Ankertext
- Die Top-5-Ankertexte sind alle leichte Variationen desselben Keywords (z. B. „Backlink aufbauen“, „Backlinks aufbauen“, „Backlink-Aufbau Service“)
- Kein einziger Brand-Ankertext im Profil: ein deutliches Zeichen, dass alle Links gezielt platziert wurden
- Häufung von Keyword-Ankertexten aus Links mit niedrigem Domain Rating, die auf Gastartikel-Netzwerke oder käufliche Links hindeuten
Interne vs. externe Ankertexte: Unterschiede und Optimierungsregeln
Interne Ankertexte: volle Kontrolle, kein Penguin-Risiko
Bei internen Links bestimmst du vollständig, welche Ankertexte du verwendest. Interne Verlinkungen unterliegen keinem Penguin-Risiko. Das bedeutet: Exact-Match- und Partial-Match-Ankertexte sind intern ausdrücklich empfehlenswert, weil sie Google helfen, die thematische Struktur deiner Website zu verstehen, ohne dass ein Algorithmus die Häufung als Manipulation wertet.
Wer eine Seite über „Linkaufbau-Strategien“ intern verlinkt, sollte „Linkaufbau-Strategien“ auch als Ankertext verwenden. Klingt simpel. Google liest diese internen Signale und leitet daraus ab, für welche Keywords die Seite relevant sein soll.
Für eine vollständige interne Ankertext-Analyse kannst du in Ahrefs Site Explorer unter dem Punkt „Anchors“ den Filter „Link type: Internal“ setzen. So siehst du, wie du deine eigenen Seiten durch interne Verlinkung gegenüber Google beschreibst.
Quick-Tipps für interne Ankertexte:
- Verwende beschreibende Partial-Match- oder Exact-Match-Phrasen, die das Thema der Zielseite klar benennen
- Vermeide generische Ankertexte wie „hier“ oder „mehr lesen“ bei internen Links
- Achte auf Konsistenz: Verlinke dieselbe Seite nicht einmal mit „Backlink aufbauen“ und einmal mit „Links generieren“
Externe Ankertexte: Diversifikation ist Pflicht
Externe Backlinks stammen von Drittseiten, über deren Formulierungen du oft keine direkte Kontrolle hast. Wo du Einfluss nehmen kannst, also bei Gastartikeln, Pressemitteilungen und Partnerprogrammen, solltest du auf Diversifikation setzen: Brand-Ankertexte, Naked URLs und Partial-Match-Phrasen verringern das Risiko eines überoptimierten Profils. Das ist keine Theorie, sondern gelebte Praxis bei jedem professionellen Linkbuilder.
Ein natürliches Backlink-Profil entsteht nicht dadurch, dass jeder Link ein anderes Ankertext-Muster bekommt, sondern dadurch, dass die Verteilung insgesamt einer organisch gewachsenen Verlinkungslandschaft ähnelt. Redakteure, die deine Inhalte empfehlen, verwenden natürlich deinen Markennamen oder zitieren deinen Seitentitel. Exakte Keyword-Phrasen kommen in natürlichen Verlinkungen schlicht seltener vor.
Quick-Tipps für externe Ankertexte:
- Priorisiere Brand- und Naked-URL-Ankertexte bei gezielt platzierten Links
- Setze Exact-Match-Ankertexte sparsam ein und bevorzuge hochwertige Quellen mit hohem Domain Rating
- Überwache regelmäßig dein Ankertext-Profil und erkenne früh, wenn einzelne Phrasen überproportional wachsen
Checkliste: 5 Regeln für interne Ankertexte
- Jeder interne Link erhält einen beschreibenden Ankertext, der das Thema der Zielseite nennt
- Generische Ankertexte („klicken Sie hier“, „mehr erfahren“) werden bei internen Links vermieden
- Dieselbe Zielseite wird mit konsistenten, ähnlichen Ankertexten verlinkt
- Verlinkte Bilder haben einen beschreibenden Alt-Text, der als Ankertext dient
- Die wichtigsten Pillar-Seiten erhalten die meisten internen Links mit keyword-nahen Ankertexten
Ankertext-Analyse: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Eine systematische Ankertext-Analyse dauert 30 bis 60 Minuten. Sie sollte vor jeder Linkaufbau-Kampagne durchgeführt werden und dann regelmäßig während laufender Kampagnen. Das Ergebnis ist ein klares Bild des aktuellen Profils, seiner Abweichungen von Wettbewerbern und der Ankertexte, die bei zukünftigen Placements priorisiert werden sollten.
- Ziel-Domain im Analyse-Tool aufrufen. Öffne Ahrefs Site Explorer (oder Screaming Frog für einen technisch orientierten Ansatz) und gib deine Domain oder die spezifische URL ein, die du analysieren möchtest.
- Ankertext-Report öffnen und Dofollow-Filter setzen. Klicke im linken Menü auf „Anchors“ und filtere auf Dofollow-Links. Nofollow-Ankertexte übertragen keinen PageRank und verzerren die Verteilung.
- Vollständige Liste als CSV exportieren. Lade den Ankertext-Report herunter. Der Export enthält Ankertext-Phrase, Backlink-Anzahl und Anzahl der Referring Domains. Sortiere nach Referring Domains, nicht nach Backlinks, denn eine einzige Domain, die 50-mal denselben Ankertext verwendet, bläht die Backlink-Zahl auf, während die Referring-Domain-Zahl ein realistischeres Bild liefert.
- Kategorisiere jeden Ankertext in der Export-Datei. Füge eine neue Spalte hinzu und ordne jeden Ankertext einer Kategorie zu: Exact Match, Partial Match, Brand, Generic, Naked URL, Compound, Bild/Leer.
- Prozentanteil der Referring Domains je Ankertext-Kategorie berechnen. Wie viel Prozent aller Dofollow-Linking-Domains verwenden Exact-Match-Phrasen? Wie viel Prozent Brand-Ankertexte? Diese Verteilung ist die Kern-Kennzahl der Analyse.
- Mit SERP-Benchmarks vergleichen. Ruf den Anchors-Report für die Top-5-Ranking-URLs deines Ziel-Keywords auf und erstelle dieselbe Kategorisierung. Dieser Vergleich zeigt, ob dein Profil im Rahmen des Wettbewerbs liegt oder auffällig abweicht.
- Alle Exact-Match- oder Partial-Match-Ankertexte mit mehr als 5 bis 10 Linking Domains markieren. Frage dich: Sind das organisch entstandene Links oder gezielt platzierte? Wenn ein Exact-Match-Ankertext über 15 bis 20 Prozent der Referring Domains ausmacht, ist das ein Warnsignal.
- Spam-Ankertexte markieren. Suche nach Ankertexten aus unverwandten Branchen (Pharma, Casino, Fremdsprache), URLs von offensichtlichen Spam-Seiten oder merkwürdigen Phrasen, die nichts mit dem Thema deiner Website zu tun haben. Diese stammen oft aus negativem SEO oder automatisiertem Link-Spam.
- Dilution Plan erstellen. Auf Basis der Analyse: Welche Ankertext-Typen sollen bei zukünftigen Placements priorisiert werden? Wenn Exact-Match überrepräsentiert ist, setze die nächsten Links mit Brand-, Naked-URL- oder generischen Ankertexten, bis das Verhältnis sich normalisiert.
Auf Überoptimierung testen
Die konkreten Warnsignale in der Ankertext-Analyse:
- Mehr als 15 bis 20 Prozent der Dofollow-Referring-Domains nutzen dieselbe Exact-Match-Phrase
- Die fünf häufigsten Ankertexte sind alle Keyword-Varianten, kein einziger Brand-Anker
- Die Keyword-Ankertexte stammen überwiegend von Domains mit niedrigem Domain Rating (unter DR 30), was auf Gastartikel-Netzwerke oder käufliche Links hindeutet
Negativen SEO erkennen: Spam-Ankertexte identifizieren
Negativer SEO durch Spam-Backlinks kommt seltener vor als früher, existiert aber weiterhin. Filtere im Anchors-Report nach kürzlich hinzugefügten Links und prüfe die Ankertext-Spalte auf verdächtige Muster:
- Pharma-Keywords wie „viagra“ oder „online pharmacy“ in Ankertexten, die nichts mit deiner Seite zu tun haben
- Casino- und Glücksspiel-Phrasen aus offensichtlich irrelevanten Quellen
- Fremdsprachige Exact-Match-Ankertexte, die thematisch nichts mit deiner Website gemeinsam haben
- Rohe URLs von Spam-Seiten als Ankertext, typisch für automatisierten Link-Spam
Wenn du ein klares Muster solcher Ankertexte erkennst, die in einem kurzen Zeitraum aufgetaucht sind, erstelle eine Disavow-Datei und reiche sie über die Google Search Console ein. Das Analyse-Tool selbst kann keine Disavow-Dateien einreichen. Es liefert aber die Grundlage für die Liste der verdächtigen Domains, und das reicht.
Eine gesunde Ankertext-Strategie aufbauen
Eine erfolgreiche Ankertext-Strategie beginnt nicht mit einer Formel, sondern mit einer Diagnose. Pauschale Empfehlungen wie „5 Prozent Exact Match, 30 Prozent Brand“ spiegeln nicht wider, wie Google Linkprofile tatsächlich bewertet. Der richtige Ansatz ist kontextabhängig. Er beginnt immer im SERP.
SERP zuerst: Ankertext-Profile der Top-5 vergleichen
Bevor du eine Linkaufbau-Kampagne startest, ruf den Anchors-Report für die fünf bestplatzierten URLs für dein Ziel-Keyword auf. Schau dir an:
- Welchen ungefähren Anteil Exact-Match-, Brand- und Partial-Match-Ankertexte haben
- Ob einzelne Seiten besonders aggressive Keyword-Profile aufweisen und ob das mit ihrer Platzierung korreliert
- In welchem DR-Bereich die Domains liegen, die Keyword-Ankertexte setzen
Diese SERP-kalibrierte Analyse liefert die Ausgangsbasis. Wenn alle Top-5-Seiten hauptsächlich Brand-Ankertexte haben, ist die Nische keine, in der Keyword-Anker ein echter Ranking-Hebel sind, und wenn moderate Keyword-Profile vorhanden sind, gibt es mehr Spielraum. Dieser SERP-first-Ansatz ist die Grundlage jeder soliden Linkaufbau-Outreach-Kampagne.
Ein konkretes Beispiel: Die Seite auf Platz 1 hat nur 8 Prozent Exact-Match-Ankertexte und rangiert trotzdem. Starkes Signal. Das zeigt, dass der Algorithmus in dieser Nische andere Faktoren höher gewichtet. Wenn Seite 1 hingegen 25 Prozent Exact-Match aufweist, zeigt das, dass die Nische toleranter gegenüber aggressiveren Profilen ist. Trotzdem gilt: Korrelation ist keine Kausalität. Die Seite rankt möglicherweise trotz und nicht wegen ihres Ankertext-Profils.
Die Authority-Aggression-Skala
Je höher das Domain Rating (DR) der verlinkenden Domain, desto mehr Spielraum gibt es für keyword-reiche Ankertexte. Das Prinzip ist einfach.
- DR 80, redaktioneller Link aus einer großen Publikation mit Exact-Match-Anker: Relativ sicher und potenziell wertvoll. Starke Domains verleihen auch harten Ankertexten Glaubwürdigkeit.
- DR 20, Gastartikel-Seite mit Exact-Match-Anker in großem Volumen: Schon ein Dutzend solcher Links mit demselben Ankertext sind ein klares Footprint-Risiko. Spam-Erkennung ist genau auf diese Kombination ausgerichtet.
Schwache Quellen mit harten Ankertexten ist die Kombination, die algorithmische Bestrafung anzieht. Das Ankertext-Volumen immer an der Qualität der Linkquelle orientieren.
Do’s bei der Ankertext-Strategie:
- SERP-Analyse für jedes Ziel-Keyword vor dem Start einer Linkaufbau-Kampagne durchführen
- Ankertext-Mix diversifizieren: Brand, Naked URL und Partial-Match priorisieren
- Intern konsequent beschreibende Ankertexte einsetzen
- Das Ankertext-Profil regelmäßig auditieren und Überrepräsentation früh korrigieren
Don’ts bei der Ankertext-Strategie:
- Denselben Exact-Match-Ankertext in großem Volumen auf schwachen Linkquellen setzen
- Alle Placements mit derselben Keyword-Phrase ankern
- Generische Ankertexte bei internen Links verwenden
- Alt-Texte bei verlinkten Bildern leer lassen
Dilution Plan: Welche Ankertexte priorisieren?
Wenn dein Ankertext-Audit einen überrepräsentierten Exact-Match-Anteil zeigt, erstelle einen Dilution Plan für die nächsten Linkplacements:
- Priorisiere Brand-Ankertexte (Markenname, Domain) für die nächsten 30 bis 50 Prozent aller neuen Links
- Setze Naked URLs („https://domain.de/seite“) als neutrale Alternative
- Nutze Partial-Match-Phrasen, die das Keyword enthalten, aber in natürlichen Satzkontexten eingebettet sind
- Halte Exact-Match-Placements vorerst zurück, bis der Anteil unter 15 Prozent fällt
- Überprüfe das Profil erneut nach 30 bis 60 neuen Backlinks
Häufige Ankertext-Fehler und wie du sie erkennst
- Überoptimiertes Exact-Match-Profil: Mehr als 15 bis 20 Prozent aller Dofollow-Linking-Domains verwenden dieselbe Keyword-Phrase. Im Anchors-Report erkennbar, wenn eine einzelne Exact-Match-Phrase ganz oben thront und keinen Brand-Charakter hat. Das häufigste Problem. Es entsteht fast immer bei aktiven Linkbuilding-Kampagnen ohne Ankertext-Kontrolle.
- Zu wenig Variation: Die fünf häufigsten Ankertexte sind alle leichte Variationen desselben Keywords (Beispiel: „bestes Girokonto“, „bestes Girokonto 2026“, „Girokonto-Vergleich bestes“). Echte redaktionelle Links verwenden vielfältige Formulierungen, und eine solche Häufung wirkt nicht wie organisch gewachsene Verlinkungen, sondern wie ein koordiniertes Placement-Schema.
- Aggressive Ankertexte auf schwachen Quellen: Exact-Match-Ankertexte von DR-20-Gastartikel-Seiten in großer Zahl ist genau die Kombination, auf die Spam-Erkennung ausgerichtet ist. Mache im Backlinks-Report einen Drilldown auf den verdächtigen Ankertext und prüfe die DR-Verteilung der verlinkenden Domains. Wenn hauptsächlich schwache Domains diesen Anker setzen, ist das ein klares Risiko.
- Leere Alt-Attribute bei verlinkten Bildern: Fehlt der Alt-Text, geht das topische Signal verloren, das der Link sonst übertragen würde. Im Anchors-Report erscheinen leere Alt-Texte oft als „[image]“ oder als leere Einträge. Jedes verlinkte Bild sollte einen beschreibenden Alt-Text tragen, der das Thema der Zielseite widerspiegelt.
Häufige Fragen zu Ankertexten
Ist ein Ankertext ein Ranking-Faktor?
Ja. Google nutzt Ankertexte, um den Inhalt und die thematische Relevanz der verlinkten Seite zu verstehen. John Mueller von Google hat das in mehreren Statements bestätigt. Ankertexte liefern Kontext über die Zielseite und sind ein echtes SEO-Signal, wobei der Effekt von Exact-Match-Ankertexten real ist, aber subtiler als früher angenommen, weil Topische Relevanz und Domain Authority in der Gesamtbewertung eine größere Rolle spielen als die präzise Akkumulation von Keyword-Ankertexten.
Wie viele Exact-Match-Ankertexte sind zu viele?
Einen universellen Grenzwert gibt es nicht. Als Daumenregel gilt: Wenn mehr als 15 bis 20 Prozent deiner Dofollow-Referring-Domains denselben Exact-Match-Ankertext verwenden, ist das ein Warnsignal. In wettbewerbsintensiven Nischen kann dieser Wert höher liegen. In Nischen, in denen die SERP-Spitze hauptsächlich Brand-Ankertexte aufweist, brauchst du noch weniger. Der SERP-Vergleich ist immer der präzisere Maßstab.
Können Bilder einen Ankertext haben?
Ja. Wenn ein Bild als Link verwendet wird, dient der Alt-Text des Bildes als Ankertext. Das bedeutet: Ein verlinktes Bild ohne Alt-Text überträgt zwar Link-Autorität, aber kein topisches Signal. Google kann den Inhalt eines verlinkten Bildes nicht direkt lesen, weshalb der Alt-Text ihm den nötigen Kontext gibt und beschreibende Alt-Texte bei allen verlinkten Bildern deshalb sowohl für SEO als auch für Barrierefreiheit wichtig sind.
Kann ein schlechtes Ankertext-Profil das Ranking schädigen?
Ja. Googles Penguin-Algorithmus, der seit April 2012 aktiv ist und seit 2016 kontinuierlich als Teil des Core-Algorithmus läuft, wurde explizit entwickelt, um überoptimierte Ankertext-Profile zu erkennen und zu bestrafen. Ein hoher Anteil an Exact-Match-Keyword-Ankertexten, besonders von schwachen oder erkennbar gekauften Quellen, ist ein etabliertes Risiko. Die Lösung bei einem bereits überoptimierten Profil ist nicht das Entfernen der Backlinks, sondern ein Dilution Plan: zukünftige Links mit Brand- und Naked-URL-Ankertexten setzen, bis das Verhältnis sich normalisiert.
Wie finde ich heraus, mit welchen Ankertexten meine Seite verlinkt wird?
Der einfachste Weg ist der Anchors-Report in Ahrefs. Site Explorer aufrufen, Domain oder URL eingeben, links im Menü auf „Anchors“ klicken, den Filter auf Dofollow setzen und nach Referring Domains sortieren. Screaming Frog bietet eine Alternative für technisch orientierte Analysen und kann in Kombination mit der Google Search Console auch interne Ankertexte systematisch erfassen. Für eine vollständige Diagnose empfiehlt sich ein CSV-Export und eine manuelle Kategorisierung nach den oben beschriebenen Typen.
Macht es einen Unterschied, ob ein Link Dofollow oder Nofollow ist, was den Ankertext angeht?
Ja, für Ranking-Zwecke ist der Unterschied erheblich. Dofollow-Links übertragen PageRank und das Ankertext-Signal. Nofollow-Links (gekennzeichnet mit `rel=“nofollow“`) wurden lange Zeit als vollständig ignoriert betrachtet, doch seit 2019 behandelt Google Nofollow-Attribute als Hinweis statt als harte Anweisung, sodass das Signal trotzdem teilweise fließen kann. Für dein Ankertext-Audit solltest du dennoch Dofollow-Links als primäre Datenbasis verwenden, weil diese den größten Einfluss auf dein Ranking-Profil haben und Nofollow-Ankertexte in der Verteilung zu lassen das Bild verzerrt und zu falschen Schlüssen über das tatsächliche Risikoprofil führt.