PR-Outreach: Der praktische Leitfaden für Journalisten-Pitches und Medienarbeit

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Was ist PR-Outreach?

PR-Outreach bezeichnet den gezielten Kontakt zu Journalisten, Redaktionen und Influencern mit dem Ziel, redaktionelle Berichterstattung, Markenerwähnungen und hochwertige Backlinks zu gewinnen. Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff oft synonym mit Media Outreach oder Medienarbeit verwendet, gemeint ist in allen Fällen dieselbe Tätigkeit: Du sprichst jemanden mit redaktioneller Reichweite an und machst plausibel, warum deine Geschichte für sein Publikum relevant ist.

Anders als klassische Pressearbeit, die häufig breit gestreute Pressemitteilungen verschickt, ist PR-Outreach gezielt und persönlich. Es geht nicht darum, möglichst viele Kontakte zu erreichen, sondern die richtigen. Erfolgreiche PR-Outreach-Kampagnen setzen voraus, dass du die Journalisten, ihre Themenschwerpunkte und ihre bevorzugte Ansprache kennst, bevor die erste E-Mail überhaupt verschickt wird.

Der Erfolg hängt von drei Faktoren ab: Recherche, Timing und einer Geschichte, die tatsächlich einen Nachrichtenwert hat. Fehlt einer dieser Faktoren, bleibt selbst die bestgeschriebene Anfrage unbeantwortet. Gute PR-Outreach-Kampagnen bauen zudem langfristige Beziehungen zu Medienkontakten auf, statt bei jeder Kampagne wieder bei null anzufangen.

Welche Arten von PR-Outreach gibt es?

PR-Outreach lässt sich grob in vier Kategorien einteilen, die sich in Auslöser, Tempo und Zielsetzung unterscheiden. Die meisten Unternehmen kombinieren im Laufe eines Jahres mehrere Formen, je nachdem, ob sie eine eigene Geschichte platzieren oder auf eine bestehende reagieren wollen. Welche Kategorie im Einzelfall passt, hängt weniger von der Branche ab als von der Frage, ob gerade eine eigene Story existiert oder ob es darum geht, auf ein bereits laufendes Thema aufzuspringen.

Infografik zu den 4 Arten von PR Outreach: proaktive Medienarbeit, reaktive Medienarbeit, Digital PR und Influencer Outreach
  • Proaktive Medienarbeit: Du gehst selbst mit einer Story auf Journalisten zu, etwa mit einer eigenen Studie, einem Produktlaunch oder einer Marktbeobachtung. Diese Form verlangt die meiste Vorbereitung, liefert aber auch die planbarsten Ergebnisse, weil du Timing und Zielgruppe selbst bestimmst.
  • Reaktive Medienarbeit: Hier reagierst du auf eine bereits laufende Berichterstattung, etwa indem du dich als Expertin oder Experte für ein aktuelles Thema anbietest. Journalistenanfragen auf LinkedIn und in spezialisierten Netzwerken spielen dabei eine wachsende Rolle.
  • Digital PR: Eine Sonderform, die Outreach explizit mit SEO-Zielen verbindet. Im Mittelpunkt stehen Inhalte, die von Natur aus verlinkenswert sind, etwa Datenstudien, interaktive Tools oder Umfragen, die anschließend gezielt an Journalisten und Redaktionen herangetragen werden.
  • Influencer-Outreach: Statt klassischer Redaktionen sprichst du Creator und Meinungsführer auf Social-Media-Plattformen an. Die Mechanik ähnelt der journalistischen Ansprache, die Reichweite entsteht aber über Kanäle statt über Publikationen.

In der Praxis verschwimmen die Grenzen oft. Eine Digital-PR-Kampagne kann proaktiv gestartet werden und im Verlauf reaktive Anfragen von Journalisten nach sich ziehen, die durch die ursprüngliche Studie erst auf das Thema aufmerksam wurden. Ein Softwareunternehmen, das eine eigene Marktstudie veröffentlicht, betreibt damit im Kern proaktive Medienarbeit, sammelt aber häufig zusätzliche reaktive Anfragen ein, sobald die ersten Artikel erschienen sind und weitere Redaktionen auf das Thema aufmerksam werden. Wer diese Wechselwirkung von Anfang an mitdenkt, plant Kapazität für beide Fälle ein, statt nach der ersten Welle überrascht zu sein.

Warum ist PR-Outreach für dein Unternehmen wichtig?

PR-Outreach lohnt sich, weil redaktionelle Erwähnungen eine Glaubwürdigkeit erzeugen, die sich mit bezahlter Werbung kaum kaufen lässt. Wenn eine Journalistin oder ein Journalist über dein Unternehmen schreibt, übernimmt die Publikation implizit eine gewisse Bürgschaft für die Relevanz deiner Geschichte, und diese Empfehlung wirkt bei Lesern anders als eine Anzeige. Diese Wirkung lässt sich in aller Regel weder durch eine gekaufte Anzeige noch durch einen bezahlten Kooperationsbeitrag erzielen, weil beide für Leserinnen und Leser als Werbung erkennbar bleiben.

  • Markenbekanntheit in relevanten Zielgruppen: Eine Erwähnung in einer Fachpublikation erreicht genau die Leser, die sich bereits für dein Themenfeld interessieren, deutlich zielgerichteter als breit gestreute Werbung.
  • Vertrauen und Glaubwürdigkeit: Redaktionell geprüfte Inhalte genießen bei Lesern ein höheres Vertrauen als gesponserte Beiträge, weil die Auswahl unabhängig getroffen wurde.
  • Backlinks und organischer Traffic: Journalistische Erwähnungen bringen häufig einen Link auf deine Website mit sich, und dieser Link ist redaktionell gesetzt statt gekauft oder getauscht. Genau solche Links wirken sich langfristig positiv auf deine Sichtbarkeit in Suchmaschinen aus, weil Suchmaschinen Wert auf die Herkunft und Einbettung eines Links legen. Wer diesen Effekt systematisch nutzen will, findet in Tools wie LinkForce eine Möglichkeit, den Erfolg von PR-Outreach-Kampagnen direkt mit der Backlink-Entwicklung der eigenen Domain abzugleichen.
  • Langfristige Medienbeziehungen: Wer wiederholt gut recherchierte Anfragen schickt, baut sich über die Zeit ein Netzwerk an Journalisten auf, die bei künftigen Themen von sich aus nachfragen, statt selbst jedes Mal aktiv angesprochen werden zu müssen.
  • Kosteneffizienz im Vergleich zu bezahlten Kampagnen: Eine einzelne gelungene Platzierung kann über Monate hinweg Traffic und Erwähnungen liefern, während eine Werbeanzeige mit dem Ende des Budgets verschwindet und keine bleibende Spur hinterlässt.

Diese Effekte verstärken sich gegenseitig. Mehr Sichtbarkeit führt zu mehr Anfragen von Journalisten, und mehr Erwähnungen erleichtern die nächste Platzierung. Unternehmen, die PR-Outreach über mehrere Quartale hinweg konsequent betreiben, berichten deshalb häufig von einem Schneeballeffekt: Die zehnte Kampagne braucht in der Regel weniger Recherchezeit als die erste, weil ein Teil der Medienkontakte bereits besteht.

Wie funktioniert PR-Outreach in der Praxis? Schritt für Schritt

PR-Outreach folgt in der Praxis einem wiederkehrenden Ablauf: von der Zielgruppenanalyse über die persönliche Ansprache bis zum Nachfassen. Ein sauberer Durchlauf dieser Schritte erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Veröffentlichung deutlich, unabhängig davon, ob es um eine einzelne Anfrage oder eine ganze Kampagne geht.

Infografik: PR Outreach Prozess in 7 Schritten von der Zielgruppenanalyse bis zur Veröffentlichung

Schritt 1: Zielgruppenanalyse und Recherche

Am Anfang steht nicht die E-Mail, sondern die Frage, wer überhaupt über dein Thema schreibt. Starte bei den Publikationen, nicht bei einzelnen Namen: Welche Fachmedien, Wirtschaftsressorts oder Branchenblogs liest deine Zielgruppe? Titel wie Handelsblatt, WirtschaftsWoche, t3n oder Gründerszene decken je nach Branche unterschiedliche Themenfelder ab, und innerhalb jeder Redaktion schreiben meist einzelne Fachjournalisten regelmäßig über dieselben Themenbereiche.

Google News hilft bei dieser Zielgruppenanalyse: Suche nach deinen Kernbegriffen und filtere auf die letzten Wochen. Namen, die wiederholt auftauchen, sind deine ersten Ansprechpartner. LinkedIn ergänzt das Bild um aktuelle Positionen und bisherige Themenschwerpunkte.

Schritt 2: Medienliste aufbauen

Aus der Recherche entsteht eine Medienliste, idealerweise mit 15 bis 25 Kontakten pro Kampagne. Weniger Kontakte liefern selten genug Berichterstattung, um eine Kampagne als Erfolg zu werten, mehr Kontakte lassen sich kaum noch einzeln personalisieren.

Vor der ersten Anfrage lohnt sich ein Blick auf drei bis fünf aktuelle Artikel jedes Kontakts. Das zeigt, welche Themen tatsächlich behandelt werden, welche Formate bevorzugt werden, etwa Datenstorys, Interviews oder Produkttests, und welche Themen bewusst ausgespart bleiben.

Schritt 3: Personalisierung statt Massenversand

Jede Anfrage sollte so wirken, als sei sie für genau diese eine Person geschrieben, weil die erfolgreichen Anfragen das in der Regel auch sind. Ein Verweis auf einen konkreten früheren Artikel der Journalistin oder des Journalisten reicht oft schon aus, um sich von der Masse der Anfragen im Posteingang abzuheben.

Verzichte darauf, mehrere Empfänger in derselben E-Mail anzuschreiben. Cc-Listen mit mehreren Redaktionen wirken sofort wie Massenversand, selbst wenn der Inhalt eigentlich passend wäre.

Schritt 4: Die Pitch-Struktur

Eine funktionierende PR-Outreach-Anfrage folgt meist einem Vier-Absatz-Aufbau. Der erste Absatz nennt die Geschichte und knüpft, wenn möglich, an einen bereits veröffentlichten Artikel an. Der zweite Absatz formuliert das konkrete Angebot, etwa ein Interview, ein Datensatz oder ein Expertenzitat. Der dritte Absatz erklärt, warum das Thema für die Leserschaft der Publikation relevant ist, nicht für das eigene Unternehmen. Der vierte Absatz schließt mit Kontaktdaten und einem klaren nächsten Schritt.

Die Betreffzeile entscheidet oft schon, ob die Anfrage überhaupt geöffnet wird. Sie sollte die Geschichte benennen, nicht die Firma, und Wörter wie exklusiv oder wichtig vermeiden, die eher nach Spam klingen.

Schritt 5: Timing und Newsjacking

Aktuelle Anfragen schlagen evergreen Themen fast immer. Wenn eine Journalistin gerade über eine Gesetzesänderung, eine Marktentwicklung oder ein Branchenereignis schreibt, braucht sie schnell passende Quellen. Eine Anfrage, die genau an diesem Tag mit einer relevanten Einordnung kommt, hat bessere Chancen als eine Kampagne, die über Wochen vorbereitet wurde.

Newsjacking funktioniert nur, wenn der Bezug echt ist. Google Alerts und Branchennewsletter helfen dabei, relevante Entwicklungen früh zu erkennen und schnell zu reagieren, bevor andere Unternehmen dieselbe Story pitchen.

Schritt 6: Nachfassen, ohne aufdringlich zu wirken

Die meiste Berichterstattung entsteht nicht durch die erste E-Mail allein. Ein einziges, gut getimtes Nachfassen nach etwa drei bis fünf Werktagen erinnert an die ursprüngliche Anfrage, ohne aufdringlich zu wirken. Beim Nachfassen sollte immer etwas Neues dazukommen, etwa ein zusätzlicher Datenpunkt oder ein aktueller Bezug, statt nur nachzufragen, ob die E-Mail angekommen ist.

Zwei Nachfassaktionen sind in der Regel die Obergrenze. Meldet sich eine Journalistin danach nicht, ist das Thema für diese Kampagne durch, nicht zwangsläufig die Beziehung insgesamt.

Schritt 7: Geduld und langfristige Beziehungspflege

PR-Outreach zahlt sich selten sofort aus. Journalisten merken sich Absender, die gut recherchierte, relevante Anfragen schicken, auch wenn eine einzelne Anfrage einmal ins Leere läuft. Wer gelegentlich auf Artikel reagiert, sie teilt oder kommentiert, ohne dabei etwas zu pitchen, baut über Monate eine Beziehung auf, die sich bei der nächsten Kampagne auszahlt.

Genau diese Geduld unterscheidet nachhaltige PR-Outreach-Arbeit von einmaligen Kampagnen ohne Anschlusswirkung.

Checkliste vor dem Versand:

  • Zielgruppenanalyse abgeschlossen, Themenschwerpunkte der Kontakte geprüft
  • Medienliste mit 15 bis 25 passenden Journalisten steht
  • Jede Anfrage individuell personalisiert, keine Cc-Listen
  • Betreffzeile nennt die Geschichte, nicht das Unternehmen
  • Follow-up-Termin nach drei bis fünf Werktagen eingeplant

Beispiel: Eine erfolgreiche PR-Outreach-E-Mail

Ein gutes Beispiel zeigt oft mehr als jede Regel. Die folgende E-Mail ist ein vollständiges Beispiel für einen gelungenen PR-Outreach-Pitch, der sich an den in diesem Artikel beschriebenen Prinzipien orientiert: eine kurze und präzise Betreffzeile mit Nachrichtenwert, klarer Fokus auf die Geschichte statt auf das Unternehmen, und ein präziser Call-to-Action am Ende.

Ausgangssituation: Ein B2B-Softwareunternehmen hat eine eigene Umfrage unter 400 Angestellten in Deutschland durchgeführt und möchte die Ergebnisse an eine Journalistin platzieren, die regelmäßig über New-Work-Themen schreibt.

Betreff: Neue Umfrage: Jede dritte Fachkraft meidet Videocalls nach 16 Uhr

Hallo Frau Meier,

Ihr Artikel über Zoom-Müdigkeit im Homeoffice hat mich neugierig gemacht, wie stark sich das Problem in Zahlen ausdrückt. Wir haben deshalb 400 Angestellte in Deutschland befragt.

Das zentrale Ergebnis: Jede dritte Fachkraft vermeidet aktiv Videocalls nach 16 Uhr, weil die Konzentration spürbar nachlässt. Gerne teile ich den vollständigen Datensatz oder vermittle ein Gespräch mit unserer Studienleiterin für ein Zitat.

Wäre das etwas für einen Ihrer nächsten Beiträge?

Viele Grüße
Jonas Weber
Head of Communications, [Unternehmen]
jonas.weber@unternehmen.de, 030 1234567

Die Struktur folgt bewusst dem Vier-Absatz-Prinzip aus dem vorherigen Abschnitt: Anknüpfung an einen bereits veröffentlichten Artikel, ein konkretes Ergebnis, ein klares Angebot und ein direkter nächster Schritt. Die gesamte Nachricht bleibt unter 150 Wörtern, weil Journalisten im Posteingang selten mehr Zeit haben.

Drei Details verdienen besondere Aufmerksamkeit. Die Betreffzeile enthält bereits das zentrale Ergebnis der Umfrage, sodass sie auch ohne Öffnen der E-Mail einen Nachrichtenwert transportiert. Der erste Satz bezieht sich konkret auf einen Artikel der Empfängerin, nicht auf eine allgemeine Floskel wie „ich folge Ihrer Arbeit schon lange“. Und das Angebot am Ende ist eindeutig formuliert, entweder der vollständige Datensatz oder ein Zitat, nicht beides gleichzeitig und nicht noch drei weitere Optionen obendrauf.

Die besten Tools für PR-Outreach im Vergleich

Die Wahl des richtigen Tools hängt vor allem davon ab, wie systematisch du PR-Outreach betreibst. Für gelegentliche Kampagnen reichen kostenlose Recherchewege wie LinkedIn oder Google News aus, für Teams mit regelmäßigem Volumen lohnt sich eine dedizierte Plattform. Die fünf hier verglichenen Tools decken zusammen die gängigsten Anwendungsfälle ab, von der reinen Kontaktsuche bis zur vollständigen Kampagnensteuerung, und lassen sich grob nach Teamgröße und Rechercheaufwand voneinander abgrenzen.

ToolKategorieEinsatzbereichBesonderheit
Muck RackMedien-DatenbankJournalistenrecherche nach Themengebiet und PublikationGroße Datenbank mit Suche nach Beat und aktueller Berichterstattung
CisionEnterprise-Medien-DatenbankGroße Teams mit hohem KontaktvolumenVerifizierte Kontaktdaten und breite internationale Abdeckung
ProwlyMedien-Datenbank plus CRMMittelgroße PR-TeamsKombiniert Journalistensuche mit Pitch-Tracking und Newsroom-Funktion
PrezlyNewsroom-PublishingTeams mit regelmäßigem PressemitteilungsversandVerbindet Medienkontaktverwaltung mit einer eigenen Newsroom-Seite
Hunter.ioKontaktrechercheEinzelne Kontakte oder kleine Kampagnen verifizierenFindet und verifiziert E-Mail-Adressen anhand von Domainnamen

Muck Rack und Cision zählen zu den etabliertesten Medien-Datenbanken für die Kontaktrecherche. Beide erlauben die Suche nach Journalisten anhand von Themengebiet, Publikation und bisheriger Berichterstattung, was den Aufbau von Medienlisten erheblich beschleunigt. Der Funktionsumfang richtet sich eher an Teams, die regelmäßig und in größerem Umfang recherchieren.

Prowly positioniert sich zwischen Medien-Datenbank und klassischem CRM. Neben der Journalistensuche bietet die Plattform eine Newsroom-Funktion und ein Pitch-Tracking, mit dem sich nachvollziehen lässt, wer eine Anfrage geöffnet hat. Prezly setzt einen anderen Schwerpunkt: Die Software konzentriert sich auf das Veröffentlichen von Pressemitteilungen über eine eigene Newsroom-Seite und eignet sich besonders für Teams, die Medienarbeit und Content-Distribution kombinieren.

Screenshot der Prowly Startseite, einem Tool für PR Outreach und Medienarbeit

Hunter.io deckt einen schmaleren, aber häufig benötigten Teilbereich ab: die reine Kontaktrecherche. Statt einer vollständigen Medien-Datenbank findet und verifiziert das Tool E-Mail-Adressen anhand von Domainnamen, praktisch, wenn ein konkreter Journalist bereits feststeht und nur die Kontaktdaten fehlen.

Für kleinere Teams oder einzelne Kampagnen lohnt sich der Blick auf kostenlose Wege, bevor eine kostenpflichtige Outreach-Software angeschafft wird. LinkedIn zeigt aktuelle Arbeitgeber und Themenschwerpunkte, Google News liefert tagesaktuelle Bylines zu jedem Suchbegriff. Erst wenn das Volumen an Kampagnen wächst, amortisiert sich eine dedizierte Plattform durch die eingesparte Rechercheszeit.

Wichtig bei jeder Entscheidung bleibt der Funktionsumfang zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses, denn Outreach-Software entwickelt sich schnell weiter, und einzelne Funktionen verschieben sich immer wieder zwischen den Anbietern. Ein aktueller Blick auf die jeweilige Produktseite lohnt sich deshalb auch dann, wenn ein Tool bereits aus früheren Kampagnen bekannt ist.

Häufige Fehler beim PR-Outreach und wie du sie vermeidest

Die meisten gescheiterten PR-Outreach-Kampagnen scheitern nicht an der Idee, sondern an vermeidbaren handwerklichen Fehlern. Die folgenden fünf Fehler tauchen in der Praxis am häufigsten auf, jeweils mit der passenden Korrektur. Die gute Nachricht dabei: Alle fünf lassen sich mit etwas mehr Sorgfalt in der Vorbereitung vollständig vermeiden, ohne dass dafür zusätzliches Budget nötig wäre.

  • Massenversand an eine ungefilterte Liste: Wer dieselbe Nachricht an hunderte Kontakte schickt, erreicht selten die passenden Journalisten und wird schnell als Spam markiert. Auch technisch fällt Massenversand oft auf, etwa wenn alle Empfänger dieselbe generische Anrede erhalten. Die Lösung ist eine kleinere, sorgfältig recherchierte Liste von 15 bis 25 Kontakten, die tatsächlich zum Thema passen.
  • Unpersönlicher Pitch ohne erkennbare Recherche: Anfragen, die erkennbar an jeden Empfänger gleich verschickt wurden, wirken austauschbar und werden meist ungelesen gelöscht. Ein Verweis auf einen konkreten, kürzlich erschienenen Artikel der Journalistin oder des Journalisten macht sofort den Unterschied und zeigt, dass tatsächlich recherchiert wurde.
  • Fehlende oder falsche Zielgruppenanalyse: Eine Finanz-Geschichte an eine Lifestyle-Redaktion zu schicken, verschwendet die eigene Zeit und die der Redaktion, selbst wenn die Geschichte an anderer Stelle gut ankommen würde. Vor dem Versand lohnt sich ein Blick auf die letzten drei bis fünf Artikel jedes Kontakts.
  • Zu lange, mit Informationen überladene E-Mails: Ausführliche Firmenhistorien und mehrere Anliegen in einer Nachricht verwässern die eigentliche Story und zwingen die Leserin dazu, sich den eigentlichen Punkt selbst herauszusuchen. Eine Anfrage sollte einen klaren Kern haben und unter 200 Wörtern bleiben.
  • Kein Follow-up oder zu aggressives Nachfassen: Wer nach der ersten E-Mail nie wieder nachfasst, lässt viele Chancen liegen, wer täglich nachhakt, wirkt aufdringlich und riskiert, ganz aus dem Verteiler gestrichen zu werden. Ein einziges, gut getimtes Follow-up nach einigen Werktagen mit einem neuen Aufhänger ist der bessere Mittelweg.

Wer diese fünf Fehler konsequent vermeidet, verbessert die Antwortquote spürbar, ohne den Aufwand pro Kampagne zu erhöhen. Die meisten Korrekturen kosten nicht mehr Zeit, sondern nur eine andere Reihenfolge: erst recherchieren, dann kürzen, erst danach verschicken.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen PR-Outreach und klassischem Linkbuilding-Outreach?

PR-Outreach zielt darauf ab, redaktionelle Berichterstattung bei Journalisten und Publikationen zu gewinnen, ein Backlink entsteht dabei als Nebenprodukt einer echten Erwähnung. Linkbuilding-Outreach spricht dagegen gezielt Website-Betreiber an, um über Gastbeiträge, Ressourcenseiten oder Linkeinfügungen einen Link zu vereinbaren. Beide Disziplinen nutzen personalisierte E-Mails, unterscheiden sich aber in Zielgruppe und Erfolgsmessung: PR-Outreach gewinnt Links von Nachrichtenseiten und Fachpublikationen, Linkbuilding-Outreach eher von Blogs und Nischenseiten. Beide Ansätze ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht.

Wie viele Journalisten sollte man gleichzeitig anschreiben?

Für eine einzelne Kampagne sind 15 bis 25 Journalisten ein sinnvoller Rahmen. Weniger Kontakte liefern zu wenig Streuung für spürbare Ergebnisse, deutlich mehr Kontakte lassen sich kaum noch einzeln personalisieren, und genau das merken Journalisten sofort.

Was ist eine gute Antwortquote bei PR-Outreach?

Eine zweistellige Antwortquote gilt in der Branche als solide Zielmarke für gut ausgerichtetes PR-Outreach. Bleibt die Quote im niedrigen einstelligen Bereich, deutet das meist auf ein Zielgruppenproblem hin: Die angeschriebenen Journalisten passen thematisch nicht zur Geschichte, oder der Aufhänger ist nicht stark genug, um in einem vollen Posteingang aufzufallen. In diesem Fall lohnt es sich, zuerst die Medienliste zu überarbeiten, statt nur den Text der E-Mail anzupassen.

Wie lang sollte eine PR-Outreach-E-Mail sein?

Halte den Pitch zwischen 100 und 200 Wörtern. Die meisten Journalisten bevorzugen kurze Anfragen, und Kürze signalisiert Respekt vor ihrer Zeit. Betreffzeile und erster Satz leisten den größten Teil der Arbeit. Wenn sich der Fall nicht in 200 Wörtern machen lässt, braucht der Aufhänger meist mehr Schärfe, nicht mehr Text.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um PR-Outreach-E-Mails zu versenden?

Dienstag bis Donnerstag am Vormittag gilt als verlässlichster Zeitraum. Montags ist der Posteingang oft noch vom Wochenende überfüllt, freitags gehen Anfragen leicht im Vorlauf zum Wochenende unter. Geht es allerdings um eine tagesaktuelle Geschichte oder ein echtes Newsjacking-Thema, zählt die Relevanz mehr als der Wochentag, und die Anfrage sollte sofort raus.