Link Reclamation: Verlorene Backlinks zurückgewinnen (2026)

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Link Reclamation ist der Prozess, verlorene Backlinks gezielt zurückzugewinnen. Gemeint sind Links, die früher auf deine Website verwiesen und inzwischen entfernt, gelöscht oder defekt sind. Du kontaktierst den Websitebetreiber und bittest darum, den ursprünglichen Link wiederherzustellen oder auf die aktuelle URL zu aktualisieren. Der Unterschied zu klassischem Linkaufbau: Du startest nicht bei null. Der Link wurde bereits einmal verdient, du forderst nur etwas zurück, das deine Seite schon einmal hatte, und musst dafür nicht den kompletten Prozess der Kontaktaufnahme und Überzeugungsarbeit von vorn beginnen.

Links gehen aus verschiedenen Gründen verloren. Ein Klassiker: Eine verlinkende Seite wird überarbeitet, und der Link fällt beim Content-Refresh einfach weg. Genauso häufig passiert das Gegenteil: Deine eigene Seite wandert bei einer Migration auf eine neue URL oder verschwindet ganz, ohne dass die verlinkende Seite davon je erfährt. Fehlerhafte Weiterleitungen und komplette Website-Redesigns ohne Übernahme älterer Referenzen zählen ebenfalls zu den häufigsten Ursachen.

Eine wichtige Abgrenzung: Unverlinkte Markenerwähnungen sind etwas anderes. Bei Link Reclamation existierte der Link bereits einmal, bei unverlinkten Erwähnungen hat ihn niemand je gesetzt. Das macht die Ansprache einfacher, denn du forderst eine Korrektur ein und nicht einen Gefallen, für den sich dein Gegenüber erst aktiv entscheiden müsste. Manche nennen den Vorgang im Deutschen auch Link-Reklamation, gemeint ist aber dasselbe.

Ein erschreckend großer Teil aller jemals verdienten Backlinks ist heute tot. Mit jedem verlorenen Link verschwindet auch ein Stück Sichtbarkeit und Autorität, die du dir bereits erarbeitet hast. Laut einer Analyse von Ahrefs sind rund 66,5 Prozent aller Links, die in den letzten neun Jahren entstanden sind, heute nicht mehr aktiv. Die meisten Backlinks, die eine Website jemals bekommen hat, existieren also schlicht nicht mehr.

Infografik: 66,5 Prozent aller in den letzten 9 Jahren erstellten Backlinks sind heute tot, Quelle Ahrefs

Backlinks zählen weiterhin zu den stärksten Signalen, an denen Google die Autorität einer Seite misst. Jeder verlorene Link bedeutet potenziell verlorenes Ranking-Potenzial und weniger Sichtbarkeit, oft ohne dass du es sofort bemerkst. Der entscheidende Unterschied zu klassischem Linkaufbau: Bei Link Reclamation hast du die Arbeit schon geleistet. Einen neuen Inhalt produzieren, eine Kampagne starten, auf redaktionelle Aufmerksamkeit hoffen: Nichts davon ist nötig. Stattdessen erinnerst du nur an etwas, das bereits passiert ist, und forderst eine einfache Korrektur ein.

Genau deshalb gilt Link Reclamation als eine der effizientesten Maßnahmen im Bereich Off-Page-SEO. Der Aufwand pro zurückgewonnenem Link ist gering, der Effekt auf Domain Rating und organische Rankings dagegen direkt spürbar. Der Vergleich macht es deutlich: Einen verlorenen Link zurückzuholen, kostet in der Regel ein bis zwei E-Mails. Einen vergleichbaren neuen Link zu verdienen, kann dagegen Wochen oder Monate an Content-Erstellung, Pitching und Nachfassen bedeuten. Kein Wunder, dass Link Reclamation zu den Maßnahmen mit dem besten Aufwand-Nutzen-Verhältnis im gesamten Linkaufbau zählt, solange du konsequent priorisierst und keine Zeit in aussichtslose Fälle steckst.

Der schnellste Weg zu verlorenen Backlinks führt über ein Tool wie Ahrefs. Es zeigt verlorene Links direkt im Backlink-Profil deiner Domain an und benennt gleich den Grund für den Verlust. Von dort aus priorisierst du nach Aufwand und potenziellem Wert, bevor du auch nur eine einzige E-Mail schreibst.

Infografik: Verlustgrund von Backlinks und die jeweils empfohlene Aktion zur Link Reclamation

In Ahrefs Site Explorer öffnest du deine Domain und wechselst zum Bereich Backlink-Profil. Unter Backlinks filterst du nach verlorenen Links, um alle Verweise anzuzeigen, die innerhalb eines gewählten Zeitraums verschwunden sind. Die Statusspalte verrät dir sofort, warum ein Link nicht mehr aktiv ist. Genau das ist die wichtigste Information für den nächsten Schritt. Ergänzend lohnt sich ein Blick in die Google Search Console: Der Bericht zur Indexierung zeigt Seiten, die Google als nicht gefunden einstuft. Hatten diese Seiten früher Backlinks, sind das zusätzliche Kandidaten für die Rückgewinnung. Interne verlorene Links solltest du dabei nicht übersehen: Mit Screaming Frog oder dem Ahrefs Site Audit findest du interne 404-Fehler, die sich ganz ohne Outreach direkt selbst reparieren lassen.

Nicht jeder verlorene Link ist eine E-Mail wert. Die schnellste erste Filterung liefert der Verlustgrund selbst, den dir das Tool bereits mitliefert:

VerlustgrundEmpfohlene Aktion
Link entferntDirekt anfragen, den Link wiederherzustellen: hohe Erfolgschance, da bewusst entfernt
Seite nicht mehr auffindbar (404)Neue URL mitteilen und um Aktualisierung der Verlinkung bitten
Domain umgezogen ohne WeiterleitungNeue Zieladresse nennen, sonst niedrige Priorität wegen hohem Aufwand
Weiterleitung fehlerhaft oder zu langEigene Weiterleitung zuerst reparieren, danach erneut prüfen
Deindexiert oder als Spam gefiltertÜberspringen, in der Regel nicht erfolgversprechend

Neben dem Verlustgrund solltest du vor der Kontaktaufnahme diese Punkte prüfen:

  • Domain Rating der verlinkenden Seite: Ab einem DR von etwa 40 aufwärts lohnt sich der Aufwand in der Regel
  • Linkkontext: War der Link redaktionell eingebettet oder nur in einer Fußzeile beziehungsweise Kommentarspalte platziert
  • Aktualität: Links, die erst kürzlich verloren gingen, lassen sich deutlich leichter zurückgewinnen als sehr alte Verluste
  • Traffic der verlinkenden Seite: Existiert die Seite noch und wird sie weiterhin besucht

Ein Screenshot deines Backlink-Tools mit der Ansicht der verlorenen Links hilft dabei, den Überblick über mehrere hundert Links gleichzeitig zu behalten, bevor du in die eigentliche Outreach-Phase gehst.

Vor der ersten E-Mail lohnt sich ein kurzer Blick in die Wayback Machine unter web.archive.org: Sie zeigt, ob der Link redaktionell eingebettet war oder nur beiläufig in einer langen Linkliste stand. Nur bei einem hochwertigen, thematisch passenden Kontext ist die Anfrage die Zeit wert.

Outreach: Ansprechpartner finden und die richtige Nachricht schreiben

Die perfekte Formulierung ist zweitrangig. Wichtiger ist, dass die E-Mail bei einer Person ankommt, die tatsächlich etwas ändern kann, denn eine Nachricht an eine generische info@-Adresse verschwindet meistens ungelesen. Ansprechpartner finden und Nachricht schreiben sind deshalb zwei Seiten derselben Medaille: Nur beides zusammen entscheidet, ob aus einem theoretisch reklamierbaren Link tatsächlich ein zurückgewonnener Link wird.

Ansprechpartner finden

Der einfachste Startpunkt ist die verlinkende Seite selbst. Steht dort ein Autorenname, findest du die Person meist schnell auf LinkedIn oder der eigenen Website. Existiert eine Kontaktseite, nutze die spezifischste verfügbare Option, etwa Redaktion statt Allgemein. Bei deutschsprachigen Websites lohnt sich zusätzlich ein Blick ins Impressum. Dort steht rechtlich verpflichtend eine ladungsfähige Adresse, häufig sogar eine direkte E-Mail-Adresse der verantwortlichen Person. Bei vielen anderssprachigen Seiten fehlt genau das. Tools wie Hunter.io oder Snov.io helfen dabei, verifizierte E-Mail-Adressen zu einer Domain zu finden. Führt keiner dieser Wege zum Ziel, hilft oft eine einfache Google-Suche nach „[Domain] Redaktion E-Mail“ oder „[Domain] Kontakt“. Manchmal steht der zuständige Ansprechpartner für Inhalte sogar im Social-Media-Profil der Website, etwa bei LinkedIn oder X. Generische Adressen wie info@ oder kontakt@ solltest du dagegen meiden: Nachrichten an solche Sammelpostfächer liest kaum jemand, und beantwortet werden sie noch seltener, weil niemand konkret zuständig ist.

Die richtige Nachricht schreiben

Halte die E-Mail kurz. Redakteure und Webmaster erwarten keine ausführliche Erklärung. Sie wollen das Problem in zwei Sätzen verstehen und sofort sehen, worum du bittest. Ein persönliches Detail wie der konkrete Seitentitel oder etwas, das dir an der Website aufgefallen ist, erhöht die Antwortquote spürbar gegenüber einer generischen Vorlage.

Für die Betreffzeile funktionieren kurze, konkrete Formulierungen am besten, zum Beispiel „Defekter Link auf [Seitentitel]“ oder „Kurze Bitte zu [Domain]“. Vage Betreffzeilen wie „Anfrage“ oder „Wichtiger Hinweis“ wirken dagegen wie Spam, und die löschen die meisten Empfänger ungelesen.

Die folgende Vorlage kannst du direkt übernehmen und an deinen Fall anpassen:

Betreff: Kurze Korrektur für [Linktitel]

Hallo [Name],

mir ist aufgefallen, dass der Link auf [URL der verlinkenden Seite] zu [alte URL] aktuell ins Leere führt beziehungsweise nicht mehr aktuell ist.

Wir haben den Inhalt inzwischen unter [neue URL] veröffentlicht: Dort geht es um [kurze Beschreibung in einem Satz]. Wäre es möglich, den Link entsprechend zu aktualisieren?

Gerne revanchiere ich mich, sollte sich bei uns einmal eine passende Gelegenheit für einen Link zu Ihrer Seite ergeben.

Viele Grüße
[Dein Name]
[Deine Website]

Wartest du länger als sieben bis zehn Werktage auf eine Antwort, ist eine kurze Follow-up-Nachricht angebracht. Halte sie kurz, ein bis zwei Sätze mit Bezug auf die erste E-Mail reichen, etwa: „Kurze Nachfrage zu meiner E-Mail vom [Datum], falls sie untergegangen ist: Wäre eine Aktualisierung des Links möglich?“ Mehr als zwei Kontaktversuche bringen erfahrungsgemäß kaum noch etwas. Sie erhöhen eher das Risiko, als aufdringlich zu wirken oder sogar als Spam zu landen. Trage jede Anfrage mit Datum, Status und Ergebnis in deine Tracking-Tabelle ein: So verlierst du bei größeren Reclamation-Runden nicht den Überblick, wer schon kontaktiert wurde und wer noch aussteht.

Monitoring: Mit welchen Tools behältst du Linkverluste im Blick?

Am praktikabelsten fürs Monitoring von Linkverlusten sind Backlink-Tools, die neu verlorene Links automatisch melden. Allen voran Ahrefs, mit Site Explorer und den zugehörigen Alerts.

Screenshot des kostenlosen Ahrefs Backlink Checker Tools zur Ueberwachung verlorener Links
Der kostenlose Ahrefs Backlink Checker zeigt einen ersten Überblick über Backlinks einer Domain.

Ahrefs Site Explorer zeigt dir jederzeit den aktuellen Zustand deines Backlink-Profils inklusive aller kürzlich verlorenen Links. Richtest du zusätzlich Ahrefs-Alerts für deine Domain ein, wirst du benachrichtigt, sobald ein neuer Linkverlust auftritt, oft innerhalb weniger Tage statt erst nach Wochen. Das lohnt sich, denn frisch verlorene Links lassen sich deutlich leichter zurückgewinnen als sehr alte. Je länger ein Link tot ist, desto eher hat sich die Situation auf der verlinkenden Seite längst verändert, etwa weil der zuständige Redakteur gewechselt hat oder jemand den betroffenen Artikel komplett überarbeitet hat.

Für den deutschen Markt lohnt sich ergänzend ein Blick auf Sistrix. Das Tool liefert ebenfalls Backlink-Daten und Sichtbarkeitsverläufe und ist bei vielen deutschsprachigen SEO-Teams ohnehin schon im Einsatz. Praktisch auch: Ein Tool wie LinkForce hilft dabei, laufende Outreach-Kampagnen und den Status einzelner Rückgewinnungsversuche an einem Ort zu verwalten, statt den Überblick in mehreren Tabellen zu verlieren.

Als Faustregel gilt: Prüfe dein Backlink-Profil mindestens einmal im Monat manuell. Ergänzend helfen automatische Alerts für alles, was in der Zwischenzeit passiert. Eine einfache Tabelle mit Spalten für Quelle, Zielseite, Verlustgrund, Domain Rating, Kontaktdatum und Status reicht aus, um auch bei mehreren gleichzeitig laufenden Reclamation-Fällen die Übersicht zu behalten. Sinnvoll sind außerdem eine Spalte für das Datum des Follow-ups und eine Notizspalte, in der du festhältst, ob eine Zusage tatsächlich eingelöst wurde. Manche Websitebetreiber sagen eine Aktualisierung zu und vergessen sie danach wieder. Ein kurzer Kontrollblick nach etwa 30 Tagen lohnt sich deshalb.

Besonders wichtig ist Monitoring rund um bestimmte Anlässe. Nach jeder Domain- oder URL-Migration solltest du zeitnah einen vollständigen Lost-Link-Check durchführen. Dasselbe gilt nach größeren Content-Konsolidierungen, bei denen du mehrere Seiten zusammenlegst oder löschst. Für etablierte Websites mit einer gewachsenen Backlink-Historie empfiehlt sich zusätzlich ein vierteljährlicher Reclamation-Durchlauf als feste Routine. Kombinierst du das mit laufendem Monitoring unverlinkter Markenerwähnungen, hast du beide Wiedergewinnungswege gleichzeitig im Blick.

Ergänzend lohnt sich ein Blick auf den Verlauf deines Domain Ratings über die Zeit. Sinkt es spürbar, obwohl die Content-Produktion gleich bleibt, ist das oft ein frühes Anzeichen: Im Hintergrund gehen mehr Links verloren, als neue hinzukommen. Das ist ein guter Anlass, den nächsten Reclamation-Durchlauf vorzuziehen. Wie oft sich ein Blick überhaupt lohnt, hängt von der Größe deines Backlink-Profils ab. Kleinere Websites mit wenigen hundert Backlinks kommen oft mit einer monatlichen Prüfung aus, während große Domains mit langer Historie stärker von wöchentlichen Alerts profitieren, weil dort täglich neue Verluste entstehen können.

Was tun, wenn niemand antwortet?

Bleibt eine Anfrage auch nach dem Follow-up unbeantwortet, hast du drei sinnvolle Optionen: einen alternativen Vorschlag machen, den Link intern kompensieren, oder den Verlust akzeptieren und weiterziehen. Welche Option passt, hängt vor allem davon ab, wie hoch der Wert des ursprünglichen Links war und wie viel Aufwand sich ein weiterer Versuch noch lohnt.

Manchmal reagiert ein Webmaster gar nicht auf die Bitte, einen Link zu aktualisieren. Offen für eine andere Form der Erwähnung ist er trotzdem, etwa für einen aktualisierten Ressourcenlink an anderer Stelle im Beitrag statt an der ursprünglichen Position. Ein zweiter Vorschlag mit einer konkreteren, alternativen Bitte bewirkt hier manchmal mehr als das Beharren auf der ursprünglichen Anfrage. Biete zum Beispiel an, den Link in eine bestehende Linkliste am Ende des Artikels aufzunehmen, falls jemand die ursprüngliche Textstelle inzwischen komplett umgeschrieben hat und dort keine Änderung mehr sinnvoll ist.

Wenn Outreach erkennbar ins Leere läuft, kannst du den entstandenen Autoritätsverlust teilweise intern ausgleichen. Stärke die betroffene Zielseite über interne Verlinkung von anderen starken Seiten deiner Domain. So hängt sie nicht mehr allein am verlorenen externen Link. Prüfe außerdem, ob die betroffene Seite inhaltlich noch aktuell und vollständig ist: Manchmal lohnt sich eine Aktualisierung des Inhalts mehr als das Nachfassen bei einer einzelnen externen Quelle, weil eine bessere, aktuellere Seite langfristig neue Links von ganz allein anzieht.

Und manchmal ist Akzeptanz die richtige Entscheidung. Nicht jeder verlorene Link lässt sich zurückholen, vor allem wenn die verlinkende Seite den Besitzer gewechselt hat, kaum noch redaktionell gepflegt wird oder du deinen ursprünglichen Inhalt inzwischen komplett verändert hast. In diesen Fällen ist die Zeit für neue Outreach-Anfragen an anderer Stelle besser investiert, als eine aussichtslose Anfrage endlos weiterzuverfolgen. Eine grobe Faustregel: Zeigt sich nach zwei Kontaktversuchen und 30 Tagen keine erkennbare Bewegung mehr, markierst du den Fall in der Tracking-Tabelle als erledigt und steckst die Energie in vielversprechendere Fälle.

Die häufigsten Stolperfallen bei Link Reclamation sind fehlende Priorisierung, unpersönliche Nachrichten, zu viele Follow-ups und blindes Vertrauen auf Weiterleitungen. Alle vier haben eines gemeinsam: Am Ende kosten sie mehr Zeit, als sie einsparen, weil entweder die falschen Links verfolgt werden oder die richtigen Links auf die falsche Art angesprochen werden.

Fehler Nummer eins: jeden verlorenen Link gleich zu behandeln. Ohne Priorisierung nach Domain Rating und Verlustgrund verbringst du wertvolle Zeit mit Links, die ohnehin kaum Wirkung hätten, während wirklich lohnende Fälle liegen bleiben. Wer zum Beispiel eine Liste von 200 verlorenen Links ohne Filterung von oben nach unten abarbeitet, verschwendet einen Großteil der Zeit auf Links mit niedrigem Domain Rating oder auf Fälle, die ohnehin nicht mehr aktionabel sind.

Genauso teuer: eine zu generische Nachricht. E-Mails, die erkennbar an viele Empfänger gleichzeitig gehen könnten, löschen die meisten schneller als personalisierte Anfragen mit konkretem Bezug zur jeweiligen Seite. Ein Satz, der zeigt, dass du dir die Seite tatsächlich angesehen hast, macht oft den Unterschied zwischen Ignorieren und Antworten.

Zu viel Nachfassen ist Fehler Nummer drei. Mehr als zwei Kontaktversuche wirken schnell aufdringlich und verbessern die Antwortquote in der Praxis kaum noch. Manchmal blockiert der Empfänger sogar deine Adresse oder markiert sie als Spam, was künftige Outreach-Versuche an dieselbe Domain zusätzlich erschwert.

Der letzte und vierte Fehler: die Annahme, eine einfache Weiterleitung erledige das Problem automatisch. Eine 301-Weiterleitung gibt in der Regel nur einen Teil der ursprünglichen Linkkraft weiter, üblicherweise etwa 90 bis 99 Prozent des Linkwerts, und sie hilft ohnehin nur so lange, wie die verlinkende Seite den Link nicht komplett entfernt hat. Entdeckt ein Websitebetreiber einen 404-Fehler, löscht er den Link häufig direkt aus dem Text, statt auf eine automatische Weiterleitung zu vertrauen. In diesem Fall bringt selbst die sauberste eigene Weiterleitung nichts mehr, weil die verlinkende Seite gar nicht mehr auf dich verweist. Wer diese vier Fehler von Anfang an vermeidet, kommt mit deutlich weniger Aufwand zu spürbar besseren Ergebnissen.

Häufig gestellte Fragen

Die folgenden Fragen tauchen im Zusammenhang mit Link Reclamation am häufigsten auf, meist sobald ein erster Durchlauf geplant oder bereits abgeschlossen ist.

Bei klassischem Linkaufbau erschaffst du einen komplett neuen Link, meist über Content, Kooperationen oder gezielte Outreach-Kampagnen, bei denen du jemanden von etwas Neuem überzeugen musst. Bei Link Reclamation existierte der Link bereits einmal: Du forderst lediglich eine Korrektur für etwas ein, das schon einmal funktioniert hat. Das macht die Ansprache in der Regel einfacher und schneller, denn eine Überzeugungsarbeit für ein komplett neues Anliegen entfällt.

Das hängt von der Anzahl der zu prüfenden Links und der Antwortgeschwindigkeit der Kontaktpersonen ab. Das Finden und Priorisieren einer überschaubaren Linkliste erledigst du meist an einem Tag. Die eigentliche Outreach-Phase inklusive Follow-up kann dagegen mehrere Wochen dauern, bis die letzten Antworten eintreffen. Wer Link Reclamation als feste vierteljährliche Routine etabliert, reduziert den Aufwand pro Durchlauf deutlich, weil zwischen zwei Durchläufen nur überschaubar viele neue Links verloren gehen.

Klassischer Linkaufbau bleibt die naheliegendste Alternative, ist aber deutlich aufwendiger pro gewonnenem Link. Eine sinnvolle Ergänzung ist außerdem die interne Stärkung betroffener Seiten über zusätzliche interne Verlinkung, auch wenn sie den externen Link nicht vollständig ersetzt. Unverlinkte Markenerwähnungen in einen Link umzuwandeln ist eine verwandte, aber eigenständige Taktik. Hier existierte nie ein Link, weshalb die Ansprache eher eine Bitte als eine Korrektur ist. In der Praxis ergänzen sich alle drei Ansätze am besten, wenn du sie als Teile eines gemeinsamen Off-Page-Workflows behandelst statt als getrennte Projekte.

Ja, sogar besonders. Kleinere Websites haben meist ein überschaubares Backlink-Profil, das sich schnell komplett prüfen lässt. Jeder einzelne zurückgewonnene Link macht bei einer kleineren Domain anteilig mehr aus als bei einer sehr großen Website mit tausenden Backlinks. Und weil der Zeitaufwand für eine vollständige Prüfung gering ist, lässt sich Link Reclamation bei kleinen und mittleren Websites problemlos manuell und ohne größeres Budget umsetzen.