Wer heute einen Link von einer fremden Website will, landet früher oder später bei der gleichen Frage: Auf welchen Seiten kann man überhaupt noch als Gastautor veröffentlichen? Die meisten Ratgeber zu diesem Thema bleiben bei einer allgemeinen Definition stehen oder versprechen eine Liste, die sie nie liefern. Selbst gut geschriebene Glossar-Artikel enden meist mit dem Hinweis, man solle „passende Plattformen recherchieren“, ohne auch nur einen einzigen Namen zu nennen.
Dieser Artikel macht es anders: Er nennt 14 echte deutsche Gastbeitrag-Portale aus sieben Branchen, jeweils mit Domain Rating und monatlichem Traffic, live über Ahrefs geprüft am 22. September 2026. Dazu kommt eine ehrliche Einordnung, welche Qualitätsschwelle im deutschen Markt tatsächlich realistisch ist, eine Entscheidungshilfe je nach Ziel und eine Anleitung, wie man selbst weitere Portale findet und erfolgreich anschreibt. Die DR-Vorgaben aus US-amerikanischen Ratgebern lassen sich im deutschen Markt kaum anwenden, wer es einmal versucht hat, merkt schnell, wie wenig diese Zahlen mit der hiesigen Realität zu tun haben. Genau diese Lücke schließt die folgende Liste.
Was ist ein Gastbeitrag-Portal?
Ein Gastbeitrag-Portal ist eine Website, die redaktionelle Inhalte von externen Autoren annimmt und veröffentlicht, meist im Tausch gegen eine Autorenangabe und einen Link zurück zur eigenen Seite. Der Begriff wird oft synonym mit „Gastartikel-Plattform“ verwendet, auch wenn „Gastbeitrag“ eher den Fließtext und „Portal“ die Plattform selbst meint, auf der er erscheint.
Anders als ein reines Glossar-Konzept ist ein Gastbeitrag-Portal etwas sehr Konkretes: eine fremde Website mit eigener Redaktion, eigenen Richtlinien und einem klaren Prozess, wie Gastautoren eingereicht werden. Manche Portale betreiben dafür eine öffentliche Einreichungsseite mit Formular, andere verlangen eine direkte Kontaktaufnahme per E-Mail. Für SEOs und Marketer ist diese Unterscheidung wichtig, weil sie direkt beeinflusst, wie viel Aufwand die Platzierung kostet und wie gut sich der Prozess skalieren lässt.
Ein Gastbeitrag-Portal unterscheidet sich damit auch klar von einem reinen Linkverzeichnis oder einer bezahlten Anzeigenplattform. Während ein Verzeichnis lediglich Einträge sammelt, ohne inhaltliche Prüfung, veröffentlicht ein echtes Gastbeitrag-Portal redaktionell kuratierten Text, der zur restlichen Seite passt und einen eigenständigen Lesewert hat. Genau diese Kuratierung ist der Grund, warum ein Link von einem solchen Portal für Suchmaschinen und Leser gleichermaßen glaubwürdiger wirkt als ein Eintrag in einem beliebigen Verzeichnis.
Was macht ein gutes Gastbeitrag-Portal aus?
Ein gutes Gastbeitrag-Portal erkennt man an vier Kriterien: einer soliden Domain Rating, echtem organischem Traffic, dofollow-Links und thematischer Nähe zur eigenen Branche. Fehlt eines dieser Merkmale komplett, sinkt der Wert der Platzierung erheblich, selbst wenn der Rest stimmt.
Häufig zitierte englischsprachige Ratgeber setzen die Latte hoch an: Domain Rating 50 und mehr, dazu zehntausend monatliche Besucher als Einstiegsschwelle. Das mag für den US-Markt mit seiner schieren Menge an Fachmedien realistisch sein, für den deutschsprachigen Raum ist es das nicht. Die in diesem Artikel recherchierten Portale zeigen das deutlich: Die Werte liegen zwischen DR 25 und DR 88, der Traffic reicht von unter hundert bis zu 285.000 monatlichen Besuchern. Eine ehrliche, deutschmarkttaugliche Einordnung sieht deshalb so aus:
- DR 25+ als Einstiegsschwelle, geeignet für den Aufbau eines natürlichen Backlink-Profils
- DR 50+ als Premium-Bereich, für Platzierungen mit spürbarer Autorität
- Organischer Traffic ist ein zweites, unabhängiges Signal, eine hohe DR bei kaum Besuchern deutet auf ein reines Linknetzwerk hin
- Dofollow-Verlinkung, ohne die kein SEO-Wert im engeren Sinn entsteht
- Nischenrelevanz, ein Fachportal aus der eigenen Branche liefert mehr Relevanz als ein branchenfremdes Massenportal
- Autorenangabe mit echtem Namen und, wo möglich, einem kurzen Autorenprofil
- Redaktionelle Prüfung vor Veröffentlichung, als Zeichen, dass die Seite tatsächlich kuratiert wird
Ein paar Warnsignale sollte man ernst nehmen, bevor man Zeit in eine Pitch investiert. Portale ohne jede Autorenangabe, mit ausschließlich nofollow-Links trotz Zusage von dofollow, mit auffällig vielen thematisch beliebigen Gastartikeln oder mit einem Impressum, das auf ein bekanntes Linknetzwerk verweist, sollte man meiden. Auch eine Bezahlung für die reine Veröffentlichung eines redaktionellen Beitrags ist ein Warnsignal, dazu später mehr.
Ein weiteres, oft übersehenes Warnsignal ist die inhaltliche Beliebigkeit einer Seite: Wenn ein angeblicher Fintech-Blog innerhalb weniger Wochen Gastartikel zu Reisen, Mode und Kryptowährungen veröffentlicht, ohne dass ein roter Faden erkennbar ist, handelt es sich in der Regel nicht um eine echte Redaktion, sondern um ein austauschbares Linknetzwerk. Ein kurzer Blick auf die letzten zehn bis fünfzehn veröffentlichten Artikel verrät meist innerhalb weniger Minuten, ob eine Seite thematisch konsistent bleibt oder ob dort schlicht jeder Text gegen Bezahlung landet, der eingereicht wird.
Gastbeitrag-Portale nach Ziel: SEO-Backlink, PR oder Reichweite?
Welches Portal am besten passt, hängt davon ab, was man erreichen will. Für einen reinen SEO-Backlink zählt vor allem die Domain Rating, für PR und Expertenstatus das redaktionelle Renommee der Seite, für pure Reichweite schlicht die Besucherzahl.
Wer in erster Linie das eigene Backlink-Profil stärken will, sollte gezielt nach Portalen mit hoher DR suchen und dofollow-Links priorisieren, selbst wenn der Traffic der Seite selbst überschaubar ist. Geht es dagegen um Expertenstatus und PR, etwa um als Gründer oder Fachperson wahrgenommen zu werden, zählt weniger die reine Zahl als das Ansehen der Publikation in der eigenen Branche, ein Beitrag auf einer bekannten Fachseite wirkt hier stärker als eine hohe DR allein. Steht dagegen reine Sichtbarkeit im Vordergrund, etwa um eine neue Dienstleistung bekannt zu machen, zählt vor allem der Traffic, karrierebibel.de mit rund 285.000 monatlichen Besuchern ist dafür in dieser Liste das eindeutigste Beispiel.
Gastbeitrag-Portale nach Branche
Die folgende Übersicht zeigt 14 verifizierte deutsche Gastbeitrag-Portale aus sieben Branchen. Alle Domain-Rating- und Traffic-Werte wurden am 22. September 2026 live über die Ahrefs API geprüft, Stand: September 2026. Da sich diese Werte über Zeit verändern, lohnt sich vor einer Pitch immer eine eigene aktuelle Prüfung.
SEO & Online-Marketing
Wer im SEO- und Online-Marketing-Umfeld einen Gastbeitrag platzieren will, findet mit HubSpot DE einen Namen mit hoher Autorität und mit marketingblog.biz eine thematisch passende, aber deutlich kleinere Alternative.
| Portal | DR | Traffic/Monat | Zugang |
|---|---|---|---|
| offers.hubspot.de/blog-gastbeitrag | 83 | domainweit | Öffentliche Einreichungsseite |
| marketingblog.biz/gastbeitrag-veroeffentlichen/ | 25 | ~255 | Öffentliche Einreichungsseite |
HubSpot DE verlangt auf seiner öffentlichen Einreichungsseite die Erfüllung von Grundvoraussetzungen und bestimmter erforderlicher Elemente, außerdem behält sich das Unternehmen ausdrücklich Publisher-Rechte am eingereichten Text vor. Die domainweite Autorität einer international bekannten Marke ist der klare Vorteil, im Gegenzug muss man mit einer strengeren redaktionellen Prüfung rechnen als bei kleineren Portalen. marketingblog.biz hat eine deutlich geringere Reichweite, ist aber inhaltlich eng am Thema und damit für kleinere Projekte eine unkomplizierte Option, gerade wenn ein erster Testlauf für die eigene Gastbeitrag-Strategie ansteht, bevor man sich an größere Namen wagt.
Unternehmertum & Gründer
Für Gründer- und Unternehmerthemen bietet dieser Markt gleich drei funktionierende Anlaufstellen mit spürbarem Traffic.
| Portal | DR | Traffic/Monat | Zugang |
|---|---|---|---|
| selbststaendigkeit.de/gastautor-werden/ | 58 | ~4.327 | Öffentliche Einreichungsseite |
| unternehmer.de/autor-werden | 71 | ~3.941 | Öffentliche Einreichungsseite |
| das-unternehmerhandbuch.de/gastautoren/ | 50 | ~340 | Öffentliche Einreichungsseite |
selbststaendigkeit.de empfiehlt für einen Gastbeitrag eine Länge von 800 bis 1.000 Wörtern und ist trotz der etwas niedrigeren DR im Vergleich zu unternehmer.de das Portal mit dem meisten Traffic in dieser Kategorie. unternehmer.de verlangt neben dem fertigen Artikel ein Formular, ein Autorenbild und einen kurzen Text für die Autorenbox, der Aufwand ist also etwas höher als bei einer reinen Texteinreichung. das-unternehmerhandbuch.de hat deutlich weniger Reichweite, eignet sich aber als dritte, leicht erreichbare Option, wenn die beiden größeren Portale bereits eine Absage erteilt oder kein passendes Zeitfenster für neue Gastbeiträge haben. Für Gründerthemen lohnt sich in dieser Kategorie ohnehin, alle drei parallel anzuschreiben, da die Zielgruppen sich stark überschneiden.
Tech, IT & SaaS
Im Tech- und IT-Umfeld sticht digital-magazin.de durch spürbaren Traffic heraus, während das it-freelancer-magazin.de eine Nische mit direktem persönlichem Kontakt bedient.
| Portal | DR | Traffic/Monat | Zugang |
|---|---|---|---|
| digital-magazin.de/gastbeitrag-schreiben-und-veroeffentlichen/ | 56 | ~8.620 | Öffentliche Einreichungsseite |
| it-freelancer-magazin.de/gastbeitrag-im-it-freelancer-magazin/ | 43 | ~0 gemessen | Kontakt-basiert |
digital-magazin.de ist mit rund 8.620 monatlichen Besuchern eine der reichweitenstärksten Optionen im gesamten Tech-Segment dieser Liste und deckt ein breites Themenspektrum von Software über Hardware bis hin zu Digitalisierungsthemen ab. Beim it-freelancer-magazin.de läuft der Kontakt direkt über Björn Brand, entweder per E-Mail an bjoern.brand@it-freelancer-magazin.de oder über LinkedIn, die Verbreitung erfolgt zusätzlich über Social-Media-Kanäle und einen Newsletter, auch wenn der gemessene direkte Website-Traffic gering ausfällt. Für IT-Freelancer und SaaS-Anbieter, die eine sehr spitze Zielgruppe erreichen wollen, kann diese persönliche Note sogar von Vorteil sein, weil der Kontakt direkter und die Absprache flexibler verläuft als bei einem anonymen Formular.
Finanzen & Fintech
Der Finanzbereich ist in dieser Liste am dünnsten besetzt, dafür aber mit einem Portal von solider Autorität vertreten.
| Portal | DR | Traffic/Monat | Zugang |
|---|---|---|---|
| blog.starfinanz.de | 63 | ~1.163 | Kontakt-basiert |
blog.starfinanz.de hat keine öffentliche Einreichungsseite. Der Zugang läuft ausschließlich über die Kontakt-Rubrik des Blogs, nicht über ein offenes Formular. Thematisch passt das Portal zu Banking, Payment, Fintech, E-Commerce und Digitalisierung, was es für Finanz- und Zahlungsdienstleister interessant macht, die bereit sind, den direkten Kontaktweg zu gehen. Gerade weil der Finanzbereich in Deutschland strenger reguliert ist als andere Branchen, lohnt sich hier eine besonders sorgfältige Vorbereitung des Pitches, ein Redakteur bei einem Fintech-Blog prüft fachliche Aussagen in der Regel genauer als ein allgemeines Wirtschaftsportal.
E-Commerce
Im E-Commerce-Bereich stehen sich ein kontaktbasiertes Schwergewicht und eine öffentlich zugängliche, spezialisierte Seite gegenüber.
| Portal | DR | Traffic/Monat | Zugang |
|---|---|---|---|
| gambio.de | 88 | ~2.852 | Kontakt-basiert |
| advertace.de/gastautor | 44 | ~6.575 | Öffentliche Einreichungsseite |
gambio.de hat mit DR 88 die höchste Domain Rating in dieser gesamten Liste, führt aber keine öffentliche Einreichungsseite, der Weg führt über die Redaktion des Blogs unter der Autoren-Kategorie „Gastbeitrag“. Der etwas aufwendigere Kontaktweg lohnt sich hier, denn im Gegenzug winkt eine der stärksten Domains der gesamten Liste. advertace.de betreibt dagegen eine offene „Werde Gastautor:in“-Seite und deckt Themen wie Meta Ads, TikTok Ads, User Generated Content und E-Commerce ab, bei spürbar höherem Traffic als gambio.de. Für Agenturen und Tool-Anbieter aus dem Performance-Marketing-Umfeld ist advertace.de damit oft der schnellere und direktere Einstieg.
Webentwicklung & Design
Für Webentwicklung und Design bietet nevercodealone.de die mit Abstand höchste Reichweite dieser Kategorie, pixagentur.de dagegen eine sehr kleine, aber offene Alternative.
| Portal | DR | Traffic/Monat | Zugang |
|---|---|---|---|
| nevercodealone.de/gastbeitraege-webdevelopment/ | 47 | ~10.044 | Öffentliche Einreichungsseite |
| pixagentur.de/gastbeitrag-schreiben | 52 | ~84 | Öffentliche Einreichungsseite |
nevercodealone.de bietet Gastautoren zusätzlich ein professionelles Lektorat an, was die Einstiegshürde für technisch versierte, aber schreibungeübte Autoren senkt, gerade Entwickler, die fachlich stark, aber textlich unsicher sind, profitieren davon spürbar. pixagentur.de hat trotz etwas höherer DR kaum messbaren Traffic, bleibt aber eine unkomplizierte, öffentlich zugängliche Option für kleinere Projekte und eignet sich gut als Ergänzung zu einer größeren Platzierung auf nevercodealone.de.
Karriere & Bewerbung
Karriere und Bewerbung ist die mit Abstand reichweitenstärkste Kategorie in dieser Liste, angeführt von einem echten Ausreißer nach oben.
| Portal | DR | Traffic/Monat | Zugang |
|---|---|---|---|
| karrierebibel.de/gastbeitrag-schreiben/ | 77 | ~285.674 | Öffentliche Einreichungsseite |
| karrierefragen.de/gastautor-werden/ | 25 | ~310 | Öffentliche Einreichungsseite |
karrierebibel.de ist mit rund 285.674 monatlichen Besuchern die mit Abstand reichweitenstärkste Platzierung der gesamten Liste und bietet dafür eine öffentliche Checkliste für Autoren, an der sich Neulinge im Gastbeitrag-Geschäft gut orientieren können. Der Wettbewerb um Themenplätze dürfte hier entsprechend groß sein, weshalb sich eine besonders sorgfältige Vorbereitung des Pitches auszahlt. karrierefragen.de hat eine deutlich kleinere Reichweite, fordert dafür aber mindestens 1.500 Wörter pro Beitrag, was auf eine gewisse redaktionelle Erwartungshaltung schließen lässt und Autoren mit oberflächlichen Texten eher abschrecken dürfte.
Kostenlose vs. kostenpflichtige Gastbeitrag-Portale
Alle 14 in diesem Artikel gelisteten Portale sind kostenlos, in dem Sinn, dass sie für die Veröffentlichung eines redaktionellen Gastbeitrags kein Geld verlangen. Das ist kein Zufall, sondern selbst ein wichtiger Punkt: Seriöse Portale mit echter Redaktion verlangen in aller Regel keine Bezahlung für einen inhaltlich passenden, gut recherchierten Beitrag, sie profitieren ja selbst vom kostenlosen Content.
Kostenpflichtige Angebote gibt es am Markt natürlich trotzdem, meist als bezahlte Marketplace-Platzierungen über spezialisierte Anbieter. Das ist grundsätzlich kein Problem, solange der Preis zur Qualität passt und die rechtlichen Vorgaben eingehalten werden, bezahlte Links müssen laut Google-Richtlinien als nofollow oder gesponsert gekennzeichnet werden. Kritisch wird es bei Angeboten unter 100 Euro für eine angeblich redaktionelle Platzierung: Das ist so gut wie immer ein Signal für eine Linkfarm oder ein PBN-Netzwerk, bei dem weder Qualität noch Sicherheit für die eigene Domain gewährleistet sind.
Der Denkfehler bei solchen Billigangeboten liegt meist darin, dass Preis und redaktioneller Aufwand verwechselt werden. Eine echte Redaktion muss jeden eingereichten Text lesen, prüfen, gegebenenfalls redigieren und in die eigene Struktur einpflegen, das kostet Zeit, die sich nicht für ein paar Euro pro Beitrag rechnet. Wenn ein angebliches „Fachportal“ eine Veröffentlichung für 20 oder 30 Euro anbietet, verzichtet es faktisch auf jede dieser Prüfungen und nimmt praktisch jeden Text an, der eingereicht wird. Solche Seiten liefern selten dauerhaften Wert, weil Google-Algorithmen genau diese Muster über Zeit erkennen und die entsprechenden Netzwerke abwerten. Wer auf Nummer sicher gehen will, bleibt bei kostenlosen, redaktionell geprüften Portalen wie den oben gelisteten oder investiert in seriöse, transparent gekennzeichnete Marketplace-Angebote mit nachvollziehbarer Preisstruktur, bei denen von Anfang an klar ist, dass es sich um eine gesponserte und entsprechend markierte Platzierung handelt.
Wie findet man weitere Gastbeitrag-Portale?
Über gezielte Google-Suchoperatoren lassen sich in jeder Branche weitere Gastbeitrag-Portale finden, die nicht in dieser Liste stehen. Die einfachste Methode kombiniert den Namen der eigenen Nische mit typischen Formulierungen, die Portale auf ihren Einreichungsseiten verwenden.
Bewährte Suchmuster sind „[Nische] Gastbeitrag“, „[Nische] Gastautor werden“ und „[Nische] für uns schreiben“, jeweils in Anführungszeichen bei Google eingegeben. Für eine Kochbox-Seite würde man also zum Beispiel „Ernährung Gastautor werden“ oder „Food Gastbeitrag“ testen, für eine Kanzlei-Website dagegen „Recht Gastbeitrag“ oder „Jura für uns schreiben“. Häufig lohnt es sich, mehrere Varianten der gleichen Formulierung durchzuprobieren, da Portale unterschiedliche Begriffe für die gleiche Sache verwenden, manche sprechen von „Gastartikel“, andere von „Gastblogger“ oder schlicht von einer „Autoren-Kategorie“.
Wichtig ist danach immer die gleiche Prüfung wie in diesem Artikel: Domain Rating, Traffic und dofollow-Status checken, bevor man Zeit in einen Pitch investiert. Ein Portal, das auf den ersten Blick vielversprechend aussieht, kann sich bei näherer Prüfung als reines Linknetzwerk mit gekaufter Domain-Historie entpuppen, deshalb sollte diese Prüfung nie übersprungen werden, egal wie gut die Trefferliste bei Google aussieht. Wer regelmäßig neue Prospecting-Listen aufbaut und Domain-Metriken für viele Kandidaten gleichzeitig prüfen muss, kann dafür ein Tool wie LinkForce einsetzen, das solche Listen verwaltet und die relevanten Kennzahlen automatisch abgleicht, statt jede Domain einzeln von Hand nachzuschlagen.
Wie pitcht man einen Gastbeitrag erfolgreich?
Ein erfolgreicher Pitch beginnt mit der persönlichen Ansprache der Redaktion, nicht mit einer Massenmail. Wer den Namen der zuständigen Person kennt und ihn nutzt, hat schon einen klaren Vorteil gegenüber der Masse anonymer Anfragen, die jede Redaktion täglich bekommt.
Statt einen fertigen Text im ersten Kontakt anzuhängen, funktionieren zwei bis drei konkrete Themenvorschläge deutlich besser. Das zeigt der Redaktion, dass man sich mit der Seite beschäftigt hat, und lässt Raum für Feedback, bevor Arbeit investiert wird. Ein guter Themenvorschlag benennt außerdem kurz, warum genau dieses Thema zur Zielseite passt und welchen Blickwinkel man mitbringt, den es dort noch nicht gibt, eine reine Auflistung von Überschriften ohne Begründung wirkt dagegen austauschbar.
Vor jeder Anfrage lohnt sich außerdem ein Blick auf die veröffentlichten Richtlinien des Portals, viele der hier gelisteten Seiten nennen explizit Mindestwortzahlen oder formale Anforderungen. Wer diese Vorgaben ignoriert und einfach drauflos schreibt, verschenkt Zeit auf beiden Seiten. Die eigene Recherche wirkt dann schnell oberflächlich, und genau das merkt eine erfahrene Redaktion sofort. Und ganz grundsätzlich: Ein Pitch, der ausschließlich um den Backlink kreist und keinen erkennbaren Mehrwert für die Leserschaft der Zielseite bietet, wird von erfahrenen Redaktionen zuverlässig erkannt und abgelehnt. Am Ende gewinnt fast immer die Anfrage, die zuerst an den Nutzen für die Leser der Zielseite denkt und den eigenen Link als selbstverständliche, aber nachrangige Zugabe behandelt.
Häufig gestellte Fragen
Sind Gastbeiträge noch gut für SEO?
Ja, solange der Link von einer thematisch relevanten Seite mit echter Redaktion kommt und nicht Teil eines reinen Linknetzwerks ist. Ein dofollow-Link von einem Portal mit solider Domain Rating und echtem Traffic bleibt ein wertvolles Signal für Suchmaschinen.
Muss ein Gastbeitrag-Link immer dofollow sein, um zu wirken?
Nein. Auch nofollow-Links von hochwertigen, reichweitenstarken Portalen bringen Referral-Traffic, Markenbekanntheit und indirekte SEO-Effekte, auch wenn der direkte Linkjuice fehlt. Für reine PR- oder Reichweitenziele ist der Linktyp deshalb zweitrangig.
Wie lang sollte ein Gastbeitrag sein?
Das hängt vom jeweiligen Portal ab. selbststaendigkeit.de empfiehlt 800 bis 1.000 Wörter, karrierefragen.de verlangt mindestens 1.500 Wörter. Ohne konkrete Vorgabe sind 800 bis 1.200 Wörter ein sicherer Richtwert für einen inhaltlich substanziellen Beitrag.
Was tun, wenn ein Portal auf eine Bezahlung besteht?
Bei einer Forderung unter 100 Euro für eine angeblich redaktionelle Veröffentlichung ist Vorsicht geboten, das ist häufig ein Zeichen für ein Linknetzwerk. Bei transparenten, höherpreisigen Marketplace-Angeboten mit klar gekennzeichneten Sponsored- oder nofollow-Links ist eine Bezahlung dagegen üblich und kein Warnsignal an sich.
Wie viele Gastbeiträge sollte man pro Monat anstreben?
Es gibt keine pauschale Zahl. Wichtiger als die Menge ist die Qualität der Platzierung und die thematische Passgenauigkeit zur eigenen Nische, ein einzelner Beitrag auf einem stark relevanten Portal mit hoher DR wiegt mehr als mehrere Platzierungen auf schwachen, branchenfremden Seiten.
Was ist der Unterschied zwischen einem Gastbeitrag und einem Sponsored Post?
Ein Gastbeitrag entsteht redaktionell und ohne Bezahlung, die Zielseite entscheidet allein nach inhaltlicher Qualität, ob sie den Text veröffentlicht. Ein Sponsored Post ist dagegen eine bezahlte Platzierung, die als solche gekennzeichnet werden muss und in der Regel automatisch mit einem nofollow- oder gesponsert-Attribut versehen wird. Eine Vermischung beider Formen, etwa ein bezahlter Beitrag, der als redaktioneller Gastbeitrag ausgegeben wird, verstößt gegen die Google-Richtlinien zu unnatürlichen Links.