Event-Linkbuilding gehört zu den wenigen Linkbuilding-Methoden, bei denen der Backlink ein Nebenprodukt echter Beteiligung ist, nicht das Ergebnis einer Anfrage-E-Mail. Wer ein Event hostet, sponsert oder dort als Speaker auftritt, taucht automatisch dort auf, wo Veranstalter, Presse und Teilnehmer ohnehin verlinken: auf der Event-Website, in der Berichterstattung und in Recap-Beiträgen. Dieser Leitfaden zeigt, wie Event-Linkbuilding im deutschsprachigen Raum funktioniert, welche Veranstaltungstypen die besten Backlinks liefern und wie du eine Kampagne von der Auswahl bis zur Erfolgsmessung aufbaust.
Was ist Event-Linkbuilding?
Event-Linkbuilding bezeichnet den Aufbau von Backlinks durch die Teilnahme an Veranstaltungen, etwa als Gastgeber, Sponsor oder Speaker, statt durch klassische Anfragen an fremde Websites. Der Link entsteht dabei redaktionell: Der Veranstalter setzt ihn, weil er das Event dokumentiert, nicht weil eine Gegenleistung vereinbart wurde. Genau das unterscheidet Event-Linkbuilding von Cold Outreach oder klassischem Gastbeitrags-Linkbuilding, bei denen du aktiv um jeden einzelnen Link bitten musst.
Die Backlinks selbst stammen aus mehreren Quellen rund um dieselbe Veranstaltung: von der Sponsorenseite der Event-Website, aus Presseartikeln, die über das Event berichten, aus Speaker-Verzeichnissen mit Redner-Profilen und aus Blogbeiträgen oder Social-Media-Recaps von Teilnehmern. Weil diese Links über Wochen und teils Monate nach dem Event entstehen, unterscheidet sich Event-Linkbuilding auch im Zeitverlauf von anderen Taktiken. Ein Teil des Ertrags zeigt sich erst deutlich nach dem eigentlichen Veranstaltungstermin.
Für Unternehmen im deutschsprachigen Raum eignen sich dafür sehr unterschiedliche Formate, von der großen Fachmesse bis zum lokalen Meetup. Was sie verbindet, ist die redaktionelle Herkunft des Links: Er entsteht, weil du Teil des Events warst, nicht weil du dafür bezahlt hast, verlinkt zu werden. Diese editorial verdienten Links gelten deshalb als besonders vertrauenswürdig, sowohl für klassische Suchmaschinen als auch für KI-gestützte Suchsysteme, die Quellen und Erwähnungen zunehmend als Relevanzsignal auswerten.
Konkret zählen dazu große Fachmessen wie die dmexco in Köln oder das OMR Festival in Hamburg, kleinere Branchenkonferenzen mit einigen Hundert Teilnehmern, lokale Meetups in der eigenen Stadt, Fachtage und Netzwerktreffen der örtlichen IHK sowie Award-Verleihungen und Brancheninitiativen. Jede dieser Formate erreicht eine andere Zielgruppe und liefert Links mit unterschiedlichem Profil: Eine bundesweite Fachmesse bringt eher überregionale Presse- und Speaker-Links, ein lokales Meetup dagegen geografisch fokussierte Verzeichnis- und Community-Links. Für ein rundes Linkprofil lohnt sich am Ende eine Mischung aus beiden Ebenen, statt sich auf einen einzelnen Eventtyp zu verlassen.
Warum Event-Linkbuilding für den Linkaufbau wirkt
Event-Linkbuilding wirkt, weil die entstehenden Links redaktionell vergeben werden und thematisch fast immer zur eigenen Branche passen. Beides sind Eigenschaften, die klassische Linktauschmaßnahmen kaum erreichen. Ein Link von der Sponsorenseite einer Fachmesse oder aus dem Speaker-Verzeichnis einer Branchenkonferenz lässt sich nicht einfach kaufen. Er setzt echte Teilnahme voraus, und genau das macht ihn für Suchmaschinen zu einem stärkeren Vertrauenssignal.
Mehrere Faktoren wirken hier zusammen:
- Thematische Relevanz. Wer auf einer Fachmesse für Logistik-Software spricht, sammelt Links von logistiknahen Domains, nicht von branchenfremden Verzeichnissen. Diese Themennähe ist ein zentraler Baustein für E-E-A-T und wirkt sich direkt auf die wahrgenommene Fachautorität aus.
- Höherer Trust. Event-Websites, Kammern und Branchenverbände verlinken selten wahllos. Ihre Domains genießen oft einen soliden Trust-Signal-Wert, weil sie über Jahre redaktionell gepflegt werden, statt kurzfristig aufgebaut zu sein.
- Markenbekanntheit über den Link hinaus. Ein Auftritt als Sponsor oder Speaker erzeugt Sichtbarkeit bei Teilnehmern, Presse und anderen Ausstellern, die weit über den einzelnen Backlink hinausreicht.
- Presseabdeckung. Events ziehen Berichterstattung an. Lokale Zeitungen, Fachmagazine und Branchenportale berichten, und solche Presse-Links sind schwerer zu erhalten als ein einfacher Verzeichniseintrag, weil dahinter eine redaktionelle Auswahl steht.
In der Summe entsteht ein Linkprofil, das breiter gestreut und thematisch stimmiger ist als eines aus reinen Outreach-Kampagnen. Für Unternehmen, die ihre Backlinks bislang fast ausschließlich über Gastbeiträge aufgebaut haben, ist Event-Linkbuilding deshalb eine sinnvolle Ergänzung, kein Ersatz.
Ein weiterer Effekt wird in der Praxis oft unterschätzt: Event-Links entstehen selten isoliert. Eine Sponsoring-Zusage zieht häufig einen Speaker-Slot nach sich, ein Vortrag wiederum ein Presse-Zitat, und ein gut dokumentiertes Recap wird von Teilnehmern in eigenen Beiträgen aufgegriffen. Diese Kettenreaktion ist der eigentliche Grund, warum sich der Aufwand für ein einzelnes Event über mehrere Linkquellen hinweg auszahlt, statt nur einen einzigen Backlink zu liefern.
Hosten, Sponsern, Sprechen: Drei Wege zum Backlink
Es gibt drei grundsätzliche Wege, über Events an Backlinks zu kommen: das eigene Event hosten, ein fremdes Event sponsern oder als Speaker auftreten. Jeder Weg erzeugt Links über einen anderen Mechanismus. Die drei Wege lassen sich außerdem problemlos kombinieren, etwa wenn du bei einer Fachkonferenz sowohl sponserst als auch einen Vortrag hältst.
Event hosten
Wer ein eigenes Event hostet, hat die volle Kontrolle über die Linkfläche. Der Link entsteht über drei Kanäle gleichzeitig: die eigene Eventseite, Einträge in Verzeichnissen wie Eventbrite oder lokalen Eventkalendern und die Erwähnung durch Speaker und Presse, die du eingeladen hast. Ein eigenes Event hosten bedeutet mehr Planungsaufwand als ein Sponsoring, dafür bleibt die Eventseite dauerhaft unter deiner Kontrolle und lässt sich nach der Veranstaltung mit Aufzeichnungen, Fotos und einem Recap weiter aktualisieren.
Konkrete Linkquellen beim eigenen Event:
- die eigene Landingpage, die auch Monate später noch aktuell gehalten wird
- Verzeichniseinträge bei Eventbrite, Meetup und lokalen Branchenkalendern
- Presse- und Speaker-Kontakte, die vor dem Event eingebunden wurden und danach von sich aus verlinken
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein mittelständischer Softwareanbieter richtet einen jährlichen Kunden- und Partnertag in Berlin oder München aus. Die eigene Eventseite bleibt auch nach der Veranstaltung online, ergänzt um Fotos und Aufzeichnungen der Vorträge. Zusätzlich wird die Veranstaltung bei Eventbrite und in mindestens einem lokalen Branchenkalender eingetragen, und eingeladene Speaker verlinken die Aufzeichnung ihres eigenen Vortrags von ihrer Firmenwebsite aus. So entstehen mehrere unabhängige Linkquellen aus einer einzigen, selbst organisierten Veranstaltung.
Event sponsern
Beim Sponsoring zahlst du für ein Sponsoring-Paket und bekommst dafür in der Regel einen Platz auf der Sponsorenseite der Veranstaltung. Weil diese Seite von der Konferenz oder Messe selbst gepflegt wird, hat der Link oft eine deutlich stärkere Domain-Autorität, als du sie selbst kurzfristig aufbauen könntest. Bevor du eine Zusage gibst, lohnt sich ein Blick auf frühere Ausgaben desselben Events. Verlinkt der Veranstalter Sponsoren dort tatsächlich, oder bleibt die Sponsorenliste ein reines Logo-Grid ohne Links?
Die Sponsoring-Stufe spielt dabei eine größere Rolle, als viele erwarten. Höhere Pakete bringen häufig zusätzliche Linkflächen mit, etwa eine Erwähnung im Newsletter der Veranstaltung oder auf der Startseite statt nur auf der Unterseite für Sponsoren.
Gerade bei größeren Fachmessen lohnt sich außerdem ein Blick auf begleitende Formate: Viele Veranstaltungen bieten neben dem klassischen Sponsoring-Paket auch Partnerschaften für einzelne Programmpunkte an, etwa eine Networking-Session oder einen Award im Rahmenprogramm. Solche Zusatzpakete sind oft günstiger als ein Hauptsponsoring und bringen trotzdem einen eigenen Eintrag auf der Event-Website.
Als Speaker auftreten
Ein Vortrag bringt in der Regel einen Eintrag im Speaker-Verzeichnis der Veranstaltung, meist mit Foto, Kurzbio und Link zur eigenen Website. Diese Seite liegt auf der Domain der Konferenz selbst und profitiert entsprechend von deren Autorität. Wer als Speaker auftreten möchte, sollte mit einem konkreten Themenvorschlag und einem belastbaren Redner-Profil einsteigen, idealerweise zunächst bei kleineren Branchenevents, bei denen die Konkurrenz um die Slots geringer ist. Diese ersten Vortragserfahrungen lassen sich später nutzen, um sich bei größeren Konferenzen zu bewerben. Eine bewährte Reihenfolge ist, mit einem Vortrag bei einem regionalen Fachverbandstreffen oder einer kleineren Branchenkonferenz zu starten und die daraus entstandene Rednererfahrung anschließend als Referenz für die Bewerbung bei einer größeren, überregionalen Fachmesse zu nutzen.
Konkrete Linkquellen bei Events
Die Backlinks aus Event-Linkbuilding stammen nicht aus einer einzigen Quelle, sondern aus mehreren Stellen rund um dieselbe Veranstaltung. Wer nur die Sponsorenseite im Blick hat, lässt einen Großteil der möglichen Links liegen. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Linkquellen, ein konkretes Beispiel dafür und den Weg, wie du dort tatsächlich einen Link bekommst.
| Linkquelle | Beispiel | Wie du dort landest |
|---|---|---|
| Sponsorenseite der Event-Website | Logo- und Linkleiste auf der Sponsoren-Unterseite einer Fachmesse | Sponsoring-Paket buchen und den Link vertraglich vereinbaren |
| Speaker-Verzeichnis | Redner-Profil mit Foto, Kurzbio und Link zur Firmenwebsite auf der Konferenz-Website | Vortrag einreichen und als Speaker bestätigt werden |
| Presseseite und Medienberichterstattung | Regionale Zeitung oder Fachmagazin berichtet über die Veranstaltung und nennt Sponsoren | Pressemitteilung verschicken, Journalisten vor Ort ansprechen |
| Eventverzeichnisse und Kalender | Eintrag im Eventkalender einer IHK oder auf einer Verzeichnisplattform wie Eventbrite | Veranstaltung selbst dort einreichen |
| Teilnehmer-generierter Content (Post-Event-Recap) | Blogbeitrag oder LinkedIn-Post eines Teilnehmers, der die Veranstaltung und Sponsoren erwähnt | Eigenen Hashtag nutzen, mit Teilnehmern in Kontakt bleiben, nach dem Event gezielt nachfassen |
Ein Blick auf eine echte Presseseite oder ein Speaker-Verzeichnis einer größeren Fachmesse zeigt schnell, wie strukturiert diese Linkflächen aufgebaut sind. Sponsoren erscheinen dort meist in mehreren Kategorien gestaffelt, etwa Platin, Gold und Silber, wobei jede Stufe eine eigene Platzierung und teils sogar eine eigene Beschreibung erhält. Speaker-Profile sind fast immer mit einem Link zur eigenen Website versehen, häufig ergänzt um Social-Media-Profile und einen kurzen Abstract des Vortrags. Diese Konsistenz lohnt eine kurze Vorab-Recherche: Wer sich die Struktur einer früheren Ausgabe der Veranstaltung ansieht, weiß bereits, welche Linkfläche auf welcher Sponsoring-Stufe realistisch zu erwarten ist.
Die fünf Quellen unterscheiden sich außerdem deutlich in ihrer Domain-Autorität und ihrem Aufwand. Die Sponsorenseite und das Speaker-Verzeichnis liegen auf der Domain der Veranstaltung selbst und profitieren direkt von deren Autorität, kosten dich aber ein Sponsoring-Budget oder einen angenommenen Vortrag. Presseartikel bringen oft die höchste Domain-Autorität, sind aber am schwersten planbar, weil du keinen direkten Einfluss auf die redaktionelle Entscheidung hast. Eventverzeichnisse und Kalender sind dagegen fast garantiert zu bekommen, liefern dafür im Schnitt eine geringere Autorität. Teilnehmer-generierter Content schließlich ist am wenigsten kontrollierbar, aber am günstigsten, weil er ohne zusätzliches Budget entsteht, sobald genügend Teilnehmer über das Event sprechen.
Auch das Timing unterscheidet sich von Quelle zu Quelle. Die Sponsorenseite und das Speaker-Verzeichnis sind meist am Tag der Veranstaltung oder kurz danach live. Presseartikel und Teilnehmer-Content brauchen dagegen Zeit: Redaktionelle Berichterstattung erscheint häufig erst Tage bis Wochen nach dem Event, und Recap-Posts von Teilnehmern trudeln über mehrere Wochen verteilt ein. Ein Tool wie LinkForce hilft dabei, neu entstandene Backlinks aus all diesen Quellen laufend zu erfassen, statt jede Quelle einzeln von Hand zu prüfen.
Passende Sponsoring-Partner finden
Passende Sponsoring-Partner für Event-Linkbuilding findest du am zuverlässigsten über branchenspezifische Eventkalender, Branchenverbände, lokale IHK-Veranstaltungen und eine Analyse, welche Events deine Wettbewerber bereits sponsern. Diese vier Quellen decken zusammen fast jede relevante Fachveranstaltung in deiner Branche ab, ohne dass du bei null anfangen musst.
Konkret lohnt sich folgendes Vorgehen:
- Branchenverband-Kalender prüfen. Die meisten deutschen Branchenverbände, etwa der BVDW für die digitale Wirtschaft oder Fachverbände in Handwerk, Handel und Industrie, veröffentlichen jährliche Eventkalender mit Konferenzen, Messen und Fachtagungen.
- Wettbewerber-Sponsoring beobachten. Ein Blick auf die Sponsorenseiten von Fachmessen und Branchenkonferenzen zeigt, welche Events in deinem Umfeld bereits von direkten Wettbewerbern gesponsert werden, ein starkes Indiz für thematische Passung.
- Lokale IHK-Events einbeziehen. Industrie- und Handelskammern organisieren regelmäßig Vortragsreihen, Netzwerktreffen und Fachtage, die sich besonders für regional ausgerichtete Unternehmen eignen.
- Fachmessen im eigenen Segment shortlisten. Von großen bundesweiten Messen bis zu kleineren, spezialisierten Fachmessen lohnt sich eine Liste von zehn bis zwanzig Kandidaten, bevor du in Gespräche mit Veranstaltern einsteigst.
Hinweis zur Link-Kennzeichnung: Für bezahlte Sponsoring-Links gelten dieselben Regeln wie für andere bezahlte Platzierungen. Ein Link, der im Rahmen eines Sponsoring-Pakets gesetzt wird, sollte nach den Google-Richtlinien mit dem Attribut rel=“sponsored“ (ersatzweise nofollow) gekennzeichnet sein. Sprich das beim Vertragsabschluss aktiv mit dem Veranstalter ab. Viele setzen die Kennzeichnung ohnehin standardmäßig, wenn sie sauber nach den Suchmaschinen-Richtlinien arbeiten.
Diese Kennzeichnung schmälert den SEO-Wert eines Sponsoring-Links nicht grundsätzlich, sie beschreibt ihn nur korrekt. Ein sauber ausgezeichneter Sponsoring-Link bringt weiterhin Sichtbarkeit, Referral-Traffic und Markenautorität, nur eben ohne die volle Weitergabe von Linkjuice, wie sie ein unmarkierter redaktioneller Link hätte. Wer diesen Unterschied kennt, kann Sponsoring-Partner realistisch bewerten, statt jeden Event-Link automatisch wie einen vollwertigen redaktionellen Backlink zu behandeln.
Erfolg messen: Tracking und Kennzahlen
Für Event-Linkbuilding lassen sich vier Kennzahlen tracken: neue Backlinks, die Entwicklung der Referring Domains, Referral-Traffic von Event-Quellen und das Volumen an Markenerwähnungen. Weil die Links über Wochen verteilt entstehen, reicht eine einmalige Kontrolle direkt nach dem Event nicht aus.
- Neue Backlinks tracken. Prüfe regelmäßig, welche neuen Links von der Event-Website, aus Presseartikeln und aus Recap-Beiträgen hinzukommen. Tools wie Ahrefs oder LinkForce zeigen neu entstandene Backlinks, sobald sie gecrawlt wurden.
- Referring Domains beobachten. Wichtiger als die reine Linkanzahl ist die Zahl neuer, unabhängiger verweisender Domains, denn sie zeigt, wie breit sich das Linkprofil durch das Event tatsächlich diversifiziert.
- Referral-Traffic auswerten. In Google Analytics lässt sich der Referral-Traffic von der Event-Seite, von Eventbrite-Einträgen und von Recap-Beiträgen separat auswerten, meist über den Zeitraum des Events und die folgenden Wochen.
- Markenerwähnungen mitverfolgen. Google Alerts oder ein vergleichbares Monitoring-Tool zeigt Erwähnungen deiner Marke, deines Eventnamens und beteiligter Speaker, auch dort, wo noch kein Link gesetzt wurde.
Neben diesen vier Kernkennzahlen lohnt sich ein Blick auf die Ankertext-Verteilung der neu gewonnenen Links. Event-Links verwenden meist den Firmennamen oder die reine URL als Ankertext, seltener ein konkretes Keyword. Das ist normal und sogar wünschenswert: Ein Linkprofil, das ausschließlich aus keyword-optimierten Ankertexten besteht, wirkt unnatürlich, während Marken- und URL-Ankertexte aus Event-Quellen das Profil sichtbar natürlicher machen.
Eine realistische Erwartungshaltung an den Zeitverlauf hilft dabei ungemein. Backlink-Tools brauchen selbst einige Tage bis Wochen, um einen neuen Link zu erfassen, und Presse- oder Recap-Links erscheinen häufig erst Wochen nach dem Event. Wer schon in der Woche der Veranstaltung eine vollständige Bilanz erwartet, wird enttäuscht. Sinnvoller ist es, für die Auswertung einen Zeitraum von mehreren Wochen bis wenigen Monaten anzusetzen und die Zahlen erst danach zu bewerten. Auf Rankingebene braucht es meist noch länger, bis sich Event-Links in messbaren Positionsveränderungen niederschlagen, abhängig davon, wie stark die eigene Domain bereits ist und wie umkämpft die Zielkeywords sind.
Häufige Fehler beim Event-Linkbuilding vermeiden
Der häufigste Fehler beim Event-Linkbuilding ist, das Nachfassen nach dem Event zu vernachlässigen. Die meisten Links entstehen nicht automatisch, sie brauchen eine gezielte Nachfrage bei Veranstaltern, Journalisten und Teilnehmern. Wer nach der Veranstaltung nichts mehr tut, verschenkt einen großen Teil des möglichen Linkertrags. Die folgenden Punkte tauchen in der Praxis am häufigsten auf und lassen sich mit wenig Aufwand vermeiden.
- Events ohne Linkbuilding-Potenzial auswählen. Manche gut besuchten Veranstaltungen haben eine gepflegte Teilnehmerliste, aber eine kaum gepflegte Website ohne ausgehende Links. Fix: vor der Zusage die Sponsorenseite früherer Ausgaben prüfen und rechtzeitig absprechen, ob und wo ein Link gesetzt wird.
- Vorab-Kontakt mit dem Veranstalter überspringen. Wer erst kurz vor dem Event Kontakt aufnimmt, verpasst die Chance, in Newslettern, Social-Media-Ankündigungen und Presseanfragen des Veranstalters proaktiv erwähnt zu werden. Fix: Veranstalter Wochen im Voraus kontaktieren und eine echte Beziehung statt nur eine Transaktion aufbauen.
- Nachfassen nach dem Event vernachlässigen. Sponsoren-Links gehen nicht immer von allein online, und Journalisten, die über das Event berichtet haben, erwähnen Sponsoren nicht automatisch mit Link. Fix: eine kurze Nachfrage-E-Mail an Veranstalter und Presse, meist reicht das für die Korrektur.
- Lokale Events ignorieren. Wer nur auf große, überregionale Konferenzen setzt, lässt lokale Linkquellen liegen, die für die lokale Auffindbarkeit besonders wertvoll sind. Fix: lokale Meetups und IHK-Veranstaltungen fest in die Jahresplanung aufnehmen, auch wenn die einzelnen Links dort im Schnitt eine geringere Domain-Autorität haben.
- Event-zu-Marke-Passung ignorieren. Ein Sponsoring-Link von einem Event ohne inhaltlichen Bezug zur eigenen Branche wirkt wenig wertvoll und kann bei genauerer Betrachtung sogar manipulativ erscheinen. Fix: Events konsequent danach auswählen, ob Publikum und Thema tatsächlich zur eigenen Zielgruppe passen, nicht nur danach, wie hoch die Domain-Autorität der Event-Website ausfällt.
Häufig gestellte Fragen
Lohnt sich Event-Linkbuilding auch für kleine Unternehmen?
Ja, vor allem über lokale Events und Meetups, die sich mit überschaubarem Budget sponsern lassen. Ein kleines Sponsoring eines lokalen Meetups oder einer IHK-Veranstaltung bringt oft mehrere thematisch passende Links, ohne dass eine große Kampagne dahinterstehen muss. Für Unternehmen mit regionalem Fokus ist gerade der lokale SEO-Effekt aus solchen Events besonders wertvoll.
Wie lange dauert es, bis Event-Linkbuilding SEO-Ergebnisse zeigt?
Presse- und Recap-Links erscheinen häufig erst einige Wochen nach dem Event, und bis sich das in messbaren Ranking-Veränderungen zeigt, vergehen in der Regel weitere Monate. Ein klareres Bild ergibt sich erst über mehrere Events hinweg, nicht anhand einer einzelnen Veranstaltung.
Was unterscheidet Event-Linkbuilding von klassischem Gastbeitrags-Linkbuilding?
Bei Gastbeiträgen bittest du aktiv um einen Platz auf einer fremden Website, meist über eine direkte Anfrage. Bei Event-Linkbuilding entsteht der Link als Nebenprodukt echter Teilnahme, etwa als Sponsor, Speaker oder Gastgeber. Beide Ansätze lassen sich gut kombinieren, etwa indem ein Vortrag bei einer Konferenz später als Gastbeitrag für ein Fachmagazin aufbereitet wird.
Was kostet Event-Linkbuilding üblicherweise?
Die Kosten hängen stark vom Eventtyp ab. Ein Sponsoring eines lokalen Meetups liegt preislich deutlich unter dem einer großen Fachmesse, bei der Sponsoring-Pakete mehrere Tausend Euro kosten können. Wer klein anfängt, kann mit lokalen Events und Vortragsbewerbungen ohne nennenswertes Sponsoring-Budget starten, denn ein Speaker-Slot kostet in der Regel nichts außer der eigenen Vorbereitungszeit.
Wann sollte ich Veranstalter für ein Sponsoring oder einen Vortrag kontaktieren?
Je größer das Event, desto früher lohnt sich der Kontakt. Bei größeren Fachmessen und Konferenzen empfiehlt sich eine Kontaktaufnahme mehrere Monate vor dem Termin, bei lokalen Meetups reichen oft wenige Wochen Vorlauf. Wer früh anfragt, hat außerdem bessere Chancen auf attraktivere Sponsoring-Stufen oder einen Speaker-Slot, da die besten Plätze meist zuerst vergeben werden.
Wie unterscheidet sich Event-Linkbuilding von Digital PR?
Event-Linkbuilding verdient Links durch Teilnahme: Du sponserst, sprichst oder hostest, und die Links entstehen aus dem Umfeld der Veranstaltung, etwa Event-Website, Verzeichnisse und Presseberichterstattung über das Event selbst. Digital PR verdient Links, indem Geschichten aktiv an Journalisten gepitcht werden, unabhängig davon, ob dahinter eine Veranstaltung steht. Beide Ansätze ergänzen sich gut: Ein Event liefert oft den Anlass, etwa eine Produktvorstellung, eine Auszeichnung oder ein ungewöhnlich hoher Zuspruch bei einem selbst gehosteten Webinar, den eine anschließende Digital-PR-Kampagne dann für zusätzliche Presse-Links nutzen kann.