Backlinks finden: So prüfst du eigene und fremde Linkprofile (2026)

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Infografik: Warum Backlinks ein Rankingfaktor sind - Fluss von Backlink über Vertrauen zum Ranking-Boost

Backlinks gehören zu den stärksten Rankingfaktoren bei Google. Das bestätigte Andrey Lipattsev, Senior Strategist im Google-Search-Quality-Team, 2016 offiziell: Externe Links zählen zu den Top-2-Rankingsignalen neben dem Content selbst. Wer sein eigenes Linkprofil nicht kennt, tappt im Dunkeln. Keine Erklärung, warum eine Seite rankt. Keine Erklärung, warum sie es nicht tut.

Konkret gibt dir die Backlink-Analyse folgende Vorteile:

  • Ranking-Lücken schliessen: Seiten, die trotz gutem Content nicht ranken, haben oft deutlich weniger verweisende Domains als die Konkurrenz. Die Analyse zeigt, wie gross der Abstand tatsächlich ist.
  • Verlorene Links zurückgewinnen: Verlinkende Seiten aktualisieren ihren Content, entfernen Beiträge oder ändern URLs. Wer regelmässig prüft, sieht, welche Links weggefallen sind, und kann gezielt nachfassen.
  • Linkaufbau-Kampagnen überwachen: Nach Outreach oder Gastbeiträgen musst du prüfen, ob der versprochene Link tatsächlich gesetzt wurde und auf die richtige Zielseite zeigt.
  • Toxische Links aufspüren: Spam-Links, Verweise aus Linkfarmen oder unnatürliche Ankertext-Häufungen können Google-Abstrafungen auslösen. Frühe Erkennung verhindert Schaden.
  • Konkurrenten-Potenziale nutzen: Jede Domain, die auf deinen Mitbewerber verlinkt, ist ein bewiesener Kandidat für dein eigenes Outreach. Der Mitbewerber hat die Überzeugungsarbeit bereits geleistet.
  • Autorität für KI-Suche aufbauen: Starke Backlinks sind nicht nur ein Signal für Googles klassischen Algorithmus. Auch KI-gestützte Suchsysteme und Answer-Engines berücksichtigen Vertrauenssignale, die aus dem Linkprofil resultieren.

> Fact-Box: Google-Bestätigung 2016

> Andrey Lipattsev nannte in einem öffentlichen Q&A 2016 Links und Content als die zwei wichtigsten Rankingfaktoren. Seitdem hat sich an dieser Einschätzung nichts Grundlegendes geändert. Neuere Aussagen von Google bekräftigen, dass externe Links weiterhin ein zentrales Signal für Relevanz und Vertrauen sind.

[INFOGRAFIK: Backlinks als Vertrauenskette: externe Seite verlinkt auf deine Domain, Google bewertet Vertrauen, Ranking steigt]

Deine eigenen Backlinks findest du kostenlos in der Google Search Console: Berichte, dann Links. Dort zeigt Google alle Seiten, die auf deine Domain verlinken, inklusive der häufigsten Ankertexte und deiner meistverlinktesten Seiten. Kein Drittanbieter nötig, kein Login bei einem externen Tool.

Anleitung: Google Search Console

  1. Öffne search.google.com/search-console und wähle deine Property.
  2. Klicke im linken Menü auf „Links“.
  3. Unter „Externe Links“ siehst du drei Bereiche:
  • Top-verweisende Websites: Alle Domains, die auf deine Seite verlinken, sortiert nach Anzahl der Links.
  • Top-verweisende Texte: Die häufigsten Ankertexte, mit denen andere auf dich verweisen.
  • Meistverlinkte Seiten: Deine Seiten mit den meisten eingehenden Links von aussen.
  1. Klicke auf eine verweisende Domain, um zu sehen, welche deiner Seiten sie verlinkt.
  2. Klicke auf eine deiner Seiten in „Meistverlinkte Seiten“, um alle verlinkenden Domains dafür zu sehen.
  3. Nutze den „Exportieren“-Button oben rechts, um die Daten als CSV herunterzuladen.

Was die GSC zeigt: Verweisende Domains, verlinkte Seiten, Ankertexte, ungefähre Link-Anzahl je Domain.

Was die GSC nicht zeigt: Keine Autoritätswerte wie DR oder DA, keine historischen Verläufe, keine Konkurrenten-Daten, keine Links, die Google noch nicht gecrawlt hat oder bewusst ignoriert.

Zur Interpretation noch ein wichtiger Punkt: Die GSC zeigt dir nicht alle Links, die jemals auf deine Domain gesetzt wurden. Google wählt bewusst aus, welche Links im Bericht erscheinen. Links, die Google als qualitativ minderwertig einstuft oder aktiv ignoriert, tauchen dort häufig nicht auf. Ein niedriger GSC-Linkcount ist also kein Alarmzeichen, sondern ein Zeichen dafür, dass Google filtert.

Wann du auf einen Drittanbieter wechseln solltest

Für kleine Domains mit unter 50 verweisenden Domains und ohne Linkaufbau-Ambitionen reicht die GSC. Sobald eine dieser Situationen zutrifft, lohnt sich der Umstieg auf ein kostenpflichtiges Tool:

  • Du willst wissen, warum ein Konkurrent besser rankt als du.
  • Du planst eine Outreach-Kampagne und brauchst qualifizierte Ziel-Domains.
  • Du möchtest verfolgen, ob neue Links nach einer Kampagne tatsächlich gecrawlt und indexiert werden.
  • Dein Profil hat mehr als 100 verweisende Domains und du willst Qualität und Ankertext-Distribution im Detail analysieren.

Der Standardansatz bei professionellen SEO-Projekten: GSC für erste Orientierung, kostenpflichtiges Tool für strategische Entscheidungen.

Vergleich: GSC vs. kostenlose Drittanbieter-Tools

KriteriumGoogle Search ConsoleAhrefs FreeSeobility Free
DatenbasisGoogles eigener IndexEigener Crawler (Top 100 Links)Eigener Crawler (begrenzt)
ZugangNur eigene DomainJede Domain, kein Login nötigJede Domain, kein Login nötig
MetrikenKeine AutoritätswerteDR, Ankertext, Follow/NofollowSeobility-Score
AktualisierungLaufend (wie gecrawlt)Alle 15 Minuten (Kernindex)Wöchentlich
Historische DatenNeinNein (nur kostenpflichtig)Nein
DatenqualitätSehr hoch (first-party)HochMittel

> Tipp: Wenn du mehr als 100 verweisende Domains hast, lohnt sich ein kostenpflichtiges Tool. Die GSC zeigt zwar alle Google-bekannten Links, gibt dir aber keine Metriken zur Linkqualität und keinen Vergleich mit Wettbewerbern.

Screenshot: Ahrefs Backlink-Checker - kostenloses Tool zur Konkurrenten-Analyse

Gib die Domain deines Konkurrenten in Ahrefs, Sistrix oder Seobility ein. Das Ergebnis zeigt dir, welche Seiten auf deinen Mitbewerber verlinken, und welche davon auch deiner Domain einen Link geben könnten. Einer der effektivsten Wege, um schnell qualifizierte Linkpotenziale aufzudecken.

3-Schritt-Workflow: Konkurrenten-Analyse

Schritt 1: Domain eingeben und Bericht öffnen

Gib die Domain deines Konkurrenten in dein bevorzugtes Tool ein. Wähle die Ansicht „Verweisende Domains“ statt „Backlinks gesamt“. Diese Ansicht zählt jede verlinkende Domain nur einmal und ist deutlich aussagekräftiger als die rohe Backlink-Summe.

Schritt 2: Verweisende Domains filtern

Filtere die Liste nach sinnvollen Kriterien: Domain Rating 30 oder höher, nur Dofollow-Links (diese übergeben Linkstärke), und thematische Relevanz. Entferne Domains, die in keinem inhaltlichen Bezug zum Thema deines Konkurrenten stehen.

Schritt 3: Linkpotenziale identifizieren

Prüfe für jede verbleibende Domain: Welche Seite des Konkurrenten wurde verlinkt, und in welchem Kontext? Branchen-Blogs, Ratgeber-Seiten und Ressourcen-Sammlungen, die redaktionell verlinken, sind die wertvollsten Kandidaten. Sie verlinken nicht einmalig, sondern regelmässig auf gute Inhalte.

Tool-Vergleich für Konkurrenten-Analyse

ToolKostenlos / KostenpflichtigBesonderheit
AhrefsKostenpflichtig (ab ca. 129 USD/Monat), Free-Tier: Top 100 Links ohne LoginGrösste Datenbank, 15-Minuten-Updates, bestes Ankertext-Reporting
SistrixKostenpflichtig (ab 100 EUR/Monat), begrenzte GratisansichtBesonders stark bei deutschsprachigen Märkten, Sichtbarkeitsindex
SeobilityKostenpflichtig (ab 50 EUR/Monat), Free-Tier vorhandenGutes Preis-Leistungs-Verhältnis für KMU, deutsches Unternehmen
Google Search ConsoleKostenlos, nur eigene DomainFirst-party Google-Daten, kein Konkurrenten-Zugang

> Praxis-Tipp: Analysiere die Top-3 deiner organischen Konkurrenten, nicht nur einen. Verschiedene Wettbewerber haben unterschiedliche Linkquellen. Erst die Schnittmenge zeigt dir, welche Domains systematisch in deiner Nische verlinken und damit die besten Outreach-Kandidaten sind.

Lückenanalyse: Wo du gegenüber Mitbewerbern hinten liegst

Link Gap Analysis, auch „Link Intersect“ genannt: Du schaust, welche Domains auf mehrere deiner Konkurrenten verlinken, aber nicht auf dich. Wer auf drei oder vier Wettbewerber in deiner Nische verlinkt, ist offensichtlich bereit, in diesem Themenbereich zu verlinken. Keine kalten Prospects. Warme Ziele.

In Ahrefs gibt es dafür das „Link Intersect“-Tool unter „Konkurrenzanalyse“. Du gibst deine Domain und bis zu zehn Konkurrenten ein und filterst dann auf „Links zu allen Konkurrenten, aber nicht zu dir“. Das Ergebnis sortierst du nach DR. Ganz oben steht dein erster Outreach-Kandidat.

Ein reales deutsches Beispiel: Ein Ratgeber-Blog für Selbstständige prüft seine Konkurrenten steuerberater.de, firmenwissen.de und gruenderlexikon.de. Domains wie steuererklaerung.de oder selbstaendig-im-netz.de verlinken auf alle drei. Fehlt ein solcher Link bei dir, ist das die konkrete Outreach-Aufgabe.

Infografik: Backlink-Qualität auf einen Blick - Ampel-System für gute, neutrale und schlechte Backlinks

Nicht jeder Backlink ist gleich viel wert. Entscheidend sind Domain Rating, die Anzahl unterschiedlicher IP-Adressen der verlinkenden Server sowie die Ankertext-Verteilung des gesamten Profils. Wer nur die Gesamtzahl der Links betrachtet, zieht falsche Schlüsse.

Die wichtigsten Metriken im Überblick

MetrikToolWas misst sie?Guter Richtwert
Domain Rating (DR)AhrefsStärke des Linkprofils der verlinkenden Domain auf einer logarithmischen Skala von 0 bis 100DR 30+ in den meisten deutschen Branchen
URL Rating (UR)AhrefsStärke des Linkprofils der einzelnen verlinkenden Seite (nicht der Domain)Kontextabhängig, höher ist besser
Domain-PopularitätSeobility, SistrixAnzahl unterschiedlicher verlinkender Domains (dedupliziert)Stetig wachsend über Zeit
IP-PopularitätSeobilityAnzahl unterschiedlicher IP-Adressen der verlinkenden ServerHohe Streuung zeigt natürliches Profil
Follow/Nofollow-VerhältnisAlle ToolsAnteil der Links, die aktiv Linkstärke weitergebenMehrheit Dofollow bei gesunden Profilen

Zur Einordnung: DR ist logarithmisch skaliert. Der Unterschied zwischen DR 30 und DR 40 ist spürbar. Zwischen DR 70 und DR 80 liegen dagegen erhebliche Unterschiede, weil auf diesem Niveau kaum Domains unterwegs sind. In wettbewerbsintensiven deutschen Branchen wie Finanzen, Versicherungen oder Recht gelten DR 50 und höher als realistischer Mindeststandard für impactstarke Links.

Noch etwas, das oft übersehen wird: Verschiedene Tools liefern verschiedene Werte für dieselbe Domain. Ahrefs DR, Seobility-Score und Sistrix-Sichtbarkeitsindex messen unterschiedliche Dinge. Ein Direktvergleich zwischen Tools ergibt keinen Sinn. Nutze immer denselben Metrik-Standard innerhalb eines Projekts. Für den deutschen Markt hat sich DR (Ahrefs) als de-facto-Standard etabliert, den die meisten Linkbuilding-Dienstleister und Publisher verwenden.

Ankertext-Typen und ihre Bedeutung

Die Verteilung der Ankertexte zeigt, wie natürlich oder optimiert ein Linkprofil wirkt:

  • Branded Anchors (z.B. „Finanztip“, „Verivox“): Gesündester Typ, dominiert bei autoritären deutschen Domains.
  • Naked-URL-Anchors (z.B. „blog.linkforce.io“): Neutral, typisch bei redaktionellen Zitaten und Presseveröffentlichungen.
  • Generische Anchors (z.B. „hier klicken“, „mehr erfahren“): Kein thematisches Signal, aber Zeichen natürlichen Verlinkungsverhaltens.
  • Exact-Match-Anchors (z.B. „Backlinks finden“): Starkes thematisches Signal, bei Übergewichtung ein Warnzeichen für Überoptimierung.
  • Partial-Match-Anchors (z.B. „kostenlos Backlinks analysieren“): Guter Kompromiss zwischen thematischer Relevanz und natürlichem Erscheinungsbild.

Ein gesundes Linkprofil hat die Mehrheit der Ankertexte in Branded und Naked-URL-Varianten. Findet man bei einem deutschen Konkurrenten 70 bis 80 Prozent Exact-Match-Anchors auf ein einzelnes Keyword, ist das ein klarer Hinweis auf ein möglicherweise riskantes Linkschema.

Dofollow vs. Nofollow: Was du wirklich wissen musst

Dofollow-Links (der Standard für jeden Link ohne spezielle Attribute) geben Linkstärke von der verlinkenden Seite auf deine weiter. Sie beeinflussen PageRank direkt. Nofollow-Links tragen seit 2019 das Attribut rel=“nofollow“ als Hinweis, nicht als strikte Anweisung. Google kann auch bei Nofollow teilweise Linkstärke weitergeben, muss es aber nicht.

Für deinen Linkaufbau gilt: Dofollow-Links von relevanten Domains mit DR 30+ sind das primäre Ziel. Nofollow-Links sind trotzdem nicht wertlos. Sie bringen Referral-Traffic, diversifizieren das Profil und sehen natürlich aus. Ein Profil, das ausschliesslich Dofollow-Links enthält, wirkt unnatürlich und ist selbst ein Warnsignal.

Sponsored-Links (rel=“sponsored“) sind das korrekte Attribut für bezahlte Platzierungen. Bezahlte Links mit Dofollow-Attribut verstossen gegen die Google-Richtlinien und können manuelle Abstrafungen nach sich ziehen. UGC-Links (rel=“ugc“) werden für nutzergenerierte Inhalte wie Forenkommentare verwendet und spielen für aktiven Linkaufbau keine Rolle.

> Warnung: Viele Nofollow-Links von Low-DR-Domains könnten ein Warnsignal sein. Seit 2019 behandelt Google Nofollow als Hinweis, nicht als strikte Anweisung. Sponsored-Links mit Dofollow-Attribut verstossen gegen die Google-Richtlinien und können manuelle Abstrafungen auslösen.

[INFOGRAFIK: Backlink-Qualität Ampel-Schema: Grün = Dofollow, DR 30+, thematisch relevant, natürlicher Ankertext; Gelb = Nofollow, DR 15 bis 29, schwach relevant; Rot = Low-DR, Spam-Muster, Exact-Match-Überhäufung]

Was du nach dem Finden tun solltest

Backlinks finden ist der erste Schritt. Entscheidend ist, was danach passiert. Wertvolle Links erkennst du an hohem DR, thematischer Relevanz und einem Ankertext, der zum Inhalt der Zielseite passt. Schwache oder toxische Links brauchst du dagegen nur in Ausnahmefällen aktiv zu bekämpfen.

Handlungsmatrix: Linktyp und Massnahme

LinktypMerkmaleWas tun?
Starker Dofollow-LinkDR 30+, thematisch passend, natürlicher AnkertextBehalten, Zielseite weiter ausbauen
Schwacher Nofollow-LinkDR unter 15, kein thematischer BezugIgnorieren, kein Aufwand nötig
Verlorener wertvoller LinkWar früher aktiv mit DR 30+, jetzt nicht mehr vorhandenLink-Reclamation-Outreach starten
Viele Links von einer DomainDieselbe verlinkende Domain, viele SeitenEinmalig als eine Quelle werten, kein Handlungsbedarf
Toxischer LinkLinkfarm, Spam-Domain, unnatürlicher Ankertext-ClusterDisavow-Datei in der GSC einreichen (nur bei konkretem Penalty-Risiko)

Schritt 1: Filtern

Exportiere deine verweisenden Domains und entferne alle Einträge unter DR 20, es sei denn, sie sind thematisch sehr eng verwandt. Domains ohne inhaltlichen Bezug zu deinem Thema fliegen ebenfalls raus.

Schritt 2: Gute Links identifizieren

Markiere Links von Branchenblogs, Fachmedien, Ratgeber-Seiten und thematisch passenden Verzeichnissen. Das ist das Fundament, das du schützen und weiter ausbauen willst. Prüfe dabei auch, auf welche deiner Seiten die besten Links zeigen.

Schritt 3: Lückenanalyse durchführen

Vergleiche dein Profil mit dem deiner Top-3-Konkurrenten. Domains, die auf alle Wettbewerber verlinken, aber nicht auf dich, sind deine hochwertigsten Outreach-Kandidaten. Prüfe, welchen Content-Typ (Ratgeber, Daten-Studie, Tool-Seite) diese Domains verlinkt haben. Das gibt dir einen Hinweis, welches Format du erstellen musst.

Schritt 4: Outreach starten

Für kleine Profile mit 20 bis 30 Kandidaten reicht strukturiertes manuelles Outreach. Wächst die Liste auf 50 oder mehr qualifizierte Domains, lohnt sich ein spezialisierter Dienst. LinkForce deckt den kompletten Linkaufbau-Workflow ab: von der Prospect-Qualifikation über den personalisierten Outreach bis zur gesetzten und verifizierten Verlinkung.

Checkliste: 5 Fragen vor dem nächsten Linkaufbau-Schritt

  • [ ] Weiss ich, welche meiner Seiten die meisten und stärksten externen Links haben?
  • [ ] Habe ich meine Top-3-Konkurrenten analysiert und ihre stärksten Linkquellen dokumentiert?
  • [ ] Gibt es verlorene Links mit DR 30+, für die ich noch keinen Reclamation-Outreach gestartet habe?
  • [ ] Ist meine Ankertext-Verteilung natürlich (Mehrheit Branded oder Naked URL, kein Exact-Match-Übergewicht)?
  • [ ] Habe ich eine klare Liste qualifizierter Outreach-Kandidaten mit dem passenden Content-Format für jede Quelle?

Das ist eine der häufigsten Verwechslungen. Verweisende Domains zählen eindeutige Websites, die auf dich verlinken. Backlinks (Gesamtanzahl) zählen einzelne Link-Vorkommen, einschliesslich mehrerer Links von derselben Domain. Eine Website, die auf 30 verschiedenen Unterseiten auf dich verlinkt, zählt als eine verweisende Domain, aber als 30 Backlinks. Für die Bewertung der Linkprofil-Stärke ist die Anzahl der verweisenden Domains die aussagekräftigere Kennzahl. Dreissig Links von einer Domain haben nicht den 30-fachen Wert eines einzelnen Links davon.

Der einfachste und zuverlässigste kostenlose Weg ist die Google Search Console. Öffne deine Property, klicke im linken Menü auf „Links“ und dann auf „Externe Links“. Dort siehst du alle verweisenden Domains, die meistverlinktesten deiner Seiten und die häufigsten Ankertexte. Für einen ergänzenden Blick durch einen Drittanbieter kannst du den kostenlosen Backlink-Checker von Ahrefs nutzen: Ohne Login bekommst du die Top 100 Links zu jeder Domain, inklusive DR und Ankertext.

Das hängt stark von der Nische ab. Eine lokale deutsche Dienstleister-Website mit DR 25 kann mit 50 verweisenden Domains gut ranken. Ein deutsches Finanzportal braucht für wettbewerbsstarke Keywords oft 500 oder mehr Domains. Gib die Domain deines Konkurrenten in den Ahrefs-Free-Checker, Seobility oder Sistrix ein. Das Ergebnis zeigt dir die Anzahl der verweisenden Domains und Links. Entscheidend ist dabei immer die Zahl der verweisenden Domains, nicht die Gesamtzahl einzelner Links.

Was ist ein guter DR-Wert?

DR 30 und höher gilt in den meisten deutschen Branchen als praktikabler Mindestwert für Links mit messbarem SEO-Einfluss. In stark umkämpften Bereichen wie Finanzen, Versicherungen, Recht oder Gesundheit liegt die realistische Messlatte bei DR 50 und mehr. In engen B2B-Nischen oder lokalen Branchen kann eine thematisch hochrelevante Domain mit DR 20 wertvoller sein als ein generisches Verzeichnis mit DR 60.

Das hängt vom jeweiligen Tool und der Crawl-Priorität der verlinkenden Seite ab. Ahrefs aktualisiert seinen Index für traffikstarke Seiten alle 15 Minuten, für wenig besuchte Seiten kann es Tage oder Wochen dauern. In der Google Search Console erscheinen neue Links meist nach einigen Tagen bis mehreren Wochen, je nachdem wie häufig Google die verlinkende Seite crawlt. Warte mindestens zwei bis vier Wochen, bevor du davon ausgehst, dass ein gesetzter Link noch nicht aufgegriffen wurde.

In den meisten Fällen: nichts. Google ignoriert die Mehrzahl der Spam-Links von sich aus. Ein aktives Disavow ist nur sinnvoll, wenn du eine manuelle Abstrafung erhalten hast oder wenn konkrete Hinweise auf ein unnatürliches Profil vorliegen, das Google bereits als problematisch signalisiert hat. Das Disavow-Tool findest du in der Google Search Console unter „Manuelle Massnahmen“. Erstelle eine Textdatei mit den betroffenen Domains im Format „domain:spam-example.com“ und lade sie dort hoch. Übervorsichtiges Disavowen schadet mehr als es nützt: Du kannst dabei versehentlich wertvolle Links streichen.

Ja, und das ist normal. Jedes Tool betreibt seinen eigenen Crawler und baut seine eigene Datenbank auf. Kein Crawler erreicht jede Seite im Web, und jeder priorisiert andere Domains je nach Crawl-Budget und Frequenz. Das Ergebnis: Ahrefs, Sistrix und Seobility zeigen unterschiedliche Gesamtzahlen für dieselbe Domain. Abweichungen sind bei kleinen oder neuen Sites am grössten. Zwei Tools parallel zu nutzen und die Ergebnisse zu kombinieren bringt eine vollständigere Perspektive, als sich auf eine einzige Datenbank zu verlassen.