Linkrecherche: Der komplette Leitfaden für die Suche nach Linkquellen (2026)

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Linkrecherche

Was ist Linkrecherche?

Linkrecherche ist der Prozess, mit dem du Websites findest und bewertest, die als Linkquelle für dein eigenes Linkbuilding infrage kommen. Das konkrete Ergebnis ist eine qualifizierte Liste linkwürdiger Websites: thematisch passend, mit echter Autorität und Traffic, bereit für die anschließende Kontaktaufnahme. Ohne diesen Schritt gibt es kein zielgerichtetes Outreach, nur Rätselraten.

Kurz gesagt: Linkrecherche bedeutet, potenzielle Linkgeber zu finden, ihre Qualität anhand fester Kriterien zu prüfen und die richtigen Ansprechpartner zu identifizieren, bevor die erste E-Mail rausgeht.

Praxisbeispiel: Ein deutscher Anbieter für Buchhaltungssoftware sucht Backlinks für einen neuen Ratgeber zum Thema Umsatzsteuervoranmeldung. Statt wahllos irgendwelche Domains mit hoher Domain Rating anzuschreiben, recherchiert das Team gezielt Steuerberater-Blogs, Gründerportale und Wirtschaftsmagazine, die bereits über ähnliche Themen schreiben. Genau diese Vorarbeit ist Linkrecherche, und sie entscheidet später darüber, ob die Outreach-Kampagne überhaupt eine Chance hat.

Damit ist Linkrecherche die erste Phase jeder erfolgreichen Linkbuilding-Kampagne. Sie liefert die Zielliste, mit der Outreach danach arbeitet, und sie entscheidet in der Praxis über die Erfolgsquote der gesamten Kampagne. Eine gut recherchierte Liste aus zwanzig passenden Websites bringt am Ende mehr Links als hundert wahllos gesammelte Domains.

So gehst du bei der Linkrecherche vor (Schritt für Schritt)

Fünf aufeinander aufbauende Schritte bilden eine strukturierte Linkrecherche: Taktik festlegen, Kriterien definieren, Prospects finden, Kontakte recherchieren und am Ende jeden Prospect einzeln prüfen. Wer einen dieser Schritte überspringt, baut am Ende eine Liste, die entweder zu ungenau oder zu klein ist, um echten Nutzen zu bringen.

5 Schritte der Linkrecherche: Taktik festlegen, Bewertungskriterien definieren, Prospects finden, Kontaktinformationen finden, Prospects prüfen

Schritt 1: Linkbuilding-Taktik festlegen

Bevor du überhaupt mit der Suche beginnst, muss klar sein, welche Linkbuilding-Taktik du verfolgst. Jede Taktik verlangt ein anderes Website-Profil, andere Ansprechpartner und eine andere Suchmethode. Sonst entsteht fast automatisch die falsche Liste.

Die gängigsten Taktiken und was sie von der Recherche verlangen:

  • Gastbeiträge (Guest Posting): Websites, die externe Autoren akzeptieren. Achte auf „Für uns schreiben“-Seiten, einen aktiven Redaktionsplan und Content-Verantwortliche, die externe Einreichungen bearbeiten.
  • Nischen-Edits (Link-Einfügungen): Bereits veröffentlichte Artikel, in die dein Link als zusätzlicher Mehrwert passt. Suche nach relevanten Beiträgen, denen genau die Quelle fehlt, die du liefern kannst.
  • Broken-Link-Building: Seiten mit toten Links (404-Fehlern), die dein Inhalt ersetzen könnte. Ressourcenseiten und quellenreiche Fachartikel in deiner Nische sind hier die beste Fundgrube.
  • Digital PR: Journalisten, Blogger und Redaktionen, die über deine Branche berichten. Achte auf Publikationen, die regelmäßig Daten, Studien oder Expertenmeinungen zitieren.
  • Skyscraper-Technik: Websites, die aktuell auf eine schwächere Version deines geplanten Inhalts verlinken. Die Backlink-Liste des bestplatzierten Konkurrenzartikels ist hier der Ausgangspunkt.
  • Promotion von Linkable Assets: Websites, die bereits auf vergleichbare Tools, Rechner oder Datenressourcen verwiesen haben. Suche nach Inhalten, die schon auf ähnliche Ressourcen verlinken.
  • Ressourcenseiten-Linkbuilding: Kuratierte „Beste Tools für X“ oder „Ressourcen für Y“-Seiten in deiner Nische.
  • Linktausch: Websites mit vergleichbarer Autorität, bei denen ein gegenseitiger Link Sinn ergibt. Sparsam einsetzen und nur, wenn die thematische Passung wirklich stimmt.

Jede Taktik braucht in Schritt 3 einen eigenen Suchansatz. Lege die Taktik fest, bevor du mit dem Aufbau der Liste beginnst.

Schritt 2: Bewertungskriterien definieren

Bevor du nach Prospects suchst, legst du fest, welche Mindeststandards jede Website erfüllen muss. Diese Kriterien konsequent anzuwenden, verhindert, dass du Zeit auf Websites verschwendest, die ohnehin nie einen wertvollen Link liefern werden.

Mindestkriterien für jeden Prospect:

  • Domain Rating (DR) ab 40: Darunter fehlt einer Website meist die nötige Autorität, um relevante Linkkraft weiterzugeben. Der ideale Bereich für die meisten Kampagnen liegt bei DR 40 bis 80. Über DR 80 sind Websites oft schwerer erreichbar und haben strengere redaktionelle Standards.
  • Organischer Traffic ab 1.000 Besuchern im Monat: Eine Website ohne Traffic ist häufig ein Zeichen für eine Google-Abstrafung oder dünnen Content.
  • Traffic Value ab einem spürbaren Niveau: Der Traffic Value, also der geschätzte Werbewert der Keywords, für die eine Website rankt, ist ein Indikator für die kommerzielle Qualität des Traffics.
  • Thematische Relevanz: Die Website muss inhaltlich zu deinem Thema passen. Eine DR-80-Kochseite hat für einen Fintech-Artikel keinerlei Relevanz. Relevanz ist der wichtigste Filter überhaupt.
  • Gesundes Verhältnis von eingehenden zu ausgehenden Links: Websites, die aggressiv nach außen verlinken, ohne selbst nennenswert verlinkt zu werden, sind oft Linkfarmen oder Billig-Verzeichnisse.
  • Keine Spam-Signale: Achte auf Hinweise wie „Sponsored Post“ oder „Anzeige“ im gesamten Archiv, dünnen Content oder Duplicate Content. Solche Websites verdienen ihre Links nicht redaktionell, sondern verkaufen sie.
  • Aktuelle Content-Aktivität: Mindestens ein veröffentlichter Artikel in den letzten sechs Monaten bestätigt, dass die Website aktiv ist und der redaktionelle Kontakt wahrscheinlich noch erreichbar ist.

Relevanz schlägt jede einzelne Kennzahl. Eine DR-50-Website, die genau dein Thema abdeckt und regelmäßig auf ähnliche Inhalte verlinkt, ist mehr wert als eine DR-80-Website ohne inhaltliche Überschneidung.

Sobald Taktik und Kriterien feststehen, kannst du mit den eigentlichen Suchmethoden starten. In der Praxis kombinierst du meist mehrere dieser Ansätze.

Startseite des Ahrefs Backlink Checker, eines kostenlosen Tools zur Konkurrenzanalyse bei der Linkrecherche

Konkurrenzanalyse / Backlink-Analyse der Konkurrenz

  • Der schnellste Einstieg für fast jede Taktik: prüfen, wer bereits auf deine Top-Konkurrenten verlinkt. Wenn eine Website einmal auf ähnlichen Content verlinkt hat, hat sie ihre grundsätzliche Offenheit dafür bereits bewiesen.
  • In einem Backlink-Tool eine Konkurrenzdomain eingeben, den Backlinks-Bericht öffnen, nach Dofollow-Links filtern und nach DR sortieren.
  • Für höherwertige Prospects eine Link-Intersect-Analyse mit drei bis fünf Konkurrenten fahren: Das Ergebnis zeigt Websites, die auf mehrere Konkurrenten verlinken, aber noch nicht auf dich. Solche Seiten sind besonders empfänglich, weil sie ein klares Verlinkungsmuster in deiner Nische gezeigt haben.

Google-Suchoperatoren

  • Für Gastbeiträge und Ressourcenseiten liefern Suchoperatoren Treffer, die eine reine Backlink-Analyse nicht findet.
  • dein Thema + „für uns schreiben“
  • dein Thema + „Gastbeitrag“
  • dein Thema + „werde Autor“
  • dein Thema + „Artikel einreichen“
  • dein Thema + „Ressourcen“ intitle:ressourcen
  • dein Thema + „beste Tools“ inurl:ressourcen
  • Ergebnisse manuell filtern: Viele „Für uns schreiben“-Seiten gehören zu Verzeichnissen mit schwacher Qualität. Behalte nur Websites mit originellem Content, echtem organischem Traffic und aktueller Publikationstätigkeit.

Content-Explorer-artige Tools

  • Content-Explorer-Funktionen in gängigen SEO-Suiten erlauben die Suche nach veröffentlichten Artikeln zu deinem Keyword, gefiltert nach DR, Traffic und verweisenden Domains. So findest du Seiten, die bereits für dein Thema ranken und Links verdient haben, also genau die Art von Content, auf die deine Zielwebsites bereits verlinken.
  • Web-Explorer-Funktionen gehen noch einen Schritt weiter und durchsuchen den lebendigen Web-Content statt nur indexierte Artikel, was besonders neuere Publikationen sichtbar macht, die noch kein großes Backlink-Profil aufgebaut haben, aber bereits an Zugkraft gewinnen.

Broken-Link-Methode

  • Für Broken-Link-Building den „Best by Links“-Bericht für eine Konkurrenzdomain öffnen und nach „404 nicht gefunden“ filtern. Das sind Seiten, die einmal gerankt und Links gesammelt haben, aber inzwischen nicht mehr existieren. Jede Website, die noch darauf verlinkt, hat einen toten Link, den du ersetzen kannst.
  • Alternativ eine Browser-Erweiterung wie einen Broken-Link-Checker auf Ressourcenseiten in deiner Nische laufen lassen. Sie markiert defekte Links direkt auf der Seite und macht Ersatzmöglichkeiten sofort sichtbar.

PR- und Journalisten-Tools

  • Für Digital-PR-Kampagnen ersetzen Journalisten-Datenbanken die klassische Link-Intersect-Analyse als wichtigste Quelle. Plattformen wie Prowly, Roxhill oder Muck Rack bieten Zugriff auf Redaktionskontakte und Medienbeobachtung, oft ergänzt um Tools für Themenanfragen von Journalisten.
  • Für die meisten PR-Kampagnen liefert die Kombination aus Journalisten-Datenbank und manueller SERP-Recherche, also prüfen, wer das Thema in der Vergangenheit bereits redaktionell aufgegriffen hat, die besten Prospect-Listen.

Schritt 4: Kontaktinformationen finden

Fast immer landet eine Outreach-Mail an info@ oder eine allgemeine Kontaktadresse in einem Postfach, das niemand auf Kooperationsanfragen prüft. Die Antwortquote bei generischen Adressen liegt weit unter der, die du erreichst, wenn du direkt die zuständige Redakteurin oder den Content-Verantwortlichen ansprichst.

Priorität bei der Ansprechpartner-Wahl:

  1. Content-Manager oder Content-Strategin: verantwortet den Redaktionsplan, genehmigt Link-Ergänzungen am ehesten
  2. Redakteur oder leitender Autor: verantwortet einzelne Artikel und kann Änderungen freigeben
  3. Head of Marketing oder SEO: Entscheider bei kleineren Websites mit schlanken Teams
  4. Gründer oder Geschäftsführung: letzte Option bei sehr kleinen Websites, oft reaktionsschnell, aber meist stark ausgelastet

E-Mail-Recherche in der Praxis: E-Mail-Finder-Tools sind der übliche Weg, um professionelle Adressen zu ermitteln. Du gibst eine Domain ein und erhältst das bestätigte E-Mail-Format sowie einzelne Adressen, sofern verfügbar. Für größere Prospect-Listen bietet sich eine Massenverarbeitung per CSV-Upload an. Filtere vor dem Versand konsequent auf verifizierte Adressen, denn unverifizierte Sendungen schaden deiner Absender-Reputation.

Wenn ein E-Mail-Finder-Tool keine Treffer liefert, prüfe die Über-uns-Seite, Autorenzeilen unter Artikeln und die Kontaktseite direkt. Findet sich dort ebenfalls nichts, hilft die Suche nach dem Unternehmen auf LinkedIn, gefiltert nach der passenden Rolle. Anschließend lässt sich die E-Mail-Adresse anhand des bekannten Formats der Domain ableiten (vorname@domain.de oder vorname.nachname@domain.de) und vor dem Versand verifizieren.

LinkedIn-Direktnachrichten sind ein valider Zweitkanal, besonders bei Content-Verantwortlichen, die dort aktiv sind.

Schritt 5: Prospects prüfen und qualifizieren

Zwei verschiedene Schritte stecken dahinter: eine Website zu finden und tatsächlich zu bestätigen, dass sie deine Kriterien erfüllt. Im Qualifizierungsschritt wendest du die Kriterien aus Schritt 2 auf jeden einzelnen Prospect an, bevor er in deine Outreach-Warteschlange wandert.

Prüfliste für jeden Prospect:

  • DR ab 40
  • Organischer Traffic ab 1.000 Besuchern im Monat
  • Thematisch wirklich relevant, nicht nur vage verwandt
  • Mindestens ein veröffentlichter Artikel in den letzten sechs Monaten
  • Keine „Sponsored Post“- oder „Bezahlte Partnerschaft“-Hinweise bei den meisten Artikeln
  • Content ist originell und gut geschrieben, keine dünnen Zusammenfassungen oder erkennbar KI-generierter Text
  • Die Website verlinkt in ihren Artikeln tatsächlich nach außen (drei bis fünf aktuelle Beiträge prüfen)
  • Das Verhältnis eingehender Links ist plausibel, die Seite wird selbst verlinkt und ist nicht nur eine reine Link-Ausgabe-Farm
  • Keine offensichtlichen Spam-Signale erkennbar: plötzliche DR-Sprünge, unnatürliche Ankertext-Verteilung, auffällig hoher Anteil an Links aus themenfremden Ländern

Warnsignale, die eine Website sofort von deiner Liste streichen sollten:

  • Eine „Für uns schreiben“-Seite, die Bezahlung für die Platzierung verlangt
  • Mehr gesponserter Content als originäre Redaktion im gesamten Archiv
  • DR, das in den letzten 90 Tagen sprunghaft gestiegen ist, oft ein Hinweis auf Linkmanipulation
  • Traffic, der fast ausschließlich aus einem Land stammt, das nichts mit deinem Zielmarkt zu tun hat
  • Artikel, die inhaltlich fast identisch mit Content auf anderen Websites sind

Der Qualifizierungsschritt ist der Punkt, an dem die meisten Prospect-Listen deutlich schrumpfen. Eine Rohliste von 200 Prospects reduziert sich nach konsequenter Anwendung dieser Filter oft auf 60 bis 80 wirklich qualifizierte Ziele. Das ist normal und richtig so. Wenige, dafür wirklich gute Prospects schlagen große, unsortierte Listen bei jeder Outreach-Kennzahl.

Werkzeuge für die Linkrecherche: kostenlos vs. kostenpflichtig

Werkzeuge für die Linkrecherche lassen sich grob in vier Kategorien einteilen: Backlink-Checker, Content-Explorer-Tools, Suchoperatoren sowie Outreach- und Kontakt-Tools, jeweils mit kostenlosen und kostenpflichtigen Varianten. Welche Variante sich lohnt, hängt vom Umfang deiner Kampagne ab, nicht von der Kategorie selbst.

Vergleich kostenlose und kostenpflichtige Tools für die Linkrecherche nach Kategorie

Backlink-Checker liefern die Grundlage für die Konkurrenzanalyse. Kostenlose Varianten reichen für einen ersten Überblick über einzelne Domains, decken aber selten Funktionen wie Link-Intersect-Analysen über mehrere Konkurrenten hinweg ab. Kostenpflichtige Suiten bieten hier deutlich mehr Tiefe, insbesondere bei großen Domains mit vielen Backlinks.

Content-Explorer-artige Tools helfen dabei, bereits gut verlinkten Content zu deinem Thema zu finden. In kostenlosen Versionen sind Suchanfragen meist stark begrenzt, kostenpflichtige Zugänge erlauben eine systematische, wiederholbare Recherche über viele Themen hinweg.

Suchoperatoren über eine normale Google-Suche sind komplett kostenlos und decken vor allem Gastbeitrags- und Ressourcenseiten-Recherche ab. Sie ersetzen keine Backlink-Analyse, ergänzen sie aber sinnvoll um Websites, die in keiner Backlink-Datenbank auftauchen.

Outreach- und Kontakt-Tools übernehmen die E-Mail-Recherche und, bei größeren Kampagnen, das Pipeline-Management. Manuelle Recherche über Über-uns-Seiten und LinkedIn ist kostenlos, aber zeitintensiv. Kostenpflichtige E-Mail-Finder-Tools beschleunigen diesen Schritt erheblich, besonders bei umfangreichen Prospect-Listen. Ein Tool wie LinkForce kann diesen gesamten Recherche- und Monitoring-Prozess zusätzlich bündeln, ersetzt aber nicht die inhaltliche Bewertung jedes einzelnen Prospects.

KategorieKostenlosKostenpflichtigAm besten geeignet für
Backlink-CheckerBasis-Abfragen einzelner DomainsTiefenanalyse, Link-Intersect, Volumen-ExportKonkurrenzanalyse
Content-Explorer-ToolsStark limitierte SuchanfragenUmfangreiche, wiederholbare ThemensucheLinkwürdigen Content finden
SuchoperatorenGoogle-Suche, unbegrenztentfälltGastbeitrags- und Ressourcenseiten-Suche
Outreach/Kontakt-ToolsManuelle Recherche (Über uns, LinkedIn)E-Mail-Finder, Massenverarbeitung, Pipeline-ToolsKontaktrecherche im großen Maßstab

Für einzelne Kampagnen oder kleine Teams reicht oft die Kombination aus einem kostenlosen Backlink-Check und manueller Kontaktrecherche. Sobald mehrere Kampagnen parallel laufen oder die Listen deutlich wachsen, zahlt sich ein kostenpflichtiges Setup meist schnell aus, weil es Zeit spart, die sonst in manuelle Recherche fließen würde.

Häufige Fehler bei der Linkrecherche

Der teuerste Fehler bei der Linkrecherche ist, nach Domain Rating statt nach Relevanz zu filtern, denn ein hoher DR-Wert ohne thematischen Bezug bringt weder Linkkraft noch inhaltliche Autorität. Daneben gibt es noch weitere Stolperfallen, die sich in der Praxis immer wieder wiederholen.

  • DR statt Relevanz priorisieren: Ein Link von einer DR-80-Website zu einem fachfremden Thema gibt kaum Linkkraft weiter und baut keine thematische Autorität auf. Zuerst nach Relevanz filtern, dann auf DR schauen.
  • Den Qualifizierungsschritt überspringen: Eine Website zu finden ist nicht dasselbe wie sie zu qualifizieren. Auch Websites, die automatisierte Kriterien erfüllen, können bezahlte Link-Archive, dünnen Content oder kein erkennbares Muster ausgehender Verlinkung haben.
  • Listen bauen, die zu groß für echte Personalisierung sind: Eine Liste mit 500 ungeprüften Websites verleitet zu Copy-Paste-Vorlagen, die ignoriert werden. Eine Liste mit 60 gut qualifizierten, relevanten Zielen mit verifizierten Kontakten performt bei jeder Kennzahl besser.
  • Generische Kontaktadressen nutzen: Eine Mail an info@, admin@ oder kontakt@ landet fast garantiert in einem Postfach, das niemand auf Kooperationsanfragen prüft. Immer die konkrete Person suchen, die Content oder redaktionelle Entscheidungen verantwortet.
  • Ausgehendes Verlinkungsverhalten ignorieren: Eine Website, die in ihren Artikeln nie nach außen verlinkt, wird deinen Link unabhängig von der Qualität deines Pitches kaum aufnehmen. Vor der Aufnahme in die Liste drei bis fünf aktuelle Artikel prüfen.

Ein zusätzlicher Warnhinweis gehört unbedingt in jede Linkrecherche: Wer bei der Prospect-Suche unter Zeitdruck gerät, landet schnell bei toxischen oder spammy Backlink-Quellen, etwa Linkfarmen, gekauften Verzeichniseinträgen oder Websites mit auffälligen Ankertext-Mustern. Solche Quellen bringen kaum etwas. Schlimmer noch: Sie bergen ein reales Risiko für negative SEO und algorithmische Abstrafungen, wenn Google ein unnatürliches Linkprofil erkennt. Konsequentes Vetting in Schritt 5 ist deshalb kein optionaler Zwischenschritt, sondern der eigentliche Schutzmechanismus gegen genau dieses Risiko.

So organisierst du deine Prospect-Liste

Ohne konsistente Nachverfolgung wird eine Prospect-Liste spätestens beim Übergang ins Outreach unhandhabbar. Schon eine einfache Tabelle verhindert doppelte Ansprachen, verlorene Antworten und verpasste Follow-ups.

Mindestfelder, die pro Prospect erfasst werden sollten:

  • URL und Domainname der Zielwebsite
  • Domain Rating und monatlicher organischer Traffic zum Zeitpunkt der Recherche
  • Name, Rolle und verifizierte E-Mail-Adresse des Kontakts
  • Datum der ersten Aufnahme in die Liste
  • Taktik (Gastbeitrag, Nischen-Edit, Broken Link und so weiter)
  • Outreach-Status: nicht begonnen / kontaktiert / nachgefasst / positiv geantwortet / negativ geantwortet / Link live / abgelehnt
  • Live-Link-URL, sobald bestätigt

Wann sich der Wechsel von der Tabelle zu einem CRM-Tool lohnt: Eine Tabelle funktioniert gut für Kampagnen mit bis zu etwa 100 bis 150 aktiven Prospects gleichzeitig. Spezialisierte Tools bieten darüber hinaus eingebautes Pipeline-Reporting, automatisierte Follow-ups und Antwort-Tracking, was den manuellen Aufwand deutlich reduziert. Für Teams, die mehrere Kampagnen parallel über verschiedene Websites betreiben, lohnt sich ein dediziertes Tool klar. Ein Monitoring-Tool wie LinkForce kann dabei helfen, den Status bestehender Links im Blick zu behalten. Die eigentliche Prospect-Tabelle ersetzt es trotzdem nicht.

Halte die Prospect-Liste strikt getrennt von der Outreach-Tracking-Tabelle. Die Prospect-Liste ist ein Qualifizierungsdokument, die Outreach-Tabelle ist ein operatives Protokoll. Werden beide vermischt, entsteht schnell Verwirrung, sobald du Kontakte erneut ansprichst oder mehrere Kampagnen gegen dieselbe Liste fährst.

Gerade bei mehreren parallelen Projekten, etwa wenn du für verschiedene Kunden oder mehrere eigene Websites gleichzeitig Prospects sammelst, lohnt sich zusätzlich eine klare Namenskonvention für Listen und Tabs. Ein einheitliches Format wie „Kunde_Domain_Monat“ verhindert, dass alte und aktuelle Listen im Laufe der Zeit durcheinandergeraten, und macht es jedem im Team leicht, den aktuellen Stand einer Kampagne auf einen Blick zu erkennen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Linkrecherche und Linkbuilding-Outreach?

Linkrecherche ist die Rechercheseite: Prospects finden, filtern und qualifizieren. Linkbuilding-Outreach ist die Umsetzung: E-Mails schreiben, nachfassen und Prospects in tatsächliche Links umwandeln. Die Recherche muss zuerst stehen, denn die Qualität der Prospect-Liste bestimmt maßgeblich, wie erfolgreich das anschließende Outreach sein kann.

Die meisten Teams setzen als Untergrenze DR 40 und 1.000 organische Besucher im Monat an. Darüber hinaus ist thematische Relevanz der wichtigste Filter. Eine DR-50-Website in deiner exakten Nische bringt am Ende mehr als eine DR-80-Website ohne jeden inhaltlichen Bezug.

Wie viele Prospects brauche ich für eine Linkbuilding-Kampagne?

Für eine gut ausgerichtete Kampagne reicht eine qualifizierte Liste von 50 bis 100 Prospects. Die Rohliste muss vorher deutlich größer sein, da sich nach dem Qualifizieren typischerweise ein erheblicher Teil der Kandidaten wieder herausfiltert. Das ist der Normalfall, kein Zeichen für eine schlechte Recherche.

Welche Werkzeuge werden für die Linkrecherche eingesetzt?

Der übliche Werkzeugkasten besteht aus einem Backlink-Tool für die Konkurrenzanalyse, einem E-Mail-Finder für die Kontaktrecherche und Google-Suchoperatoren für Gastbeitrags- und Ressourcenseiten-Ziele. Teams mit größeren Volumina ergänzen häufig ein Pipeline- oder CRM-Tool, um den Überblick über viele parallele Kampagnen zu behalten.

Ist die Konkurrenzanalyse der beste Ausgangspunkt für die Linkrecherche?

Für die meisten Taktiken ja. Konkurrenten haben bereits Links von Websites verdient, die grundsätzlich bereit sind, auf Inhalte in deiner Nische zu verlinken, ihr Backlink-Profil ist also ein bereits validierter Startpunkt. Die Schnittmenge mehrerer Konkurrenten liefert dabei die Prospects mit der höchsten Erfolgswahrscheinlichkeit und sollte deshalb zuerst bearbeitet werden.