Was ist Share of Voice im SEO?
Share of Voice (SoV) im SEO misst, welchen Anteil der Sichtbarkeit in der organischen Suche deine Domain im Vergleich zur Konkurrenz auf einem definierten Keyword-Set hält. Der Wert wird als Prozentzahl zwischen 0 und 100 ausgedrückt und zeigt, wie groß dein Stück vom gesamten Sichtbarkeits- oder Klick-Kuchen einer Nische tatsächlich ist. Anders als eine einzelne Position sagt SoV etwas über deine gesamte Wettbewerbsposition in einem Themenfeld aus, nicht nur über ein einziges Keyword.
Der Begriff stammt ursprünglich aus dem klassischen Marketing, wo er den Anteil der eigenen Werbepräsenz am Gesamtwerbeaufkommen einer Branche beschreibt. Im SEO-Kontext wird dieselbe Logik auf organische Suchergebnisse übertragen: Es geht um den Anteil der Sichtbarkeit, den eine Domain über ein Set relevanter Keywords hinweg im Vergleich zur Konkurrenz erreicht. Es gibt daneben auch andere Kanäle, auf denen sich Share of Voice berechnen lässt, etwa bezahlte Anzeigen oder Social Media, doch dieser Artikel konzentriert sich auf die organische SEO-Variante, weil sie für die meisten Content- und Linkbuilding-Teams die aussagekräftigste ist.
Für SEO-Teams ist die Kennzahl deshalb interessant, weil sie eine ganze Konkurrenzlandschaft in einer einzigen, vergleichbaren Zahl zusammenfasst, statt Dutzende Einzelrankings getrennt zu betrachten. Eine Domain kann bei zehn Keywords vorn liegen und trotzdem insgesamt weniger Sichtbarkeit einsammeln als ein Wettbewerber, der auf einem breiteren Set solide, aber nicht auf Platz 1 rankt. Genau diesen Unterschied macht SoV sichtbar. Wer die Kennzahl regelmäßig beobachtet, erkennt Verschiebungen im Wettbewerbsumfeld oft früher, als es reine Rankingtabellen erlauben würden.
Die Formel: So wird Share of Voice berechnet
Die Grundformel lautet: eigene Klicks oder Sichtbarkeit geteilt durch die Gesamtzahl der Klicks oder Sichtbarkeit aller Wettbewerber im selben Keyword-Set, mal 100. Wer diese Formel einmal verinnerlicht hat, kann sie auf praktisch jeden Kanal anwenden, solange eine vergleichbare Messgröße vorliegt.
Für den organischen Share of Voice sieht die Rechnung konkret so aus: Du summierst die geschätzten Klicks, die deine Domain über ein definiertes Set von Keywords erhält, und teilst sie durch die Summe aller Klicks, die auf diese Keywords in den SERPs insgesamt entfallen, inklusive der Klicks deiner Wettbewerber. Das Ergebnis multiplizierst du mit 100, um die Prozentzahl zu erhalten. Ahrefs Rank Tracker nutzt genau diese Methodik: Klicks werden nicht einfach aus Rankings abgeleitet, sondern über eine positionsbasierte Klickrate geschätzt, die berücksichtigt, dass Position 1 deutlich mehr Klicks abbekommt als Position 8. Diese CTR-Gewichtung nach Position ist der Grund, warum zwei Domains mit ähnlichen Durchschnittsrankings trotzdem sehr unterschiedliche SoV-Werte haben können.
Ein Beispiel zur Veranschaulichung, rein illustrativ und nicht als reale Kennzahl zu verstehen: Angenommen, ein Keyword-Set aus 50 Begriffen erzeugt insgesamt 10.000 geschätzte Klicks pro Monat über alle SERP-Ergebnisse hinweg. Deine Domain erhält davon 1.200 Klicks. Dein organischer Share of Voice läge dann bei 12 Prozent (1.200 geteilt durch 10.000, mal 100).
Die folgende Tabelle zeigt, wie sich die SoV-Formel je nach Kanal unterscheidet:
| Kanal | Metrik | Formel | Datenquelle |
|---|---|---|---|
| Paid SoV | Impressions/Auktionsanteil | Erhaltene Impressions geteilt durch verfügbare Impressions, mal 100 | Google Ads / Search Ads 360 |
| Organic/SEO SoV | Geschätzte Klicks | Eigene Klicks geteilt durch Gesamtklicks aller Wettbewerber im Keyword-Set, mal 100 | Rank Tracker (z. B. Ahrefs, Semrush) |
| AI SoV | Zitierungen/Erwähnungen | Eigene Nennungen geteilt durch Gesamtnennungen aller Marken zu einem Prompt-Set, mal 100 | AI-Monitoring-Tools (z. B. Brand Radar) |
Google Ads Impression Share funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie die organische Variante, nur eben auf Basis von Anzeigen-Impressions statt organischer Klicks. Mehr dazu ist an dieser Stelle nicht nötig, denn der Fokus dieses Artikels liegt klar auf der organischen, SEO-relevanten Berechnung.
Warum Share of Voice aussagekräftiger ist als reine Rankings
Ein einzelnes Ranking sagt wenig darüber aus, wie stark eine Marke insgesamt in ihrer Nische aufgestellt ist. Share of Voice dagegen aggregiert die Sichtbarkeit über ein ganzes Themenfeld und liefert damit ein realistischeres Bild der tatsächlichen Wettbewerbsposition. Wer nur auf Position 1 für ein Haupt-Keyword schaut, übersieht leicht, dass die Konkurrenz auf zwanzig anderen relevanten Begriffen deutlich stärker vertreten ist.
Rankings sind zudem volatil. Ein Algorithmus-Update kann eine einzelne Position über Nacht um mehrere Plätze verschieben, ohne dass sich an der grundsätzlichen Content- oder Linkqualität etwas geändert hat. Manchmal genügt schon ein kleines technisches Update auf einer Konkurrenzseite, und die Positionen tanzen für ein paar Tage durcheinander, bevor sich alles wieder einpendelt. Share of Voice bleibt in solchen Phasen stabiler als einzelne Positionen, weil Schwankungen bei einzelnen Keywords durch die Breite des Sets ausgeglichen werden. Das macht SoV zu einem robusteren Frühwarnsystem für echte Trendveränderungen, gerade in Zeiten, in denen Google mehrere Core Updates pro Jahr ausrollt.
Für Teams, die SEO-Erfolge an das Management oder an Kunden berichten müssen, kommt noch ein praktischer Vorteil hinzu. Eine einzelne Position lässt sich schwer in einen größeren Kontext einordnen, eine Prozentzahl dagegen schon. „Wir sind von Platz 7 auf Platz 4 gestiegen“ sagt wenig über die Gesamtsituation aus. „Unser Share of Voice ist von 14 auf 19 Prozent gestiegen“ zeigt dagegen sofort, dass sich die Wettbewerbsposition über ein ganzes Themenfeld hinweg verbessert hat.
Drei Gründe, warum SoV mehr als nur Rankings zeigt:
- Breite statt Einzelkeyword-Glück: SoV bewertet ein ganzes Themenfeld, nicht die zufällige Tagesform eines einzelnen Rankings
- Resilienz gegenüber Ranking-Volatilität: Schwankungen einzelner Keywords fallen im Aggregat weniger ins Gewicht
- Eine vergleichbare Zahl über ein ganzes Thema hinweg, die sich über Monate hinweg als Trend lesen lässt
Share of Voice vs. Market Share und Sichtbarkeitsindex
Share of Voice misst Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit, während Market Share den tatsächlichen Marktanteil an Umsatz oder Kunden abbildet. Im Gegensatz zu Market Share sagt SoV nichts über Umsatz oder Conversion aus, sondern ausschließlich darüber, wie viel Raum eine Marke in der Suche einnimmt. Beide Kennzahlen ergänzen sich, messen aber unterschiedliche Dinge.
In Deutschland kommt oft noch eine dritte Größe ins Spiel: der Sichtbarkeitsindex, wie ihn etwa Sistrix anbietet. Dieser Index bildet die Sichtbarkeit einer Domain über ein sehr breites, tool-eigenes Keyword-Universum ab, während SoV bewusst auf ein selbst gewähltes, engeres Set zugeschnitten ist. Wer alle drei Kennzahlen nebeneinander kennt, kann besser einordnen, warum eine Domain zum Beispiel bei Sistrix hohe Sichtbarkeit zeigt, im eigenen SoV-Projekt für eine spezifische Kampagne aber schwächer abschneidet: Beide messen einfach unterschiedliche Ausschnitte derselben Landschaft.
| Kennzahl | Was es misst | Datenquelle | Aussagekraft |
|---|---|---|---|
| Share of Voice | Sichtbarkeitsanteil auf einem definierten Keyword-Set | Eigenes Rank-Tracking-Projekt | Hoch für die eigene Nische, wenig aussagekräftig außerhalb davon |
| Market Share | Tatsächlicher Marktanteil an Umsatz oder Kunden | Verkaufs- und Umsatzdaten | Hoch für Geschäftserfolg, aber ohne SEO-Detailtiefe |
| Sichtbarkeitsindex | Sichtbarkeit über ein toolweites, breites Keyword-Universum | Anbieterspezifische Datenbank (z. B. Sistrix) | Gut für groben Marktüberblick, weniger präzise für eine einzelne Kampagne |
Share of Voice messen: Ahrefs, Semrush & Co. im Vergleich
Für ein manuell gepflegtes Keyword-Set lässt sich Share of Voice von Hand berechnen, doch in der Praxis übernehmen spezialisierte Rank-Tracking-Tools das SoV-Tracking automatisiert. Sie sammeln täglich oder wöchentlich Rankingdaten, schätzen Klicks über positionsbasierte CTR-Kurven und aggregieren das Ergebnis zu einer laufend aktualisierten SoV-Kennzahl.
Ahrefs Rank Tracker berechnet SoV klickbasiert innerhalb eines Projekts und stellt die Kennzahl im Dashboard, in der Übersicht als Zeitverlauf sowie im direkten Wettbewerbervergleich dar. Semrush verfolgt mit seiner Position Tracking-Funktion einen ähnlichen Ansatz und bietet zusätzlich Auswertungen für lokale und KI-bezogene Sichtbarkeit an. SISTRIX wiederum arbeitet nicht mit einem selbst konfigurierten Keyword-Set, sondern mit dem hauseigenen Sichtbarkeitsindex, der ein sehr breites Spektrum an deutschen Suchanfragen abdeckt und sich daher eher für einen groben Marktüberblick als für eine präzise Kampagnenmessung eignet.
| Tool | SoV-Feature | Einstiegspunkt | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Ahrefs Rank Tracker | Klickbasierte SoV mit Zeitverlauf und Wettbewerbervergleich | Eigenes Tracking-Projekt mit Keyword-Set und Wettbewerbern | Segmentierung nach Keyword-Tag für Cluster-SoV |
| Semrush Position Tracking | Positionsbasierte Sichtbarkeitskennzahl inklusive lokaler und KI-Sichtbarkeit | Projekt mit Domain, Keywords und Wettbewerbern | Zusätzliche AI-Visibility-Auswertung im gleichen Werkzeug |
| SISTRIX Sichtbarkeitsindex | Breiter, toolweiter Sichtbarkeitswert ohne manuelles Keyword-Set | Domain-Eingabe, kein eigenes Projekt nötig | Guter Schnellüberblick, aber weniger granular als ein selbst kuratiertes Set |
Alle drei Werkzeuge lösen dasselbe Grundproblem auf unterschiedliche Weise: Sie automatisiert berechnen, was sich sonst nur mühsam von Hand aus Ranking-Exports zusammensuchen ließe. Welches Tool am besten passt, hängt weniger vom Preis als von der gewünschten Kontrolle über das Keyword-Set ab. Wer ein eng kuratiertes, kampagnenspezifisches SoV-Tracking will, fährt mit Ahrefs oder Semrush besser. Wer einen schnellen, breiten Marktüberblick über den deutschen Suchraum braucht, ist mit SISTRIX gut bedient.
Die konkreten Preismodelle der drei Anbieter ändern sich regelmäßig, weshalb an dieser Stelle bewusst keine Zahlen genannt werden. Stattdessen lohnt sich ein Blick auf die jeweilige Datenstruktur: Ahrefs und Semrush arbeiten projektbasiert, das heißt, du legst pro Kampagne oder Website ein eigenes Set aus Keywords und Wettbewerbern an und kannst mehrere solcher Projekte parallel pflegen. SISTRIX dagegen liefert von Haus aus einen fertigen Sichtbarkeitswert pro Domain, ganz ohne eigene Konfiguration, was den Einstieg erleichtert, aber weniger Spielraum für kampagnenspezifische Fragestellungen lässt. Für Agenturen, die mehrere Kunden gleichzeitig betreuen, ist die Möglichkeit, beliebig viele getrennte Projekte anzulegen, oft das entscheidende Kriterium bei der Tool-Wahl.
Ein Praxistipp aus dem Agenturalltag: Wer bereits ein Rank-Tracking-Tool im Einsatz hat, muss meist gar nicht zusätzlich investieren, denn die SoV-Funktion ist in der Regel Teil des ohnehin gebuchten Pakets. Es lohnt sich also zunächst zu prüfen, ob die vorhandene Software das SoV-Tracking schon anbietet, bevor ein neues Tool angeschafft wird.
Schritt für Schritt: Den eigenen SEO Share of Voice ermitteln
Auch ohne kostenpflichtiges Tool lässt sich der eigene Share of Voice manuell ermitteln, mit etwas Recherchearbeit und einer Tabellenkalkulation. Der Aufwand hält sich in Grenzen, wenn das Keyword-Set nicht zu groß gewählt wird, und liefert schon nach dem ersten Durchlauf eine erste belastbare Orientierung. Schritt für Schritt funktioniert das folgendermaßen:
- Eigenes Keyword-Set definieren: Wähle 20 bis 50 Keywords, die dein Themenfeld realistisch abbilden. Vermeide reine Marken-Keywords, da sie das Ergebnis künstlich nach oben verzerren.
- Wettbewerber festlegen: Bestimme drei bis fünf echte organische Konkurrenten, die auf denselben Keywords sichtbar sind, nicht nur aspirative Wunschkonkurrenten.
- Rankings erfassen: Prüfe für jedes Keyword die aktuelle Position deiner Domain und der Wettbewerber, entweder manuell über die Google-Suche oder mit einem kostenlosen Rank-Checker.
- Klicks schätzen: Ordne jeder Position eine geschätzte Klickrate zu (grobe Richtwerte: Position 1 rund 25 bis 30 Prozent, Position 3 rund 10 Prozent, Position 10 unter 2 Prozent) und multipliziere sie mit dem Suchvolumen des jeweiligen Keywords.
- SoV berechnen: Summiere die geschätzten Klicks deiner Domain über alle Keywords, teile sie durch die Summe aller geschätzten Klicks aller Wettbewerber und multipliziere mit 100.
Ein Hinweis zur Genauigkeit: Die manuelle Methode arbeitet zwangsläufig mit groben Schätzwerten, während spezialisierte Tools deutlich feiner kalibrierte CTR-Kurven nutzen, die auf großen Datenmengen basieren. Für einen ersten Überblick oder ein kleines Budget reicht die manuelle Variante trotzdem völlig aus. Wichtig ist nur, die Methodik von einem Durchlauf zum nächsten konstant zu halten, damit die Werte über die Zeit vergleichbar bleiben. Wer die Tabelle einmal aufgebaut hat, kann sie monatlich mit aktuellen Positionen aktualisieren und bekommt so mit überschaubarem Aufwand einen eigenen SoV-Trend, ganz ohne Tool-Abo.
Zur schnellen Orientierung noch einmal die fünf Schritte im Überblick:
- Eigenes Keyword-Set festlegen (20 bis 50 nicht-markenbezogene Begriffe)
- Drei bis fünf echte Wettbewerber auswählen
- Rankings für jedes Keyword erfassen
- Klicks je Position anhand grober CTR-Richtwerte schätzen
- Ergebnis zur finalen SoV-Prozentzahl zusammenrechnen
Der Aufwand lohnt sich vor allem dann, wenn noch kein Tool-Budget vorhanden ist, aber trotzdem eine belastbare erste Einschätzung der eigenen Wettbewerbsposition gebraucht wird.
Share of Voice gezielt steigern: Content, Linkbuilding und technische SEO
Wer den eigenen Share of Voice gezielt steigern will, muss an drei Stellschrauben gleichzeitig arbeiten: Content-Abdeckung, Autorität durch Backlinks und technische Grundlagen, die die vorhandene Sichtbarkeit auch in Klicks umwandeln. Keine dieser drei Hebel wirkt isoliert besonders stark, im Zusammenspiel entsteht daraus aber ein spürbarer Effekt. Viele Teams konzentrieren sich fast ausschließlich auf Content und übersehen dabei, dass selbst der beste Artikel ohne ausreichende Domain-Autorität gegen etablierte Wettbewerber kaum eine realistische Chance auf die vorderen Positionen hat.
- Content-Lücken schließen: Analysiere, für welche Keywords aus deinem Set die Konkurrenz rankt, du selbst aber gar keine passende Seite hast, und schließe diese Lücken gezielt mit neuem oder überarbeitetem Content.
- Backlinks und Domain-Autorität aufbauen: Rankings für kompetitive Keywords hängen stark von der Linkstärke der eigenen Domain ab. Gezieltes Linkbuilding, etwa über ein Tool wie LinkForce zur Identifikation und Verwaltung relevanter Linkquellen, verschafft den Seiten die Autorität, die für höhere Positionen und damit für mehr Klickanteil nötig ist.
- CTR und technische SEO optimieren: Bessere Meta-Titel, strukturierte Daten und schnellere Ladezeiten erhöhen die Klickrate auf bereits vorhandenen Positionen, ohne dass sich das Ranking selbst ändern muss.
Diese drei Hebel greifen als Kreislauf ineinander: Content schafft die Grundlage für Rankings, Rankings erzeugen Klicks, Klicks summieren sich zu Share of Voice. Linkbuilding wirkt dabei als Beschleuniger, der direkt in die Ranking-Phase des Kreislaufs eingreift und dafür sorgt, dass neuer oder überarbeiteter Content überhaupt die Chance bekommt, konkurrenzfähige Positionen zu erreichen.
In der Praxis zeigt sich der Effekt meist zeitversetzt. Eine neue Seite kann inhaltlich stark sein und trotzdem erst nach mehreren Monaten spürbar zum SoV beitragen, weil sie zunächst Autorität über Backlinks aufbauen muss, bevor Google ihr eine kompetitive Position zutraut. Genau deshalb lohnt es sich, Content-Planung und Linkbuilding nicht getrennt, sondern als ein gemeinsames Vorhaben zu denken: Sobald eine Content-Lücke identifiziert und geschlossen ist, sollte im nächsten Schritt sofort geprüft werden, welche Linkquellen realistisch erreichbar sind, um die neue Seite in überschaubarer Zeit konkurrenzfähig zu machen. Ein Tool wie LinkForce hilft dabei, passende Linkquellen systematisch zu identifizieren, statt Outreach nach Bauchgefühl zu betreiben.
Share of Voice in der KI-Suche (AI Share of Voice)
AI Share of Voice beschreibt, wie oft eine Marke in Antworten von KI-Suchmaschinen wie ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews erwähnt oder zitiert wird, im Verhältnis zu anderen Marken im selben Themenfeld. Es geht dabei nicht mehr um Klicks auf ein Suchergebnis, sondern um Zitierungen in KI-Antworten, die zunehmend über Sichtbarkeit entscheiden, auch wenn kein klassischer Klick auf die eigene Seite erfolgt.
Wichtig ist die Abgrenzung: Klassischer SoV misst organische Klicks auf ein definiertes Keyword-Set, AI SoV misst Erwähnungen und Zitierungen innerhalb generierter Antworten von KI-Suchmaschinen. Beide Werte hängen zusammen, denn dieselben Signale, die eine Seite in klassischen Rankings stärken, nämlich relevanter Content, thematische Tiefe und eine solide Backlink-Basis, erhöhen auch die Wahrscheinlichkeit, in KI-generierten Antworten zitiert zu werden. Wer bereits organisch gut aufgestellt ist, hat also einen strukturellen Vorteil, wenn es um Sichtbarkeit in der KI-Suche geht.
Zur schnellen Unterscheidung:
- Klassischer SoV: klickbasiert, gemessen über ein Keyword-Set in klassischen SERPs
- AI SoV: zitierungsbasiert, gemessen über ein Prompt-Set in KI-Suchmaschinen
- Gemeinsamer Nenner: beide profitieren von starkem, thematisch tiefem Content und einer belastbaren Autoritätsbasis
Eine vollständige Optimierung für AI SoV würde den Rahmen dieses Artikels sprengen und gehört in einen eigenen AEO-Beitrag. Für den Einstieg reicht die Erkenntnis, dass klassisches SEO und KI-Sichtbarkeit keine getrennten Disziplinen sind, sondern auf denselben Grundlagen aufbauen. Wer schon heute organischen Share of Voice systematisch misst, sammelt damit ganz nebenbei auch die Datenbasis, um später zu beurteilen, ob sich die eigene Sichtbarkeit in der KI-Suche parallel zur klassischen Suche entwickelt oder davon abweicht.
Häufige Fehler bei der Share-of-Voice-Analyse
Die häufigsten Fehler bei der Share-of-Voice-Analyse entstehen nicht bei der Formel selbst, sondern bei der Auswahl der Datenbasis davor. Ein falsches Keyword-Set oder eine unpassende Wettbewerberauswahl verzerren das Ergebnis, selbst wenn die Berechnung mathematisch korrekt ist. Diese Fehler fallen oft erst auf, wenn die Zahl schon eine Weile im Reporting steht und plötzlich niemand mehr erklären kann, warum sie sich so stark von einem Monat zum nächsten bewegt.
Vier Fehler, die in der Praxis besonders oft vorkommen:
- Zu enges Keyword-Set: Wer nur zehn Keywords trackt, bekommt eine Zahl, die bei jeder einzelnen Rankingveränderung stark ausschlägt und wenig über die tatsächliche Marktposition aussagt.
- Falsche Wettbewerber: Aspirative Wunschkonkurrenten statt echter, auf denselben Keywords sichtbarer Wettbewerber verzerren den Vergleich in beide Richtungen.
- SoV ohne Zeitverlauf betrachten: Eine einzelne Momentaufnahme sagt wenig aus. Erst der Verlauf über mehrere Monate zeigt, ob sich die eigene Position tatsächlich verbessert oder verschlechtert.
- Paid und Organic vermischen: Wer bezahlte und organische Klicks in einer Kennzahl zusammenwirft, vergleicht am Ende Äpfel mit Birnen und verliert die Aussagekraft für beide Kanäle.
Wer diese vier Punkte im Blick behält, bekommt aus der eigenen Share-of-Voice-Analyse eine belastbare Kennzahl statt einer irreführenden Momentaufnahme. Am einfachsten lässt sich das erreichen, indem Keyword-Set, Wettbewerberkreis und Messmethode einmal sauber dokumentiert und danach über mehrere Monate hinweg konsequent beibehalten werden, statt sie bei jedem Reporting neu anzupassen.
FAQ: Häufige Fragen zu Share of Voice im SEO
Was ist ein guter Share of Voice Wert?
Es gibt keinen universellen Zielwert, da SoV immer relativ zum gewählten Keyword-Set und Wettbewerberkreis ist. Wichtiger als eine absolute Zahl ist der Trend über die Zeit sowie der Vergleich zur eigenen Ausgangsposition vor einer Kampagne oder einem Content-Push.
Welche Tools bieten Share of Voice Tracking kostenlos an?
Ein manuelles SoV-Tracking über eine eigene Tabelle mit frei zugänglichen Rankingdaten ist grundsätzlich kostenlos möglich, wie im Schritt-für-Schritt-Abschnitt beschrieben. Vollautomatisierte, laufend aktualisierte SoV-Werte bieten dagegen in der Regel kostenpflichtige Tools wie Ahrefs, Semrush oder SISTRIX an.
Wie oft sollte ich meinen Share of Voice messen?
Ein monatlicher Rhythmus reicht für die meisten Projekte aus, um saisonale Effekte und kurzfristiges Rauschen von echten Trends zu unterscheiden. Bei stark umkämpften oder sich schnell verändernden Nischen kann ein wöchentlicher Blick sinnvoll sein, vor allem direkt nach einem Google Core Update oder während einer aktiven Linkbuilding-Kampagne, deren Wirkung engmaschiger nachverfolgt werden soll.
Ist Share of Voice dasselbe wie der Sichtbarkeitsindex von Sistrix?
Nein, beide messen Sichtbarkeit, aber auf unterschiedliche Weise. Der Sichtbarkeitsindex basiert auf einem sehr breiten, toolweiten Keyword-Universum, während Share of Voice auf ein selbst definiertes, engeres Keyword-Set und einen konkreten Wettbewerberkreis zugeschnitten ist.
Kann ich Share of Voice für einzelne Themen-Cluster statt für die ganze Domain berechnen?
Ja, das ist sogar empfehlenswert. Wenn Keywords nach Themen-Cluster getaggt sind, lässt sich SoV pro Cluster separat auswerten, was deutlich aussagekräftiger ist als eine einzelne aggregierte Zahl über die gesamte Domain hinweg.