Was sind Linkarten? Die vier Klassifizierungsachsen im Überblick
Linkarten sind die unterschiedlichen Kategorien, in die sich Links im SEO-Kontext einordnen lassen, je nachdem, welche Eigenschaft man gerade betrachtet. Vier Achsen bringen Ordnung in dieses Feld. Sie beschreiben jeden Link gleichzeitig aus einer anderen Perspektive: Struktur, Attribut, Herkunft und Technik.
Die erste Achse ist die Struktur: Zeigt der Link innerhalb der eigenen Domain oder nach außen? Attribut nennt sich die zweite Achse: Welche Anweisung erhält der Crawler über das rel-Attribut? Bei der dritten Achse geht es um die Herkunft: Wie wurde der Link erworben, redaktionell, per Gastbeitrag oder auf anderem Weg? Die vierte und letzte Achse ist die Technik: Wie ist der Link im Code umgesetzt, als Ankertext, als Bild oder als Weiterleitung?
Fast immer gehört ein einzelner Link zu allen vier Achsen gleichzeitig. Ein Backlink kann zum Beispiel dofollow sein, redaktionell erworben und als klassischer Ankertext-Link umgesetzt, alles zur selben Zeit. Die folgenden Abschnitte gehen jede Achse einzeln durch.
- Struktur: interne Links, externe Links, Backlinks
- Attribut: Dofollow, Nofollow, Sponsored, UGC
- Herkunft: redaktionell, Gastbeitrag, Verzeichnis, Social, User-generated
- Technik: Ankertext, Bild, JavaScript, Weiterleitung, Sprungmarke
Linkarten nach Struktur: Interne Links, externe Links und Backlinks
Die strukturelle Linkart beschreibt, wohin ein Link zeigt: innerhalb der eigenen Domain, nach außen zu einer fremden Domain, oder von einer fremden Domain zur eigenen Seite. Diese Unterscheidung ist die grundlegendste Klassifizierung, weil sie das Verhältnis zwischen zwei Seiten überhaupt erst festlegt. Alle drei Typen, interne Links, externe Links und Backlinks, erfüllen im SEO-Kontext unterschiedliche Aufgaben.
Interne Links
Ein interner Link verbindet zwei Seiten innerhalb derselben Domain, etwa wenn ein Blogartikel auf eine Kategorieseite der eigenen Website verweist. Interne Links erfüllen dabei drei Aufgaben gleichzeitig. Sie verteilen PageRank innerhalb der Seite, sodass wichtige Unterseiten mehr internen Linkwert erhalten. Außerdem legen sie Crawl-Pfade fest: Der Googlebot findet neue Seiten, indem er Links folgt, und eine Seite ohne eingehende interne Links bleibt für Crawler faktisch unsichtbar. Nutzern helfen sie zusätzlich bei der Navigation, was Absprungrate senkt und Verweildauer erhöht.
In der Praxis bedeutet das: Wichtige Seiten wie Pillar-Content sollten von möglichst vielen anderen Unterseiten aus verlinkt werden, mit beschreibendem Ankertext statt generischen Formulierungen wie „hier klicken“. Waisen-Seiten, also Unterseiten ohne eingehende interne Links, sollten vermieden werden.
Externe Links (Outbound)
Von der eigenen Seite zu einer fremden Domain führt ein externer Link, zum Beispiel wenn ein Artikel eine Studie zitiert und auf die Originalquelle verlinkt. Vertrauenswürdige, thematisch passende Quellen zu verlinken, signalisiert, dass Inhalte gut recherchiert sind. Google wertet solche ausgehenden Links grundsätzlich als positives Signal.
Gleichzeitig gibt jeder externe Link etwas Linkwert an das Ziel weiter, weshalb manche Seitenbetreiber externe Links mit rel=“nofollow“ versehen, wenn sie das Ziel nicht vollständig empfehlen wollen. Die praktische Faustregel: extern verlinken, wenn die Ressource dem Leser wirklich weiterhilft, und Nofollow gezielt statt pauschal einsetzen.
Backlinks (Inbound Links)
Ein Backlink ist ein Link von einer fremden Domain, der auf die eigene Seite zeigt. Backlinks gelten als die zentrale Währung im Offpage-SEO. Der Grund liegt in Googles PageRank-Prinzip, das bis heute auf dem Gedanken beruht, dass ein Link von einer anderen Seite einer Empfehlung gleichkommt.
Nicht jeder Backlink ist gleich viel wert. Ein Backlink von einer autoritativen, thematisch passenden Domain gibt deutlich mehr Linkwert weiter als einer von einer wenig vertrauenswürdigen, themenfremden Seite. Für die Bewertung zählen mehrere Faktoren: die Autorität der verlinkenden Domain, die thematische Relevanz der verlinkenden Seite, die Platzierung des Links auf der Seite (im Fließtext statt in Sidebar oder Footer) und ob der Link das Dofollow-Attribut trägt. Wer das eigene Linkprofil auditiert, nutzt Backlinks als Beweisgrundlage dafür, wie viel Autorität die eigenen Seiten überhaupt einsetzen können.
Linkarten nach Attribut: Dofollow, Nofollow, Sponsored und UGC
Ein Dofollow-Link trägt kein einschränkendes rel-Attribut und gibt Linkwert ungehindert weiter, während ein Nofollow-Link mit rel=“nofollow“ markiert ist und Suchmaschinen signalisiert, den Link nicht als Empfehlung zu werten. Ergänzend dazu hat Google mit rel=“sponsored“ und rel=“ugc“ zwei weitere Attribute eingeführt, die bezahlte Platzierungen und nutzergenerierte Links gezielt kennzeichnen. Diese vier Attribute bilden zusammen die zweite Klassifizierungsachse: Sie bestimmen, welche Anweisung ein Link an Crawler sendet.
Dofollow-Links
Der Begriff „Dofollow“ ist eigentlich eine Fehlbezeichnung, denn ein rel=“dofollow“ existiert gar nicht. Gemeint ist schlicht: Der Link trägt keines der einschränkenden Attribute Nofollow, Sponsored oder UGC, und der Browser-Standard für jeden Anchor-Tag ist ohnehin, dem Link zu folgen. Dofollow-Links geben PageRank von der verlinkenden Seite an die Zielseite weiter. Genau deshalb sind sie das eigentliche Ziel jeder Linkaufbau-Kampagne: Sie tragen direkt zur Ranking-Fähigkeit einer Seite bei. Wenn im SEO von „Linkjuice“ die Rede ist, ist genau dieser über Dofollow-Links übertragene Wert gemeint.
Nofollow-Links
Ein Nofollow-Link trägt das Attribut rel=“nofollow“. Google führte dieses Attribut bereits 2005 ein, um Kommentar-Spam einzudämmen: Links, die mit Nofollow markiert sind, sollten kein Ranking-Signal weitergeben. Seit 2019 behandelt Google Nofollow nicht mehr als starre Anweisung, sondern als Hinweis, dem die Suchmaschine folgen kann, aber nicht muss. In der Praxis geben Nofollow-Links weiterhin deutlich weniger direkten PageRank-Wert weiter als Dofollow-Links, tragen aber zu einem natürlichen Linkprofil bei und können Empfehlungs-Traffic bringen.
Nofollow wird typischerweise eingesetzt bei: Links in Kommentarbereichen, Links in bezahlten Inhalten, sofern rel=“sponsored“ nicht genutzt wird, sowie bei Links, für die man nicht garantieren möchte.
Sponsored-Links (rel=sponsored)
Google führte rel=“sponsored“ im selben Update von 2019 ein, um bezahlte Platzierungen gezielt zu kennzeichnen, etwa Affiliate-Links, bezahlte Gastbeitrag-Platzierungen oder Werbeflächen. Das Attribut ist Googles bevorzugtes Signal für bezahlte Links: Es teilt der Suchmaschine mit, dass der Link aufgrund einer kommerziellen Vereinbarung existiert und nicht aus redaktioneller Überzeugung. Wer bezahlte Links weder mit rel=“sponsored“ noch mit rel=“nofollow“ kennzeichnet, verstößt gegen Googles Richtlinien zu Link-Spam, was manuelle oder algorithmische Abwertungen zur Folge haben kann.
UGC-Links (rel=ugc)
Ebenfalls mit diesem Update eingeführt, kennzeichnet rel=“ugc“ (User Generated Content) Links, die von Nutzern in Kommentarbereichen, Forenbeiträgen oder anderen nutzergenerierten Bereichen einer Seite platziert wurden. Das Attribut löst die frühere Praxis ab, pauschal jeden nutzergenerierten Link mit Nofollow zu versehen. Für Seitenbetreiber signalisiert rel=“ugc“ gegenüber Google, dass der Link von einem Nutzer und nicht von der Redaktion stammt, was das Risiko einer Abwertung wegen unkontrollierter Spam-Links in Kommentarbereichen reduziert.
Zur schnellen Orientierung die vier Attribute im Code:
„`
<a href=“…“ rel=“nofollow“>…</a>
<a href=“…“ rel=“sponsored“>…</a>
<a href=“…“ rel=“ugc“>…</a>
<a href=“…“>…</a> (kein Attribut = Dofollow)
„`
Linkarten nach Herkunft: Wie Links im Linkaufbau entstehen
Die Herkunfts-Achse beschreibt, wie ein Link erworben wurde, und genau das macht sie für den Linkaufbau am wichtigsten, weil sie stark mit Qualität, Haltbarkeit und Risiko eines Links korreliert. Redaktionelle Links, die ein Publisher aus eigener Überzeugung setzt, gelten dabei als Königsdisziplin. Daneben stehen Gastbeitrag-Links, Verzeichnis-Links, Social-Links und nutzergenerierte Links, die jeweils eigene Stärken und Grenzen haben.
Editorial Links (organisch)
Ein Publisher setzt einen redaktionellen Link, weil er einen Inhalt tatsächlich für wertvoll hält, ohne dass jemand danach gefragt hat. Beispiele gibt es viele: ein Journalist, der eine Original-Studie zitiert, ein Blogger, der auf einen ausführlichen Ratgeber verweist, oder ein Fachmedium, das ein Tool empfiehlt. Solche Links kommen tendenziell von thematisch passenden Seiten und nutzen natürlichen Ankertext. Sie halten außerdem länger, weil der Publisher sie aus eigenem Antrieb gesetzt hat. Um redaktionelle Links zu verdienen, braucht es Inhalte, die es wert sind, verlinkt zu werden: Originalrecherche, umfassende Leitfäden oder Daten, die es sonst nirgendwo gibt.
Gastbeitrag-Links
In einem Artikel, den man selbst für eine fremde Seite geschrieben hat, steckt ein Gastbeitrag-Link, meist im Fließtext oder in der Autoren-Bio. Gastbeiträge gelten bei Google als legitime Taktik, solange echter Mehrwert für die Zielseite entsteht, der Inhalt zur Zielgruppe passt und der Link natürlich in den Text eingebettet ist. Anders sieht es bei Gastbeitrag-Links in großem Umfang aus, bei denen nur der Link zählt und Qualität keine Rolle spielt. Genau dieses Muster erkennen Googles Spam-Systeme gezielt. Bewährt hat sich, Publikationen mit echter Zielgruppen-Überschneidung anzusprechen und variierenden, natürlichen Ankertext zu verwenden statt Exact-Match-Keywords in jedem Beitrag.
Verzeichnis-Links
Aus einem Eintrag in einem Branchenverzeichnis, einer Ressourcenseite oder einem Nischen-Portal stammt ein Verzeichnis-Link. Der SEO-Wert schwankt stark: Links aus kuratierten, autoritativen Verzeichnissen, etwa Branchenverbänden oder anerkannten Nischen-Portalen, bringen echten Linkwert. Links aus minderwertigen Massenverzeichnissen dagegen, die primär Einträge verkaufen, liefern kaum Wert und fallen in großer Zahl sogar negativ auf. Sinnvoll eingesetzt werden Verzeichnis-Links vor allem für lokale Sichtbarkeit und für Präsenz in relevanten Fachverzeichnissen. Massenhafte Verzeichnis-Einreichungen allein für Linkvolumen gelten dagegen als Spam-Muster.
Social-Links
Social-Links stammen von Plattformen wie X (ehemals Twitter), LinkedIn, Facebook oder Reddit. Fast alle großen Plattformen versehen ausgehende Links automatisch mit Nofollow oder UGC, geben also keinen direkten PageRank weiter. Trotzdem sind Social-Links für SEO indirekt relevant. Sie bringen Empfehlungs-Traffic, aus dem wiederum echte redaktionelle Links entstehen können, wenn Leser über soziale Kanäle auf einen Inhalt aufmerksam werden. Außerdem tragen sie zu Markensignalen bei, die Google zur Einschätzung von Entitäten heranzieht. Als Teil einer Distributionsstrategie sollten sie dienen, nicht als Ersatz für klassischen Linkaufbau.
User-generated Links
Nutzergenerierte Links entstehen, wenn Dritte sie in Foren, Frage-Antwort-Portalen oder Kommentarbereichen platzieren. Wie Social-Links geben sie meist keinen direkten Linkwert weiter, ihr Nutzen liegt in Traffic, Markenbekanntheit und gelegentlich darin, engagierte Community-Mitglieder zu redaktionellen Links zu bewegen. Wer versucht, Links allein durch massenhaftes Posten in Foren aufzubauen, verfolgt ein Muster ohne nachhaltigen SEO-Effekt.
Technische Linkarten: Ankertext, Bild-Links, JavaScript-Links und Weiterleitungen
Die technische Achse beschreibt, wie ein Link im Code umgesetzt ist, und das ist vor allem für das Linkaudit und die technische SEO wichtig, weil nicht jede Umsetzung zuverlässig gecrawlt oder gefolgt wird. Der Ankertext ist dabei die wichtigste Unterart, weil er als Relevanzsignal für die verlinkte Seite dient. Daneben spielen Bild-Links, JavaScript-Links, Weiterleitungen und Sprungmarken eine Rolle.
Ankertext-Links
Der klassische Link besteht aus einem Anchor-Tag mit href-Attribut und klickbarem Text dazwischen. Dieser klickbare Text, der Ankertext, dient als Relevanzsignal für die Zielseite. Der href-Wert kann eine absolute URL, ein relativer Link innerhalb derselben Domain oder ein root-relativer Pfad sein.
Ankertext lässt sich nach SEO-Wirkung in mehrere Typen unterteilen:
- Exact Match: Der Ankertext entspricht exakt dem Ziel-Keyword. Stärkstes Signal, wirkt in großer Zahl aber unnatürlich.
- Partial Match: Enthält das Keyword zusammen mit weiteren Wörtern. Natürlicher als Exact Match.
- Brand-Anchor: Der Ankertext ist der Markenname. Unauffällig und bei Markenerwähnungen zu erwarten.
- Nackte URL (Klarlink): Die URL selbst ist der sichtbare Ankertext, im deutschen Sprachraum auch als Klarlink bezeichnet. Neutrales Keyword-Signal.
- Generisch: Formulierungen wie „hier klicken“ oder „mehr erfahren“. Kaum Keyword-Signal.
Ein natürliches Linkprofil enthält eine Mischung aus all diesen Typen. Besonders bei externen Links gilt ein Übergewicht an Exact-Match-Ankertext als Warnsignal für Über-Optimierung.
Bild-Links
Bei einem Bild-Link steckt das Bild selbst im Anchor-Tag. Der Alt-Text des Bildes übernimmt dabei die Funktion des Ankertextes für SEO-Zwecke. Google crawlt und zählt Bild-Links vollständig. Entscheidend ist ein beschreibender Alt-Text: Ein fehlender oder generischer Alt-Text wie „Bild“ liefert kein Keyword-Signal, während ein Alt-Text, der zum Thema der Zielseite passt, relevanten Kontext weitergibt. Logo-Bilder, die zur Startseite verlinken, sollten den Markennamen als Alt-Text tragen.
JavaScript-Links
JavaScript-Links stecken im JavaScript-Code der Seite statt im HTML-Quelltext, etwa über Onclick-Handler, clientseitiges Routing oder dynamisches Einfügen. Google kann JavaScript zwar rendern, der Googlebot nutzt dafür aber eine zeitversetzte Rendering-Pipeline. JavaScript-Links werden dadurch weniger zuverlässig gecrawlt als reine HTML-Links. Häufig entsteht eine Verzögerung zwischen erstem Crawl und tatsächlichem Rendering, sodass rein per JavaScript eingebundene Links beim ersten Crawl-Durchlauf übersehen werden können. Bei großen Websites mit begrenztem Crawl-Budget kann diese Verzögerung dazu führen, dass wichtige Seiten unentdeckt bleiben. Für Navigation und SEO-relevante Links empfiehlt sich deshalb reines HTML, während JavaScript-Links für reine UI-Interaktionen unproblematisch sind.
Weiterleitungen (301 vs. 302)
Eine Weiterleitung leitet Nutzer und Suchmaschinen automatisch von einer URL an eine andere weiter. Dafür gibt es zwei wichtige HTTP-Statuscodes: 301 und 302. Sie unterscheiden sich darin, wie dauerhaft die Weiterleitung gedacht ist und wie Suchmaschinen den Linkwert dabei behandeln. Eine 301-Weiterleitung gilt als dauerhaft, Google gibt den Linkwert vollständig an die Zieladresse weiter. Wer einen Backlink erwirbt, der über eine 301-Weiterleitung auf die eigene Seite zeigt, bekommt also den vollen Linkwert. Anders bei einer 302-Weiterleitung: Sie gilt als temporär, und Google gibt den Linkwert dabei nicht zuverlässig vollständig weiter. Wer Backlinks prüft, sollte deshalb immer die Weiterleitungskette kontrollieren, etwa mit einem Redirect-Checker. So stellt man sicher, dass ein erworbener Link tatsächlich über eine 301-Weiterleitung läuft und nicht in einer 302-Kette verpufft.
Sprungmarken (Ankerlinks)
Eine Sprungmarke, auch Ankerlink oder Deeplink genannt, nutzt ein URL-Fragment, um direkt zu einem bestimmten Abschnitt innerhalb einer Seite zu springen. Für Suchmaschinen ist eine URL mit Fragment dasselbe Dokument wie die URL ohne Fragment. Das Fragment dient also nur der Navigation im Browser und wird nicht als eigenständige URL gewertet. Für die Nutzerführung sind Sprungmarken trotzdem wertvoll: Sie erleichtern die Navigation in langen Inhalten und können die Darstellung in Featured Snippets beeinflussen, wenn Google klare Sprungziele innerhalb einer Seite erkennt. Einen eigenständigen Linkwert für den einzelnen Abschnitt geben sie jedoch nicht weiter.
Welche Linkart bringt den meisten SEO-Wert?
Redaktionelle Dofollow-Backlinks von vertrauenswürdigen, thematisch relevanten Domains bringen unter allen Linkarten den größten SEO-Wert, weil sie organisch entstehen, keine einschränkenden rel-Attribute tragen und Linkwert ungehindert weitergeben. Gastbeitrag-Links auf qualitativ hochwertigen Publikationen liegen als verlässliche zweite Stufe dahinter. Verzeichnis-Links, Social-Links und nutzergenerierte Links tragen dagegen kaum bis keinen direkten Linkwert bei und wirken eher indirekt über Traffic und Markensichtbarkeit.
Die folgende Tabelle ordnet die wichtigsten Linkarten nach ihrem typischen SEO-Wert und ihrem üblichen Einsatzzweck ein. Die Einstufung ist bewusst qualitativ gehalten, da Google keine exakten Gewichtungen für einzelne Linkarten veröffentlicht.
| Linkart | SEO-Wert | Typischer Einsatzzweck |
|---|---|---|
| Redaktioneller Backlink | hoch | Organische Autorität und Themenrelevanz aufbauen |
| Gastbeitrag-Backlink | hoch | Reichweite und thematische Autorität in einer Nische |
| Verzeichnis-Backlink (kuratiert) | mittel | Lokale Sichtbarkeit, Branchenpräsenz |
| Verzeichnis-Backlink (Massenverzeichnis) | niedrig | Kaum SEO-Nutzen, Risiko bei hoher Menge |
| Social-Link | niedrig | Referral-Traffic, Markensignale |
| UGC- / Forenlink | niedrig | Traffic, gelegentlich Auslöser für redaktionelle Links |
| Sponsored-Link (rel=sponsored) | niedrig | Compliance bei bezahlten Platzierungen |
| Interner Link | mittel | Seitenstruktur, Crawling, Nutzerführung |
| Externer Link (ausgehend) | mittel | Quellenangabe, Vertrauenssignal |
Die praktische Konsequenz: Wer Linkaufbau priorisiert, sollte redaktionelle Dofollow-Backlinks von themenrelevanten, autoritativen Domains an erste Stelle setzen. Gastbeiträge auf passenden Publikationen sind eine verlässliche zweite Priorität. Verzeichnis-Links lohnen sich für lokale und Nischen-Relevanz, bewegen bei umkämpften Keywords aber meist wenig, und Social- sowie UGC-Links wirken fast ausschließlich indirekt über Traffic und Markenbekanntheit.
So analysierst du dein Linkprofil nach Linkart
Wer das eigene Linkprofil nach Linkart analysiert, prüft in mehreren Schritten, welche Attribute, Herkunftsarten und Ankertexte im Backlink-Bestand vorkommen: zuerst die Verteilung der rel-Attribute, dann die Herkunftskanäle und zuletzt die Ankertext-Diversität. So lassen sich Auffälligkeiten erkennen, bevor sie zum Problem werden.
Praktisch lässt sich das mit einem Backlink-Analyse-Tool wie Ahrefs oder LinkForce umsetzen, das die eigene Domain scannt und den Backlink-Bestand nach den hier beschriebenen Achsen aufschlüsselt:
- Attribut-Verteilung prüfen: Wie viele Backlinks sind Dofollow, wie viele Nofollow, Sponsored oder UGC? Ein gesundes Linkprofil besteht überwiegend aus Dofollow-Links, ergänzt um einen natürlichen Anteil der anderen Attribute.
- Herkunft der Links auswerten: Stammen die Backlinks überwiegend von redaktionellen Seiten, Gastbeiträgen, Verzeichnissen oder Foren? Ein plötzlicher Anstieg an Forum- oder Verzeichnis-Links kann auf eine vergangene Spam-Kampagne oder eine automatisierte Linkinjektion hindeuten.
- Ankertext-Verteilung kontrollieren: Macht ein einzelnes Keyword einen auffällig hohen Anteil am Ankertext-Profil aus, deutet das auf Über-Optimierung hin. Marken- und natürlicher Ankertext sollten überwiegen.
- Weiterleitungsketten prüfen: Führen erworbene Backlinks tatsächlich über eine 301-Weiterleitung zur aktuellen Zielseite, oder verpufft der Linkwert in einer 302-Kette?
Warnsignale, die eine genauere Prüfung wert sind: ein plötzlicher Anstieg an Nofollow- oder UGC-Links von wenig vertrauenswürdigen Domains, ein hoher Anteil an Exact-Match-Ankertext aus externen Quellen, bezahlte Platzierungen ohne rel=“sponsored“ sowie Backlinks, die über 302-Weiterleitungen laufen. Wer solche Muster findet, kann schädliche Links über Outreach entfernen lassen oder als letzten Schritt über Googles Disavow-Tool entwerten.
Häufig gestellte Fragen zu Linkarten
Was ist die wertvollste Linkart für SEO?
Ein redaktioneller Dofollow-Backlink von einer thematisch relevanten, autoritativen Domain gilt als wertvollste Linkart. Er entsteht organisch, trägt keine einschränkenden rel-Attribute und stammt von einem Publisher, der ohne kommerzielle Vereinbarung verlinkt hat.
Spielt Nofollow im Jahr 2026 noch eine Rolle für SEO?
Ja, wenn auch nicht als direkter Ranking-Treiber. Seit Googles Umstellung behandelt die Suchmaschine Nofollow als Hinweis statt als starre Anweisung und kann manche Nofollow-Links dennoch für Rankings berücksichtigen. Darüber hinaus bringen Nofollow-Links von reichweitenstarken Seiten Empfehlungs-Traffic und Markensichtbarkeit, was SEO indirekt unterstützt.
Was ist der Unterschied zwischen einem Backlink und einem externen Link?
Die Richtung. Ein externer Link (ausgehend) führt von der eigenen Seite zu einer fremden Domain, ein Backlink (eingehend) kommt von einer fremden Domain zur eigenen Seite. Beide beschreiben dieselbe Verbindung, nur aus unterschiedlicher Perspektive: Was von der eigenen Seite aus ein externer Link ist, ist aus Sicht der Zielseite ein Backlink.
Wie viele Linkarten gibt es?
Das hängt von der gewählten Klassifizierungsachse ab. Nach Struktur gibt es drei Typen (intern, extern, Backlink), nach Attribut vier (Dofollow, Nofollow, Sponsored, UGC), nach Herkunft fünf Haupttypen und nach Technik ebenfalls fünf. Über alle vier Achsen hinweg kommen so etwa 15 bis 20 relevante Linkarten zusammen, wobei sich viele in der Praxis überschneiden.
Können Bild-Links der SEO helfen?
Ja. Bild-Links werden von Google vollständig gecrawlt und als Backlinks gezählt. Entscheidend ist der Alt-Text, der die Funktion des Ankertextes übernimmt. Ein beschreibender, themenrelevanter Alt-Text liefert ein sinnvolles Signal, ein leerer oder generischer Alt-Text dagegen nicht.