Internationaler Linkaufbau bedeutet, Backlinks gezielt aus den Sprachräumen zu gewinnen, in denen eine Website ranken soll. Nicht nur aus englischsprachigen Quellen. Wer seine französische Landingpage nur von englischen Seiten verlinken lässt, sendet Google ein unklares Signal darüber, welchem Markt diese Seite eigentlich dient. Sprachlich passende Links sagen dagegen etwas Klares: Diese Seite gehört in die französischsprachigen Suchergebnisse. Fehlen sie, bleibt internationale SEO Stückwerk, selbst wenn die technische Basis stimmt.
Dieser Leitfaden zeigt, wie du internationalen Linkaufbau technisch sauber aufsetzt, welche Taktiken in welchem Sprachraum funktionieren und wie du die Fehler vermeidest, die deine Rankings im Zielmarkt am häufigsten ausbremsen.
Was ist internationaler Linkaufbau?
Internationaler Linkaufbau ist die gezielte Gewinnung von Backlinks aus Quellen, die in der Sprache und im Zielmarkt der jeweiligen Seite veröffentlichen, statt Links wahllos aus jedem verfügbaren Land zu sammeln. Nicht irgendein Link zählt. Zielt eine Seite auf den deutschsprachigen Markt, kommen die wertvollsten Links von deutschsprachigen Publikationen, Branchenportalen und Communities.
Das unterscheidet internationalen Linkaufbau vom klassischen, einsprachigen Linkaufbau: Dort reicht es meist, thematisch relevante Websites im eigenen Sprachraum zu finden. Bei internationalem Linkaufbau kommt eine zweite Dimension hinzu, nämlich die Sprach- und Marktzuordnung jeder einzelnen Landingpage. Eine Seite kann fachlich perfekt zum Thema passen und trotzdem das falsche Signal senden, wenn sie aus dem falschen Sprachraum verlinkt wird.
Für jede Sprachversion einer Website braucht es deshalb eine eigene, kleine Linkaufbau-Kampagne. Das kostet zunächst mehr Aufwand als eine einzige globale Kampagne. Werkzeuge wie LinkForce helfen, Linkquellen nach Sprache und Herkunftsland zu filtern, damit die Recherche nicht bei jedem neuen Zielmarkt wieder bei null beginnt. Ohne diese Marktzuordnung bleibt internationale SEO auf halbem Weg stehen, auch wenn Inhalte und Technik an sich stimmen.
Warum Sprachrelevanz wichtiger ist als Domain-Autorität
Ein Link von einer autoritätsstarken englischen Seite auf deine französische Unterseite überträgt zwar Linkkraft. Er stärkt aber nicht die Sprachrelevanz dieser Seite. Google bewertet Sprachsignale auf Linkebene, unter anderem über Ankertext, den umgebenden Text auf der verlinkenden Seite und die Hauptsprache der verlinkenden Domain. Stimmen diese Signale nicht mit der Zielsprache der Seite überein, baust du generische SEO-Autorität auf, aber keine gezielte Sprachrelevanz.
Ein Beispiel aus der Praxis macht das greifbar. Ein Onlineshop baut über Jahre ein starkes englischsprachiges Backlinkprofil auf und ergänzt anschließend ein deutsches Unterverzeichnis. Die Erwartung, dass /de/ automatisch in Deutschland rankt, erfüllt sich meist nicht. Alle bestehenden Linksignale zeigen weiterhin auf einen englischsprachigen Kontext. Für das deutsche Unterverzeichnis bestätigt dagegen kein einziger Link, dass es sich um eine deutschsprachige Ressource handelt.
Lokale Suchmaschinen verstärken diesen Effekt. Google.de bewertet deutsche Sprachsignale anders, als Baidu chinesischsprachige Inhalte, Yandex russischsprachige Seiten oder Naver koreanische Inhalte gewichtet. Ein Link von einer .de-Domain auf deine deutsche Seite sendet an die deutsche Google-Suche ein saubereres Signal als ein generischer Link von einer .com-Domain, egal wie hoch deren Domain-Autorität liegt.
Das heißt nicht, dass englischsprachige Links wertlos sind. Sie tragen weiterhin zur allgemeinen Domain-Stärke bei und stützen indirekt auch die anderen Sprachversionen. Entscheidend ist die Ergänzung. Erst das Zusammenspiel aus starken generischen Links und sprachspezifischen Links mit passendem Ankertext, eingebettet in ein redaktionelles Umfeld der Zielsprache, erzeugt ein sauberes Marktsignal. Genau das unterscheidet erfolgreichen internationalen Linkaufbau von einer reinen Übersetzung bestehender Linkbuilding-Kampagnen.
Technische Grundlagen: URL-Struktur und hreflang richtig einsetzen
Bevor du in internationalen Linkaufbau investierst, muss die technische Basis stimmen. Sonst verstärken neue Links nur bestehende Fehlsignale. Für mehrsprachige Websites gibt es drei gängige URL-Strukturen: Subverzeichnisse, Subdomains und länderspezifische Top-Level-Domains, kurz ccTLDs. Jede Variante beeinflusst, wie Linkkraft fließt und wie eindeutig Google die Sprachversionen auseinanderhalten kann.
Die richtige URL-Struktur wählen
| Struktur | Beispiel | Geotargeting-Signal | Linkkraft | Einrichtungsaufwand |
|---|---|---|---|---|
| Subverzeichnis | seite.de/fr/ | Mittel | Gebündelt unter der Hauptdomain | Niedrig |
| Subdomain | fr.seite.de | Mittel | Eher wie eine eigenständige Seite behandelt | Mittel |
| ccTLD | seite.fr | Am stärksten | Eigene Domain, keine gemeinsame Linkkraft | Hoch |
Subverzeichnisse (seite.de/fr/) sind für die meisten Websites die von Google empfohlene Lösung. Sie bündeln die gesamte Linkkraft unter einer Domain, während hreflang-Tags die Sprachversionen sauber trennen. Links auf die Hauptdomain kommen so allen Sprachversionen zugute. Links auf eine konkrete Unterverzeichnis-URL stärken dagegen gezielt den jeweiligen Markt.
Subdomains (fr.seite.de) behandelt Google eher wie eigenständige Websites. Sie lassen sich schnell einrichten. Linkkraft von der Hauptdomain geben sie aber schwächer weiter als Subverzeichnisse.
Länderspezifische Top-Level-Domains wie seite.fr senden das stärkste geografische Signal. Sie verlangen aber eine eigene Linkaufbau-Kampagne je Domain, denn Linkkraft wandert nicht zwischen seite.de und seite.fr. Für die meisten Unternehmen überwiegt der Mehraufwand den Nutzen, es sei denn, es bestehen bereits etablierte Domains in den jeweiligen Märkten.
Vermeide URL-Parameter wie seite.de?lang=fr. Google weist in der eigenen Dokumentation explizit darauf hin, dass diese Struktur die Sprachzuordnung für Suchmaschinen erschwert.
hreflang korrekt implementieren
hreflang teilt Google mit, welche Seitenversion welcher Sprachzielgruppe angezeigt werden soll. Fehlt die Auszeichnung oder ist sie fehlerhaft, muss Google raten. Häufig spielt Google dann die falsche Version an die falsche Zielgruppe aus, wodurch investierte Linkkraft verpufft.
Fehlerhafte hreflang-Implementierungen sind bei internationalen Websites die Regel, nicht die Ausnahme. Die häufigsten Fehler im Überblick:
- Fehlende Selbstreferenz: Jede Seite braucht ein hreflang-Tag, das auf sich selbst verweist, zusätzlich zu den Tags für alle anderen Sprachversionen.
- Falsche Sprachcodes: Nur gültige ISO-639-1-Codes verwenden (fr, de, es), optional ergänzt um ISO-3166-1-Regionscodes (de-AT, de-CH). Fehlerhafte Codes werden stillschweigend ignoriert.
- Fehlende Rückverweise: Verweist Seite A per hreflang auf Seite B, muss Seite B zurück auf Seite A verweisen. Einseitige Tags gelten als Fehler.
- Fehlendes x-default: Für die Fallback-Seite, die Nutzern ohne passend hinterlegte Sprache angezeigt wird, gehört ein hreflang=“x-default“-Tag gesetzt.
- Relative statt absolute URLs: hreflang verlangt vollständige URLs inklusive Protokoll, also https://seite.de/fr/ statt nur /fr/.
- Widersprüchliche Canonical-Tags: Zeigt der Canonical-Tag auf eine andere Version als hreflang, entwertet Google eines der beiden Signale oder beide.
Ist die hreflang-Auszeichnung fehlerhaft, kann internationaler Linkaufbau die Lage sogar verschlechtern. Links auf die französische Seite stärken dann im Zweifel die englische Version im Google-Index, weil die Signale widersprüchlich sind. Die Technik gehört deshalb vor jede Outreach-Kampagne auf den Prüfstand.
So baust du Links in jeder Zielsprache auf, ohne Relevanz zu verlieren
Sprachspezifischer Linkaufbau braucht eigene Inhalte, eigene Ansprache und eigene Linkquellen je Zielsprache, eine reine Übersetzung der bestehenden Kampagne reicht nicht aus. Die folgenden fünf Taktiken lassen sich in fast jedem Sprachraum anwenden, unterscheiden sich aber im Detail deutlich.
Lokalisierte Inhalte statt Wort-für-Wort-Übersetzung
Maschinell übersetzte Inhalte erkennen muttersprachliche Redakteure sofort. Sie verlinken solche Texte selten. Für den Linkaufbau bedeutet das: Übersetzte Inhalte landen bestenfalls auf schwachen Seiten, die kaum SEO-Wert liefern.
Der treffendere Ansatz heißt Transkreation. Inhalte werden so angepasst, dass sie im Zielmarkt natürlich wirken, statt nur sprachlich übertragen zu werden. Konkret heißt das: englische Beispiele durch lokale Entsprechungen ersetzen, wo möglich regionale Daten statt globaler Zahlen verwenden und Tonalität, Redewendungen sowie kulturelle Bezüge an den jeweiligen Markt anpassen.
Bei der Auswahl, was lokalisiert wird, lohnt sich zunächst der Blick auf die stärksten Inhalte im Ursprungsmarkt. Ein Ratgeber, der im Deutschen viele Links gewinnt, funktioniert bei sauberer Transkreation oft auch im Französischen. Am zuverlässigsten übertragen sich drei Formate über Sprachgrenzen hinweg: eigene Recherchen mit lokalen Teilnehmenden, Vergleichsguides zur regionalen Wettbewerbslandschaft und Rechner, die reale Probleme des jeweiligen Marktes lösen.
Gastbeiträge auf muttersprachlichen Seiten
Gastbeiträge sind die direkteste Outreach-Methode für internationalen Linkaufbau. Trotzdem werden sie häufig falsch umgesetzt: Viele Teams pitchen auf Englisch bei nicht-englischsprachigen Publikationen oder reichen maschinell übersetzte Texte mit englischem Ankertext ein.
Richtig läuft es andersherum: in der Zielsprache pitchen, in der Zielsprache schreiben und im Link Ankertext in der Zielsprache verwenden. Im Deutschen sollte der Ankertext etwa „Linkaufbau-Strategien“ lauten, nicht „link building strategies“. Im Französischen „création de liens“ statt „link building“. Suchmaschinen lesen Ankertext im Kontext, sprachlich passender Ankertext verstärkt genau das Relevanzsignal, das die gesamte Kampagne aufbauen soll.
Für die Recherche hilft die Google-Suche in der Zielsprache nach typischen Gastbeitrags-Formulierungen: im Deutschen etwa „Gastbeitrag schreiben“ oder „Artikel einreichen“, im Französischen „soumettre un article“ oder „écrire pour nous“, im Spanischen „escribe para nosotros“. So findest du redaktionelle Seiten, die aktiv externe Inhalte annehmen. Tools wie Ahrefs, Sistrix oder LinkForce filtern zusätzlich nach Sprache und Herkunftsland der verlinkenden Domain und beschleunigen die Recherche über mehrere Märkte hinweg spürbar.
Prüfe vor der Anfrage, ob die Seite wirklich durchgehend in der Zielsprache publiziert und ein echtes redaktionelles Publikum in diesem Markt hat. Eine Seite, die überwiegend auf Englisch schreibt und nur gelegentlich übersetzte Beiträge einstreut, liefert kein vergleichbares Sprachrelevanz-Signal wie eine Seite, die nativ auf Deutsch arbeitet.
Sprachspezifische Digital PR
Pressemitteilungen und Datenstudien gewinnen redaktionelle Links, wenn sie für das Publikum des jeweiligen Mediums wirklich relevant sind. Der häufigste Fehler bei internationaler PR: eine englische Kampagne übersetzen und erwarten, dass französische oder deutsche Journalisten sie aufgreifen.
Deutsche Redaktionen suchen keine übersetzte englische Studie. Sie suchen Geschichten, die für ihre Leserschaft relevant sind, mit deutschen Kennzahlen, lokaler Einordnung und Quellen, die sie kennen. Eine Kampagne, die das eigene Publikum anspricht, bekommt Berichterstattung. Eine übersetzte Kampagne meist nicht.
Baue PR-Materialien deshalb Markt für Markt auf. Zielst du auf den deutschsprachigen Raum, lohnt sich eine eigene Befragung mit deutschen Teilnehmenden, dazu lokale Marktdaten und eine Ansprache deutscher Redaktionen mit einer deutschen Geschichte. Ein Link von einer glaubwürdigen deutschen Publikation wiegt beim Sprachrelevanz-Signal mehr als zehn übersetzte Pressemitteilungs-Übernahmen auf schwachen internationalen Seiten.
Newsjacking in der Zielsprache ist eine weitere, oft unterschätzte Möglichkeit. Dabei greifst du aktuelle Nachrichten oder Trendthemen im jeweiligen Markt auf und kommentierst sie. Das erfordert keine eigene Studie und kann schnell redaktionelle Aufmerksamkeit erzeugen, wenn die eigene Einordnung etwas ergänzt, das in der lokalen Berichterstattung fehlt.
Internationale Digital PR braucht muttersprachliche Autorinnen und Autoren, lokale Presseverteiler und marktspezifische Distribution. Die Struktur ähnelt der deutschen PR-Arbeit. Sie läuft aber je Sprache eigenständig, nicht als reiner Übersetzungsarm davon.
Lokale Verzeichnisse und regionale Plattformen
Länderspezifische Branchenverzeichnisse stärken lokale und sprachliche Relevanzsignale. Ein Eintrag in einem etablierten deutschen Branchenportal signalisiert Google, dass die deutsche Website Teil des deutschen Geschäftsumfelds ist. Verzeichnisse wie die Gelben Seiten in Deutschland, Pages Jaunes in Frankreich oder Páginas Amarillas in Spanien zählen zu den ersten Anlaufstellen für internationalen Linkaufbau.
Der Wert liegt weniger im Link selbst als im Kontext. Der umgebende Inhalt ist in der Zielsprache verfasst, das Publikum sitzt im Zielmarkt, und die Autorität des Verzeichnisses stammt aus jahrelanger Arbeit in genau dieser Region.
Neben klassischen Verzeichnissen liefern regionale Plattformen zusätzliche Kontextsignale. Xing ist im deutschsprachigen Raum das Business-Netzwerk mit der höchsten Relevanz für B2B-Themen. In russischsprachigen Märkten dominiert VKontakte. Für chinesischsprachige Sichtbarkeit sind WeChat und Weibo zentral. LinkedIn, Facebook und Instagram bleiben in den meisten Märkten aktiv, und konsistente, sprachspezifische Profile auf diesen Plattformen tragen ebenfalls zum gesamten Sprachrelevanz-Profil bei.
Achte auf konsistente NAP-Daten (Name, Adresse, Telefonnummer) über alle lokalen Verzeichniseinträge hinweg. Widersprüchliche Angaben erzeugen gegensätzliche Geo-Signale und schwächen genau die lokale Relevanz, die du eigentlich aufbauen willst.
Hier zählt Qualität mehr als Masse. Eine Handvoll etablierter regionaler Verzeichnisse je Markt bringt mehr als Dutzende generische internationale Einträge.
Native-Language-Influencer und Community-Links
Sprachspezifische Communities erzeugen organische Links mit starkem Kontextsignal. Diskutiert ein deutschsprachiges Forum eine deutsche Ressource und verlinkt sie, ist das der Idealfall: muttersprachlicher redaktioneller Kontext, verfasst von einem muttersprachlichen Publikum.
Influencer, die in diesen Communities verankert sind, treiben sowohl direkten Traffic als auch verdiente Links über authentische Empfehlungen. Solche Links entstehen meist redaktionell, nicht über klassisches Outreach. Google gewichtet redaktionell verdiente Community-Links tendenziell stärker, weil der Kontext echt wirkt: Thread, Antworten, Plattform und Publikum agieren nativ in der Zielsprache.
Kulturelle Relevanz geht hier über reine Übersetzung hinaus. Inhalte, die in muttersprachlichen Communities Links gewinnen, müssen Redewendungen, Tonalität und kulturelle Bezüge anpassen, nicht nur die Wörter. Eine Ressource, die im jeweiligen Sprachraum emotional und inhaltlich trifft, wird erwähnt. Eine reine Übersetzung meistens nicht.
Um Zugang zu solchen Communities zu bekommen, hilft echte muttersprachliche Beteiligung am meisten: erst mitdiskutieren, dann Ressourcen vorschlagen. Generische Link-Drops in fremdsprachigen Communities werden entfernt. Echte Teilnahme dagegen erzeugt Erwähnungen.
Was Relevanzverwässerung verursacht und wie du sie vermeidest
Relevanzverwässerung entsteht, wenn mehrere Fehler gleichzeitig verhindern, dass deine sprachlich ausgerichteten Seiten ein klares Marktsignal aufbauen. Selten liegt es an einem einzelnen Fehler. Meist ist es ein Muster aus technischen und strategischen Lücken, das sich über Zeit summiert.
Fremdsprachige Links auf die englische Seitenversion sind der klassische Fall. Verlinkt eine französische Publikation versehentlich deine englische Startseite statt das französische Unterverzeichnis, stärkt dieser Link die englische Relevanz, nicht die französische. Gib deshalb bei jeder Outreach-Anfrage explizit die sprachspezifische Ziel-URL an.
Ebenso riskant: automatisierte Übersetzung für Outreach und Inhalte. Seiten, die automatisiert übersetzte Inhalte akzeptieren, liefern selten echte Sprachrelevanz. Ein Link von einer schwachen Seite, die einen maschinell übersetzten Gastbeitrag angenommen hat, trägt kaum etwas zur Relevanz bei, erhöht aber das Risiko im Backlinkprofil. Muttersprachliche Autoren und professionelle Lokalisierung sind der Mindeststandard für linkwürdige mehrsprachige Inhalte.
Auch widersprüchliche hreflang-Auszeichnung im Linkcluster kostet Signal. Gewinnst du Links auf seite.de/fr/, aber die hreflang-Tags weisen Google eine andere Seite als kanonische französische Version zu, stehen Link- und Crawling-Signale im Widerspruch. Google entwertet daraufhin eines der beiden Signale, manchmal beide. Korrigiere die hreflang-Konfiguration, bevor du den Linkaufbau skalierst.
Ein weiterer Fehler: Links von sprachlich gemischten Seiten ohne klare Struktur. Manche Seiten publizieren mehrsprachig, ohne URL-Trennung oder hreflang zu nutzen. Links von solchen Seiten liefern kein sauberes Sprachsignal, weil Google die verlinkende Seite keinem eindeutigen Sprachkontext zuordnen kann. Sie erhöhen zwar die allgemeine Autorität, aber kaum die gezielte Sprachrelevanz.
Schließlich scheitern viele Kampagnen daran, google-optimierte Taktiken unverändert auf Nicht-Google-Märkte zu übertragen. Für chinesischsprachige Zielgruppen bewertet Baidu Links anders als Google. Für russischsprachige Märkte gewichtet Yandex Linksignale abweichend, und Naver hat für Korea ein eigenes Relevanzmodell. Internationaler Linkaufbau für diese Märkte braucht ein Verständnis der jeweiligen Plattformsignale, nicht die Übertragung google-optimierter Taktiken mit übersetztem Content.
Mehrsprachiger vs. mehrregionaler Linkaufbau: Was ist der Unterschied?
Mehrsprachiger Linkaufbau zielt auf Nutzer nach Sprache. Mehrregionaler Linkaufbau zielt auf Nutzer nach Land. Beide Begriffe werden oft synonym verwendet, beschreiben aber unterschiedliche Ausrichtungen mit unterschiedlichen Konsequenzen für die SEO-Strategie.
Am Beispiel Französisch wird der Unterschied deutlich. Mehrsprachiger Linkaufbau erreicht französischsprachige Nutzer weltweit, also in Frankreich, Belgien, Kanada und der Schweiz gleichermaßen. Mehrregionaler Linkaufbau zielt dagegen gezielt auf Nutzer in Frankreich, unabhängig davon, welche Sprache dort sonst noch gesprochen wird.
| Kriterium | Mehrsprachig | Mehrregional |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Nutzer nach Sprache | Nutzer nach Land |
| Reichweite | Französischsprachige weltweit: Frankreich, Belgien, Kanada, Schweiz | Nutzer speziell in Frankreich |
| Priorität bei Linkquellen | Sprachlich passende Publisher | Publisher mit Länderdomain (.fr, .de) |
| Technisches Signal | hreflang-Sprachattribut | ccTLD, geografisch verortete Inhalte |
| Idealkombination | Eine .fr-Domain mit französischsprachigem Content liefert beide Signale gleichzeitig | Eine .fr-Domain mit französischsprachigem Content liefert beide Signale gleichzeitig |
Die meisten internationalen Kampagnen kombinieren beide Ansätze. Eine französischsprachige Seite mit .fr-Domain liefert Sprach- und Regionssignal gleichzeitig und ist damit der Idealfall.
Die beiden Perspektiven helfen auch bei der Fehlerdiagnose. Ist die hreflang-Auszeichnung sauber, die französische Seite hat aber kaum Links von französischsprachigen Publishern, liegt die Lücke beim Sprachsignal. Hier helfen gezielte Outreach-Kampagnen und lokalisierte Inhalte.
Ein anderes Muster zeigt ein anderes Problem. Ist der französische Content gut von französischsprachigen Seiten verlinkt, die Sichtbarkeit in Frankreich selbst bleibt aber schwach, liegt das Problem eher bei regionalen Signalen wie .fr-Domains oder in Frankreich gehosteten Partnerseiten. Wer mehrregionale Probleme mit rein mehrsprachigen Maßnahmen angeht, verschwendet Budget. Die Diagnose des tatsächlichen Signal-Gaps gehört deshalb immer vor die Kampagnenplanung, nicht danach.
Häufig gestellte Fragen
Helfen Links in anderen Sprachen auch meiner deutschen Seite?
Sprachübergreifende Links übertragen Linkkraft und stärken die allgemeine Domain-Autorität. Die Sprachrelevanz einer bestimmten Seitenversion stärken sie aber nicht direkt. Eine deutsche Seite profitiert von einem Link aus einer französischen Publikation durchaus bei der Domain-Stärke. Für Suchanfragen im französischen Markt hilft ihr dieser Link trotzdem nicht beim Ranken.
Wie viele Sprachen sollte ich gleichzeitig im Linkaufbau bearbeiten?
Am besten startest du mit einer Zielsprache pro Kampagnenzyklus. Wird Outreach gleichzeitig auf fünf Sprachen verteilt, entstehen in jedem Markt nur schwache Linkprofile. Besser: Wähle die Sprache mit dem höchsten Umsatzpotenzial und baue dort erst ausreichend Tiefe auf, bevor du den nächsten Markt angehst.
Welche URL-Struktur eignet sich am besten für internationalen Linkaufbau?
Für die meisten Unternehmen funktionieren Subverzeichnisse (seite.de/fr/) am besten. Sie bündeln Domain-Autorität und ermöglichen über hreflang trotzdem eine klare Sprachtrennung. ccTLDs liefern ein stärkeres geografisches Signal, verlangen aber eine eigene Linkaufbau-Investition je Domain. Subdomains geben Linkkraft am schwächsten weiter.
Muss der Ankertext in der Zielsprache verfasst sein?
Ja, zumindest sofern du ihn steuern kannst. Ankertext in der Zielsprache ist ein saubereres Relevanzsignal als englischer Ankertext auf einer nicht-englischen Seite. Gib bei Gastbeiträgen oder Content-Placements den Ankertext in der Sprache der Zielseite konkret vor. Natürlich entstandene Links folgen dieser Regel nicht immer. Deine aktiv platzierten Links sollten es aber.
Wie finde ich Linkaufbau-Prospects in anderen Sprachen?
Suche in der Zielsprache direkt bei Google nach typischen Formulierungen für Gastbeiträge. Im Deutschen etwa „Gastbeitrag schreiben“ oder „schreib für uns“, im Französischen „soumettre un article“ oder „écrire pour nous“, im Spanischen „escribe para nosotros“. Tools wie Ahrefs oder LinkForce lassen sich zusätzlich nach Sprache und Herkunftsland der verlinkenden Domain filtern, was die Recherche über mehrere Märkte beschleunigt.
Reicht es, bestehende Inhalte einfach übersetzen zu lassen?
Nein. Wort-für-Wort-Übersetzungen erkennen muttersprachliche Redakteure schnell und verlinken solche Inhalte selten. Transkreation, also die inhaltliche und kulturelle Anpassung an den Zielmarkt, liefert deutlich bessere Ergebnisse für Linkaufbau als reine Übersetzung.