Ahrefs zeigt dir, welche Backlinks problematisch sind. Entwertet werden sie aber nicht dort, sondern in der Google Search Console. Dieser Beitrag führt durch beide Teile: schädliche Links in Ahrefs finden, eine korrekt formatierte Disavow-Datei erstellen und sie in der Google Search Console hochladen, inklusive der Frage, wann sich der Aufwand überhaupt lohnt und welche Fehler dabei am häufigsten passieren.
Viele Website-Betreiber greifen zum Disavow-Tool, sobald ein Backlink-Check-Tool ein paar Links als riskant markiert. Meistens ist das der falsche Reflex. Eine Entwertung ist kein Wartungsschritt, sondern ein gezieltes Werkzeug für konkrete Problemfälle. Bevor du also in Ahrefs nach schlechten Links suchst, lohnt sich deshalb ein Blick auf die Frage, wann das Entwerten überhaupt etwas bringt.
Was bedeutet „Backlinks entwerten“?
Backlinks entwerten bedeutet, Google mitzuteilen, einen bestimmten Link bei der Bewertung deiner Website zu ignorieren. Dafür lädst du eine einfache Textdatei mit Domains oder URLs in das Disavow-Tool der Google Search Console hoch. Google behandelt diese Links danach so, als würden sie in deinem Linkprofil gar nicht existieren.
Google selbst beschreibt eine Entwertung als starken Hinweis, nicht als zwingende Anweisung. Der Googlebot kann die gelisteten Seiten weiterhin crawlen, zählt die Links danach aber nicht mehr als Rankingsignal. Eine Unterscheidung geht dabei häufig durcheinander: Ahrefs entwertet selbst keine Backlinks. Das Tool hilft dir nur, schädliche Links zu finden, zu bewerten und zu exportieren. Die eigentliche Entwertung passiert ausschließlich über das Disavow-Tool in der Google Search Console, das du selbst befüllst und hochlädst.
Wann ist das Entwerten von Backlinks überhaupt sinnvoll?
Für die meisten Websites ist das Entwerten von Backlinks schlicht nicht nötig. Googles Anti-Spam-System SpamBrain erkennt und neutralisiert einen Großteil schädlicher Links automatisch, du musst dafür nicht selbst eingreifen. Sinnvoll ist eine Entwertung in der Praxis fast nur dann, wenn eine manuelle Maßnahme in der Google Search Console vorliegt oder du eindeutige Belege für eine gezielte Negative-SEO-Attacke hast.
Vor einem vorschnellen Einsatz des Tools warnt Google selbst. Wer nicht genau weiß, was er tut, kann sich damit selbst schaden, denn eine Entwertung entfernt wertvolle Signale genauso zuverlässig wie schädliche. Seit den Änderungen an Googles Spam-Erkennung wird ein Großteil manipulativer Links ohnehin schon in Echtzeit beim erneuten Crawlen abgewertet, statt die ganze Domain zu bestrafen. Genau deshalb sollte eine Entwertung die Ausnahme bleiben und nicht zur routinemäßigen Linkpflege gehören.
In folgenden Situationen ist eine Entwertung tatsächlich sinnvoll:
- Du hast eine manuelle Maßnahme wegen unnatürlicher Links erhalten, sichtbar in der Google Search Console unter Sicherheit & manuelle Maßnahmen.
- Du hast früher Links gekauft oder ein privates Blog-Netzwerk genutzt und möchtest das bereinigen, bevor eine Prüfung stattfindet.
- Du beobachtest einen plötzlichen Schub an Spam-Links mit identischem, kommerziellem Ankertext, den du nie selbst aufgebaut hast, ein typisches Anzeichen für eine Negative-SEO-Attacke.
Algorithmische Abwertung vs. manuelle Maßnahme
Der Unterschied zwischen beiden ist der Kern der gesamten Entscheidung. Eine algorithmische Abwertung läuft automatisch und unsichtbar im Hintergrund ab: Google erkennt einen schädlichen Link bei einem erneuten Crawl und entzieht ihm die Wirkung, du erhältst dazu keine Nachricht in der Search Console. Eine manuelle Maßnahme dagegen ist die Entscheidung eines menschlichen Google-Mitarbeiters nach einer Prüfung deiner Website. Sichtbar ist sie immer, und zwar unter Sicherheit & manuelle Maßnahmen in der Google Search Console.
Nur im zweiten Fall bringt eine Entwertung in Kombination mit einem Antrag auf erneute Überprüfung wirklich etwas. Bei einer rein algorithmischen Abwertung arbeitet Google bereits automatisch im Hintergrund, ein eigenes Eingreifen ist in der Regel überflüssig und ändert am Ergebnis nichts.
In der Praxis lohnt sich deshalb zuerst ein Blick in die Google Search Console, nicht in ein Drittanbieter-Tool. Zeigt die Property unter Sicherheit & manuelle Maßnahmen keinen Eintrag, gibt es aktuell keinen offiziellen Handlungsdruck, selbst wenn ein Audit-Tool einzelne Links als riskant markiert. Diese Reihenfolge zählt: zuerst die Search Console prüfen, erst danach in Ahrefs recherchieren. So vermeidest du den häufigsten Fehler beim Thema Entwertung, das voreilige Entfernen von Links, die dem Ranking gar nicht schaden.
Toxische Backlinks erkennen: Diese Signale sprechen für eine Entwertung
Toxische Backlinks erkennst du nicht an einem einzelnen Wert, sondern an einer Kombination auffälliger Signale im Linkprofil. Am zuverlässigsten sind unnatürliche Ankertexte, ein stark verschobenes Follow/Nofollow-Verhältnis und wiederkehrende Linkmuster von thematisch fremden oder auffällig jungen Domains. Einzelne schwache Links sind dabei selten das Problem. Gefährlich wird es erst, wenn mehrere dieser Signale gemeinsam auftreten.
Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Signale, an denen du toxische Backlinks in der Praxis erkennst:
| Signal | Merkmal | Warum es zählt |
|---|---|---|
| Unnatürliche Ankertexte | Viele Links mit exakt demselben kommerziellen Keyword als Ankertext, statt natürlicher Markennamen oder generischer Phrasen | Gilt als das stärkste einzelne Spam-Signal in jedem Backlink-Audit |
| Unausgewogenes Follow/Nofollow-Verhältnis | Auffällig viele Follow-Links aus Quellen, die normalerweise nofollow verlinken, etwa Kommentarspalten oder Verzeichnisse | Deutet häufig auf gekaufte oder gezielt manipulierte Linkplatzierungen hin |
| Hoher Spam-Score | Domains mit auffällig hohem Spam-Score, kombiniert mit dünnem oder erkennbar automatisiert erstelltem Content | Ein einzelner hoher Wert ist kein Beweis, ein ganzes Cluster solcher Domains schon eher |
| Linkpower-Schieflage | Viele Links mit sehr niedrigem Domain Rating, die alle auf dieselbe Zielseite und denselben Ankertext zeigen | Echte redaktionelle Links streuen natürlich über verschiedene Ankertexte und Zielseiten |
| Verdächtige Linkmuster | Cluster fremdsprachiger Domains ohne thematischen Bezug, oft mit auto-generierten Domainnamen und stark ähnlichem Aufbau | Passt zum typischen Muster automatisiert aufgebauter Spam-Netzwerke |
Wichtig ist dabei die Perspektive: Ein einzelner Link mit niedrigem Domain Rating aus einer echten, thematisch passenden Nische ist normal und unproblematisch. Ein genauerer Blick lohnt sich erst, wenn mehrere dieser Signale gemeinsam auf denselben Ankertext oder dieselbe Zielseite einzahlen. Wie du solche Muster direkt im Backlink-Report von Ahrefs sichtbar machst, zeigen wir im nächsten Schritt.
Der zeitliche Verlauf liefert ein zusätzliches Indiz. Ein Linkprofil, das über Jahre organisch gewachsen ist, zeigt meist eine unregelmäßige Verteilung neuer Links mit wechselnden Ankertexten und Quellen. Tauchen dagegen innerhalb weniger Tage mehrere Dutzend neue Links mit identischem Ankertext und ähnlichem Domain-Aufbau auf, ist das ein deutlich stärkeres Warnsignal als jeder einzelne Wert für sich. Diese zeitliche Häufung lässt sich in Ahrefs direkt im Verlauf der verweisenden Domains nachvollziehen, das hilft dabei, echte Angriffe von normalem Linkwachstum zu unterscheiden.
Schädliche Backlinks in Ahrefs identifizieren
Bevor du in Ahrefs mit der Prüfung startest, solltest du den Anlass klären: Nur mit einer manuellen Maßnahme in der Google Search Console oder einem klar erkennbaren Linkschema im Rücken lohnt sich der Aufwand. Ohne diese Grundlage findest du zwar Links mit niedrigem Domain Rating, aber selten etwas, das eine Entwertung tatsächlich rechtfertigt.
Schritt 1: Site Explorer öffnen und zum Backlink-Report wechseln
Gib deine Domain in Ahrefs‘ Site Explorer ein und klicke in der linken Seitenleiste auf Backlinks. Du siehst jetzt das vollständige Linkprofil deiner Domain, eine Zeile pro verlinkender Seite.
Schritt 2: Die stärksten Links herausfiltern
Oben im Backlink-Report findest du das Dropdown Best links. Wähle dort die Option, um alle Best Links auszuschließen. Damit blendest du die Links aus, die Ahrefs bereits als besonders vertrauenswürdig einstuft, und siehst nur noch den weniger etablierten Teil deines Linkprofils, also genau den Bereich, der für eine Entwertung überhaupt infrage kommt. Bestätige den Filter über Show results.
Schritt 3: Nach Domain Rating sortieren und Muster prüfen
Sortiere die verbleibende Liste nach Domain Rating aufsteigend, sodass die schwächsten Domains oben stehen. Links von Domains mit einem DR von 10 oder darunter verdienen einen genaueren Blick, vor allem wenn zusätzlich eines der Muster aus dem vorherigen Abschnitt zutrifft: exakt identische, kommerzielle Ankertexte, Häufungen fremdsprachiger Domains ohne erkennbaren Bezug zu deiner Nische, oder auffällig viele Links von derselben Domain auf dieselbe Zielseite.
Nicht jeder DR-schwache Link gehört auf die Liste. Eine einzelne Domain mit DR 5, die dich in einem echten redaktionellen Artikel erwähnt, ist unproblematisch. Dreißig Domains mit DR 2, die alle mit demselben exakten Ankertext auf deine wichtigste Landingpage zeigen, sind dagegen genau das Muster, nach dem du suchst. Entscheidend ist der Blick auf das Cluster, nicht auf den einzelnen schwachen Link.
Schritt 4: Die Backlink-Liste exportieren
Sobald du die relevanten Kandidaten eingegrenzt hast, klicke oben rechts im Backlink-Report auf Export. Das CSV-Format eignet sich am besten für den nächsten Schritt und liefert dir eine vollständige Liste aller URLs und Domains, die du im Audit markiert hast.
Diesen Export lädst du nicht direkt bei Google hoch. Er muss zuerst in das korrekte Disavow-Format gebracht werden. Wer Links lieber direkt während der Recherche markieren möchte, findet in Ahrefs außerdem einen eigenen Disavow-Manager, mit dem sich Links im Backlink-Report taggen und als vorformatierte Liste exportieren lassen. Praktisch ist das innerhalb von Ahrefs, ersetzt aber nicht den eigentlichen Upload in der Google Search Console, den du weiterhin selbst durchführen musst.
Wer sein eigenes Backlink-Profil ohnehin regelmäßig im Blick behält, etwa mit einem Tool wie LinkForce, erkennt solche Muster oft schon, bevor sie zu einem echten Problem werden, und muss seltener überhaupt bis zum Disavow-Tool greifen.
Vor dem Export lohnt sich noch ein letzter Kontrollblick auf die gefilterte Liste. Prüfe stichprobenartig einige der Domains manuell, bevor du sie endgültig in die Disavow-Datei übernimmst: Öffnet die Seite tatsächlich noch, oder ist die Domain längst verwaist und wurde nur noch von einem alten Spam-Netzwerk weiterverwendet? Passt der Ankertext zu deinem Angebot, oder ist er offensichtlich generisch und automatisiert erzeugt? Diese kurze manuelle Prüfung dauert wenige Minuten pro Cluster, verhindert aber, dass eine einzelne falsch interpretierte Zeile im CSV-Export später in der Disavow-Datei landet.
Die Disavow-Datei richtig erstellen
Eine Disavow-Datei ist eine einfache Textdatei im UTF-8-Format mit der Endung .txt. Google akzeptiert weder Excel-Tabellen noch Word-Dokumente oder PDF-Dateien, ausschließlich reiner Text funktioniert.
Jede Zeile enthält entweder eine ganze Domain oder eine einzelne URL. Für eine ganze Domain nutzt du den Präfix domain:, das deckt automatisch auch alle aktuellen und zukünftigen Links von dieser Domain ab. Bei einer einzelnen Seite reicht dagegen die vollständige URL, sinnvoll etwa, wenn der Rest der Domain unauffällig ist und du nur eine einzelne problematische Seite ausschließen willst. Zeilen, die mit einer Raute beginnen, sind Kommentare. Google ignoriert sie, sie eignen sich aber gut, um zu dokumentieren, wann und warum du einen Eintrag hinzugefügt hast, das hilft dir später beim Nachvollziehen oder Rückgängigmachen.
Ein Beispiel für eine korrekt formatierte Disavow-Datei:
„`
# Disavow-Datei für beispielseite.de, Stand August 2026
# Domains aus einem in Ahrefs identifizierten Spam-Muster
domain:spamdomain-xyz.ru
domain:alte-pbn-seite.net
https://einzelne-problemseite.com/schlechter-artikel/
„`
Google erlaubt bis zu 100.000 Zeilen und maximal 2 MB pro Datei. Diese Grenzen sind für die allermeisten Websites ohnehin kein Thema, es sei denn, du bist von einer großangelegten Negative-SEO-Kampagne betroffen oder musst ein ausgedehntes eigenes Linkschema aufräumen. Speichere die fertige Datei als .txt, bevor du sie im nächsten Schritt hochlädst.
Die Disavow-Datei in der Google Search Console hochladen
Sobald deine .txt-Datei fertig formatiert ist, lädst du sie direkt im Disavow-Tool der Google Search Console hoch. Der Ablauf besteht aus wenigen, aber wichtigen Schritten, bei denen ein Punkt besonders häufig übersehen wird: Ein neuer Upload ersetzt die alte Datei vollständig, statt sie zu ergänzen.
- Rufe das Disavow-Tool der Google Search Console auf. Melde dich mit dem Google-Konto an, das die betreffende Property verwaltet.
- Wähle die richtige Property aus. Wenn du mehrere Properties in der Search Console verwaltest, prüfe genau, ob du auf der richtigen Domain- oder URL-Präfix-Property arbeitest, beide werden getrennt geführt.
- Lade zuerst deine bestehende Disavow-Datei herunter, falls vorhanden. Hast du früher schon einmal eine Datei hochgeladen, speichert Google sie dauerhaft. Dieser Schritt ist entscheidend: Ein neuer Upload überschreibt die bisherige Datei vollständig, er ergänzt sie nicht. Fehlt in deiner neuen Datei ein Eintrag aus der alten, wird dieser Link ab sofort wieder gewertet, auch wenn du das gar nicht beabsichtigt hattest.
- Lade deine .txt-Datei hoch. Klicke auf Upload disavow list, wähle die Datei aus und bestätige. Die Search Console zeigt danach eine Bestätigung, dass der Upload angenommen wurde.
- Rechne mit mehreren Wochen Bearbeitungszeit. Google verarbeitet die Datei erst, wenn die gelisteten Domains und Seiten erneut gecrawlt werden. Bis sich das im Ranking bemerkbar macht, vergehen üblicherweise mehrere Wochen, nicht Stunden oder Tage.
Was danach passiert, hängt vom Anlass ab. Bei einer manuellen Maßnahme hebt der Upload der Disavow-Datei die Sperre allein nicht auf. Zusätzlich brauchst du einen Antrag auf erneute Überprüfung unter Sicherheit & manuelle Maßnahmen, in dem du dokumentierst, welche Links du per Outreach entfernen lassen wolltest, welche Webmaster nicht reagiert haben und welche verbleibenden Links du deshalb entwertet hast. Erst wenn beide Schritte, Disavow-Datei und Antrag, abgeschlossen sind, prüft Google die Aufhebung der manuellen Maßnahme.
Liegt keine manuelle Maßnahme vor, sondern nur ein Verdacht auf ein algorithmisches Problem, ist kein Antrag nötig. Beobachte in diesem Fall einfach den organischen Traffic in der Search Console oder in deinem Analytics-Tool über die folgenden Wochen, und behalte parallel die Manuelle-Maßnahmen-Seite im Blick, falls doch noch eine Meldung eingeht.
Unabhängig vom Anlass gilt: Lade die Datei nicht mehrfach in kurzen Abständen erneut hoch, nur weil du noch keine Veränderung siehst. Jeder neue Upload ersetzt die vorherige Version und startet die Verarbeitung faktisch neu. Sinnvoller ist es, eine lokale Kopie der Datei mit Datum zu speichern, Änderungen zu sammeln und sie gebündelt in einem einzigen Upload einzureichen, statt bei jeder neuen Erkenntnis sofort eine neue Version hochzuladen.
Häufige Fehler beim Entwerten von Backlinks
Die häufigsten Fehler beim Entwerten von Backlinks entstehen selten durch die Entscheidung selbst, sondern durch die Umsetzung. Wer das Format falsch wählt, ohne echten Anlass entwertet oder aus Versehen gute Links mitnimmt, verschenkt entweder Zeit oder schadet dem eigenen Ranking.
- Falsches Dateiformat verwenden. Eine Excel-Datei, ein Word-Dokument oder eine PDF-Datei wird von der Google Search Console nicht akzeptiert. Nur eine reine .txt-Datei im UTF-8-Format funktioniert zuverlässig.
- Entwerten ohne manuelle Maßnahme oder klaren Anlass. Ohne bestätigte manuelle Maßnahme oder eindeutiges Linkschema bringt eine Entwertung meist wenig, weil Google die betroffenen Links ohnehin schon algorithmisch abgewertet hat.
- Versehentliches Entwerten wertvoller Links. Ein niedriger Domain-Rating-Wert allein ist kein Beweis für einen schädlichen Link. Wer ganze DR-Bereiche pauschal in die Datei aufnimmt, entwertet dabei häufig auch legitime, redaktionelle Verlinkungen mit.
- Die Datei zu selten aktualisieren oder unvollständig neu hochladen. Da jeder Upload die vorherige Datei ersetzt, führt ein unvollständiger neuer Upload dazu, dass zuvor entwertete Links plötzlich wieder zählen, ohne dass das beabsichtigt war.
- Nach dem Upload keine Dokumentation führen. Wer nicht festhält, welchen Eintrag er wann und warum hinzugefügt hat, kann eine Entwertung später kaum noch gezielt rückgängig machen oder bei einem Antrag auf erneute Überprüfung nachvollziehbar begründen.
Jeder dieser Fehler lässt sich vermeiden, wenn du die vorherigen Schritte, Signale prüfen, in Ahrefs identifizieren, Datei korrekt formatieren, sauber dokumentiert durchläufst, statt die Disavow-Datei als schnelle Routinemaßnahme zu behandeln.
Ein weiterer, oft unterschätzter Fehler ist das Entwerten ganzer Domains, wenn eigentlich nur eine einzelne Seite problematisch ist. Nutzt du in diesem Fall den domain:-Präfix statt der konkreten URL, schließt du automatisch auch alle anderen, unter Umständen völlig unproblematischen Seiten derselben Domain aus. Prüfe deshalb vor jedem Eintrag, ob wirklich die gesamte Domain betroffen ist oder ob eine einzelne URL als Eintrag ausreicht.
Backlinks entwerten: Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Verarbeitung durch Google?
Google verarbeitet eine Disavow-Datei nicht sofort. Erst wenn die gelisteten Domains und Seiten erneut gecrawlt werden, wirkt sich der Upload aus. In der Praxis vergehen üblicherweise mehrere Wochen, bis sich Änderungen im Ranking zeigen. Bei einer manuellen Maßnahme kommt die Bearbeitungszeit für den Antrag auf erneute Überprüfung noch dazu, sodass sich der gesamte Prozess weiter verlängert.
Kann man eine bereits hochgeladene Datei aktualisieren?
Ja, du kannst jederzeit eine neue Version hochladen. Wichtig dabei: Der neue Upload ersetzt die alte Datei vollständig, er ergänzt sie nicht. Lade deshalb vor jedem neuen Upload zunächst die aktuell gespeicherte Version herunter und übernimm alle weiterhin relevanten Einträge in die neue Datei, bevor du sie hochlädst.
Braucht man für jede Domain ein eigenes Disavow-File?
Nein, pro Property in der Google Search Console gibt es genau eine aktive Disavow-Datei. Betreibst du mehrere Domains oder mehrere Properties, etwa eine Domain-Property und mehrere URL-Präfix-Properties parallel, brauchst du für jede davon eine eigene, separat hochgeladene Datei.
Reicht die Recherche in Ahrefs allein aus, oder muss ich zusätzlich in der Google Search Console prüfen?
Ahrefs hilft dir, schädliche Links im Linkprofil zu finden und zu exportieren, entwertet sie aber nicht selbst. Ob überhaupt ein Anlass zum Entwerten besteht, siehst du ausschließlich in der Google Search Console, konkret unter Sicherheit & manuelle Maßnahmen. Beide Schritte gehören zusammen: Ahrefs für die Identifikation, die Search Console für die eigentliche Maßnahme und die Prüfung auf eine manuelle Maßnahme.
Kann eine versehentliche Entwertung rückgängig gemacht werden?
Ja, entferne den betreffenden Eintrag aus deiner Disavow-Datei und lade die aktualisierte Version erneut hoch. Google bewertet den Link dann beim nächsten Crawl neu. Das passiert allerdings nicht sofort und nicht garantiert in vollem Umfang, weshalb es sich lohnt, vor jeder Entwertung genau zu prüfen, welche Links wirklich betroffen sein sollen, statt später aufwendig nachbessern zu müssen.
Wirkt sich das Entwerten von Backlinks negativ auf mein Ranking aus, wenn ich es unnötig mache?
Direkt schaden kann eine unnötige Entwertung selten, solange du wirklich nur schwache oder eindeutig manipulative Links auswählst. Riskant wird es erst, wenn dabei aus Versehen legitime, wertvolle Links mit in die Datei rutschen, etwa weil eine ganze Domain pauschal per domain:-Eintrag ausgeschlossen wurde. Deshalb lohnt sich vor jedem Upload eine letzte manuelle Kontrolle der Liste, statt sich allein auf einen automatisch exportierten Datensatz zu verlassen.